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Euro-Gruppe: Keine Schnellschüsse zu Griechenland

21.06.2012 | 18:55 |   (DiePresse.com)

Zuerst müssen die Experten der Troika in Griechenland einen Kassensturz machen, um ein deutliches Bild der Lage zu bekommen.

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Die Finanzminister der Eurogruppe berieten neben dem spanischen Bankenhilfspaket (>>>mehr dazu) auch über das Hilfsprogramm für Griechenland, das wegen der Rezession und des wochenlangen Wahlkampfs aus dem Ruder läuft. Mit schnellen Beschlüssen zu einer möglichen Verlängerung von Rückzahlungsfristen wurde nicht gerechnet.

Neuverhandlungen mit Athen wahrscheinlich

Interims-Kassenhüter Giorgos Zanias vertrat Griechenland bei dem Treffen - Amtsnachfolger Vasilios Rapanos konnte nicht rechtzeitig vereidigt werden. Schon vor dem Treffen war klargeworden, dass der Hilfsvertrag zwischen Athen und seinen internationalen Geldgebern neu verhandelt werden muss. Wie das im Detail aussehen wird, ist noch nicht klar. Experten der "Troika" werden zunächst einen Kassensturz in Athen machen, um ein deutliches Bild der Lage zu bekommen.

Österreichs Ressortchefin Maria Fekter sagte: "Wir werden uns jetzt anschauen, wie viel die Griechen versäumt haben durch den Wahlkampf, und in wie weit wir dann uns bemühen müssen, dass das Programm so gestaltet ist, dass wir diese 120 Prozent Schuldenquote des BIP erreichen(...)." Ziel des neuen Hilfsprogrammes von 130 Milliarden Euro ist es, dass Athen bis Ende des Jahrzehnts wieder auf eine erträgliche Staatsverschuldung von 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) kommt.

Auch IWF-Chefin Christine Lagarde kam nach Luxemburg. Sie versicherte, der Internationale Währungsfonds (IWF) werde sein "gesamtes Wissen und seine Einschätzungen zur Verfügung stellen, damit die Europäer ihre Ziele erreichen". Beim G20-Treffen in Mexiko zu Wochenbeginn waren die Europäer wegen der Schuldenkrise von internationalen Partnern scharf kritisiert worden.

Anleihenkäufe durch EFSF

In der Debatte um mögliche Anleihenkäufe durch den Rettungsfonds EFSF verwies Schäuble auf vertragliche Regelungen. Der Vertrag für den EFSF erlaube unter bestimmten Bedingungen Aufkäufe auf dem sogenannten Sekundärmarkt - dort werden bereits ausgegebene Anleihen gehandelt. "Das ist bekannt, das ist geregelt." Ein Land müsse einen Antrag stellen, und es müsse ein Anpassungsprogramm geben, sagte Schäuble.

Bisher ist der EFSF als zeitlich befristete Hilfsreinrichtung für hoch verschuldete Eurostaaten nicht beim Anleihenkauf aktiv geworden. Wegen der hohen Zinsen war der Anleihenkauf durch die Rettungsfonds EFSF oder seinen Nachfolger ESM ins Spiel gebracht worden, um für Entspannung zu sorgen. Der französische Top-Notenbanker Benoit Coeure sagte der "Financial Times", Eingriffe des EFSF am offenen Markt könnten die "sehr starken Spannungen" für Spanien und Italien lindern. Coeure ist Rats- und Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB).

Debatte über Finanztransaktionssteuer

Am Freitag wollen die EU-Finanzminister endgültig klären, ob sich alle 27 EU-Länder auf die gemeinsame Einführung einer Finanztransaktionssteuer einigen können. Da sich mehrere Staaten gegen eine solche Abgabe für den Finanzsektor sperren, gehen EU-Diplomaten nicht davon aus, dass es bei dem Treffen in Luxemburg zu einer Einigung kommt.

Der deutsche Finanzminister Schäuble will den Angaben zufolge in diesem Fall vorschlagen, im Rahmen der sogenannten verstärkten Zusammenarbeit eine solche Steuer nur in einer Gruppe von Staaten voranzutreiben. Zudem beraten die Minister über einen umstrittenen Vorschlag der EU-Kommission zur Besteuerung von Kraftstoff, durch den Diesel deutlich teurer würde.

(APA/Ag.)

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5 Kommentare
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Was erwarten wir denn von Griechenland?

Weiterhin sitzen die selben Parteien, zum Teil die selben Politiker in der neuen Regierung, welche vorher die EU betrogen und mit der Troika ihre taktischen Spielchen aufgeführt haben. Und jetzt soll alles anders sein? Was wir Nordeuropäer erwarten können ist zahlen, zahlen, zahlen und uns dafür noch griechische Kritik für unsere Ungeduld gefallen zu lassen.

Gast: EFF EFF
21.06.2012 20:53
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Solche herzigen Geschäfte "erleichtern"

vor der großen, allgegenwärtigen Verunsicherung.
Die EFSF soll also den Banken hochverzinste, langlaufende Anleihen nach ein bis zwei Jahren abkaufen.
Doch sie erleichtern auch die Steuerzahler, denn ein Ende ist absehbar. Schon bauen auf der großen, undankbaren Weltbühne die Bühnenbildner im Hintergrund die Schafotts für die Eliten auf. Jetzt gehe ich aber ein bischen auf Distanz, sonst gibt's noch Blutflecken auf dem Hemd.

Gast: Moderndenkender
21.06.2012 20:33
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...Griechenland...

Mich interessiert, ob es den verantwortlichen Politikern nicht schoen langsam selbst zu bloed wird, immer wieder den gleichen Tanz aufzufuehren.

Meine Vermutung: die werden von Banken ordentlich geschmiert, damit sie mit dieser Scheisse immer und immer weiter machen. Das kann nur mehr einen finanziellen Hintergrund haben, dass die da noch mit machen.

Jetzt tanzt die Troika wieder dort an

Ein neues Versprechen muss her und dass es nicht ganz aus der Luft gegriffen wirkt, braucht man den Rat der Troika. Es wird ein paar Tage dauern..

Was, schon wieder Griechenland...


....die Geschichten langweilen immer mehr, oder auf gut österreichisch "des is zum speib´n".

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