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Fekter will Finanzsteuer auf keinen Fall "zu Grabe tragen"

22.06.2012 | 13:43 |   (DiePresse.com)

Österreichs Finanzministerin Maria Fekter sieht noch Hoffnung für die Finanztransaktionssteuer, doch die EU ist tief gespalten.

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Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) sieht noch Hoffnung auf die Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Vor Beginn der Sitzung der EU-Finanzminister sagte Fekter: "Ich werde auf gar keinen Fall zulassen, dass man das Projekt zu Grabe trägt". Es werde intensive Beratungen geben und "ich werde dafür kämpfen, wenn es nicht eine Einigung aller 27 gibt, dass wir zumindest im Rahmen einer verstärkten Kooperation das Projekt vorantreiben". Dies sei sowohl für Österreich als auch für Deutschland wichtig, "weil das kombiniert mit der Beschlussfassung im Parlament".

Auch der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kündigte an, eine Steuer auf Finanzgeschäfte auch mit einer kleineren Staatengruppe voranzutreiben.

Die EU-Finanzminister unternehmen am heutigen Freitag in Luxemburg den vermutlich letzten Anlauf, doch noch eine "große Lösung" für die umstrittene EU-Finanzsteuer auf den Weg zu bringen. Mehrere Länder pochen darauf, Nägel mit Köpfen zu machen und in einer kleineren Gruppe voranzugehen. Für eine verstärkte Zusammenarbeit sind mindestens neun Länder notwendig, es ist aber fraglich, ob derzeit überhaupt eine solche Anzahl erreicht werden kann.

EU tief gespalten

"Wir werden sehen, wer heute Zustimmung signalisiert", sagte Fekter. Bei den neun Ländern handle es sich um "einige Euroländer, aber auch Nicht-Eurostaaten sind dabei".

Die EU ist in der Frage der Steuer tief gespalten - Großbritannien und Schweden lehnen sie ab. Vor Beginn der Tagung zeigte sich unter anderem auch die dänische EU-Ratsvorsitzende Finanzministerin Margrethe Vestager skeptisch über die Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Es sei zu früh, eine abrupte Schlussfolgerung zu treffen, sagte sie. Offensichtlich gebe es keine Einigkeit unter den EU-27. Es sei zu erwarten, dass das eine oder andere Land für eine verstärkte Zusammenarbeit eintrete, aber "es ist noch nicht Zeit für Entscheidungen".

Mit der Steuer soll der Finanzsektor an den enormen Kosten der Krise beteiligt werden. Auf dem Tisch liegt ein Vorschlag der EU-Kommission für alle 27 EU-Länder. Nach Informationen aus Berlin will die deutsche Bundesregierung beim EU-Gipfel Ende nächster Woche in Brüssel beantragen, die Steuer in weniger Ländern einzuführen.

Grünen fordern Fekter

In Österreich machen bestehen die Grünen auf eine Einführung einer Transaktionssteuer, ohne die es keine Zustimmung zum Euro-Rettungsschirm ESM im Parlament geben wird. Vizeklubchef Werner Kogler ist aber derzeit zuversichtlich, dass die nächsten Tage wesentliche Entscheidungen in diese Richtung bringen könnten.

Der Job von Finanzministerin Fekter sei es nun, den europäischen Partnern glaubhaft zu versichern, dass die ESM-Ratifizierung in Österreich auf dem Spiel stehe, sollten es nicht mindestens neun Staaten im Rahmen der verstärkten Zusammenarbeit zu wesentlichen Weichenstellungen für eine Finanztransaktionssteuer bringen. Grundsätzlich attestiert Kogler der Finanzministerin aber, dass sie dies mittlerweile mit der angemessenen "Glaubwürdigkeit" im EU-Europa verbreitet.

(Ag.)

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55 Kommentare
 
12
Gast: Bitte net
26.06.2012 21:07
1 0

Ist der ESM für die Menschen oder für die Banken?

Das sind äußerst leere Absichtserklärungen.
Wer garantiert uns, daß der ESM das Leben durch Mißwirtschaft plötzlich verarmten Bevölkerung in Europa verbessert und nicht einfach nur ein weiteres Geldgeschenk für die reichen Spekulanten ist? Wenn das nicht garantiert werden kann, bin ich für den Austritt Österreichs aus der Eurozone und Hilfspakete für die einfachen Leute in Südeuropa und Irland, die nichts dafür können.

Minischritte?

Schäuble lebt sowie in einer anderen Welt,da er ja nicht einmal wußte,das Geld,was er vom Waffenhändler Schreiber bekam,nicht ganz Legal war ! Das war bei Kohl die Schwarzgeld Epedemie ,und seid dem glaube ich dem noch nicht einmal,wenn er guten morgen sagt ! Diese Steuer wird es nie geben , und was wird gesagt :"0,01% aufMillionen und Milliarden von den Bänkern ?" das ist doch lächerlich! Und was bezaht der kleine Mann bei einem Einkommen von 2800,-Euro ? Ja klar,das nennt man soziale Gerechtigkeit !

6 0

das ist das schöne bei realitätsfremden politikern die reden über die TS schon seit monaten/jahren, und in der zwischenzeit ALLE haben schon längst ihre konten leergeräumt und trading wird einfach woanders über die bühne gebracht! (London) ein mausklick reicht in der regel vollkommen aus!


Gast: fugazi
24.06.2012 04:58
1 0

...

abrakadabra, die paar % der grünen verhexen die gesammten rechten hehehe

Hier die Antwort der Grünen

auf meine Aufforderung dem ESM nicht zuzustimmen:

.
"........Die Grünen werden dem ESM nur zustimmen, wenn es glaubwürdige Schritte zur Einführung einer EU-Finanztransaktionssteuer gibt. Die Verursacher der Krise müssen zur Kasse gebeten werden. Das ist bisher nicht der Fall. Fix ist: Die Grünen haben in Verhandlungen mit SPÖ und ÖVP durchgesetzt, dass das österreichische Parlament beim ESM mehr Mitspracherechte hat als jedes andere nationale Parlament in Europa....."

Hab ich da den ESM -Vertrag nicht verstanden, oder bilden die Grünen sich wirklich ein, nach der Ratifizierung des ESM noch irgend ein Mitspracherecht zu haben ?

Placebo für die Grünen

aber es wird diesen reichen, diesem ESM- Schandvertrag zuzustimmen und die österr. Souveränität zu opfern. Das einzige Ziel der Grünen ist es ja, unbedingt allen zu schaden, was aus ihrer Sicht "rechts" ist, auch wenn sie damit alle österr. Steuerzahler mit Ausnahme der Superreichen den Finanzhaien ausliefern. Denn bis eine brauchbare Finanztransaktionsteuer, die diesen Namen wirklich verdient eingeführt ist, nagen wir alle schon am Hungertuch.

Gast: anyway
23.06.2012 17:15
2 0

postit



subsidiaritätsprinzip=kreditknechtschaft

dualwährungssystem mit kernlandeuropa"harter euma-wärung" und
umlandeuropa mit weichem Euro, epizentraler stufenbau mit
aufstiegschancen in die hartwährung.

harter kern , weiche schale.


Gast: Nostradamus
23.06.2012 15:34
6 0

Minischritte zu Transaktionssteur

Die Banken lagern sofort all ihre Geschäfte, die der Transaktionssteuer unterliegen werden, in die USA oder nach Singapur/Hong Kong, wo sie Töchter unterhalten aus. Verloren gehen hier wieder tausende Arbeitsplätze, die neue FT-Steuer - wie auch die Wertpapierzuwachssteuer - wird ein Debakel im Vorhinein. Der Euro ist gescheitert, die Reeinführung der nationalen Währungen steht unmittelbar bevor. Und sollten die Regierungen, den ESM einführen, ohne das Wählervolk zu befragen, wird das Desaster danach noch größer. Gerade mit Einführung des Euros sind tausende Arbeitsplätze weggefallen. Mit dem Schilling hat es doch ausgezeichnet funktioniert, weniger Steuern, weniger Schulden, mehr Arbeitsplätze und die Preise waren weit moderater wie jetzt mit dem Teuro etc.

Gast: King Lionheart
23.06.2012 15:19
5 0

„Robin-Hood-Steuer“

Was die aus Sherwood Forest mit den beiden wohl gemacht hätten?

Gast: netter gast
23.06.2012 15:17
7 0

Ablenkung

Dass eine Transaktionssteuer
notwendig ist steht außer Frage .
Diese Thematisierung der Transaktionssteuer dient aber hauptsächlich
zur Ablenkung von der Umsetzung des ESM
der ein radikaler Eingriff in
die demokratische Souveränität
der einzelnen Staaten darstellt

Antworten Gast: gast45
23.06.2012 17:33
6 0

Re: Ablenkung

mit der ablenkungsstrategie haben sie völlig recht .

bezüglich der transaktionssteuer musz ich ihnen wiedersprechen .

diese steuer würde nicht nur gewinne, sondern auch verluste besteuern, ein jedem steuerrecht widersprechendes vorgehen
.. es gibt zwar eine "steuer", die oft als gegenbeispiel zitiert wird, und zwar ist das die stamp tax in england. nur ist das eine gebühr, für die der staat eine leistung erbringt, so wie ein notar, der einen vertrag bestätigt und dafür ein entgelt verlangt ..

nur welche leistung erbringt der österreichische staat, wenn ein österreicher in london sagen wir mal ein deutsche Aktie kauft ?
genau .. absolut keine .

das wäre so, wie wenn sie übers internet von einem amerikanischen reiseanbieter eine urlaubsreise kaufen, und der staat verlangt, dass ihm die urlaubsreise gemeldet wird, damit er hinterdrein noch ein prozent des kaufpreises von ihnen kassiert ..

wofür ? und würden sie sich das gefallen lassen ?

die steuer ist deshalb schon aus gerechtigkeitsgründen abzulehnen, und wird auch deshalb von der mehrheit der staaten abgelehnt ..


und wo recht zu unrecht wird, wird wiederstand zu pflicht zu erinnern ....

Antworten Antworten Gast: netter gast
23.06.2012 22:02
0 1

Re: Re: Ablenkung

Der Staat erbringt auch für die Arbeitsleistung des Einzelnen keine Leistung .
Aber ein Staat der das Allgemeinwohl zu regeln hat ,
braucht Geld .
Und heute ist das Kapital gegenüber der Arbeit steuerlich bessergestellt .
Und Spekulation ist durchaus besteuerungswürdig .

Antworten Antworten Antworten Gast: gast45
24.06.2012 12:46
2 0

Re: Re: Re: Ablenkung

das kapital zahlt genauso steuern, KEST und was es halt sonst noch alles gibt ...

aber zu ihrer behauptung, das der staat nur weil er geld braucht einfach abkassieren kann ...

was tut ein staat eigentlich ?

er baut strassen, drum mineralölsteuer, er zahlt pensionen, drum pensionsversicherungs-beiträge, er baut spitäler, drum eben sozialversicherungsabgaben .. usw.

aber in diesem fall, hat er null anteil, genauso wie bei der urlaubsreise im ausland, oder wenn sie sich z.b. im internet eine ausländische zeitung durchlesen, oder im SAT-Fernsehen einen ausländischen sender ansehen, oder sich im urlaub in spanien in der strandbar einen drink bestellen.

wenn sie CNN über Satellit ansehen, brauchen sie den ORF nicht zahlen, nur weil der ORF sie gerne abkassieren würde (hat der verfassungsgerichtshof übrigens genauso gesehen)

oder was meinen sie was die leute tun, wenn der staat verlangt, dass sie wenn sie auf urlaub in spanien was konsumieren bei uns nach dem urlaub nachträglich noch eine österreichische mehrwertssteuer drauf zahlen sollen und jeder wirt musz ihnen melden ob jetzt ein österreicher den sangria getrunken hat, oder ein sagen wir mal amerikaner, damit sie ihm eine österreichische UST drauf verrechnen können .

. mit dem nassen fetzen würden sie die politiker durch das parlament jagen, weil jedem klar ist wie ungerecht diese abkassiererei ist.

der brecht hat schon recht :
wenn unrecht zu recht wird, wird widerstand zur pflicht.


Die Finanztransaktionssteuer wirkt sich negativ auf das BIP aus,

jede seriöse Studie hat das belegt!

Die Folge ist, dass noch mehr Leute arbeitslos werden und staatliche Unterstützung benötigen, was die Schulden noch weiter nach oben treibt!

Die Idee der FTS ist ein Schildbürgerstreich erster Güte der Linken und Linksextremen!

Die Parteienförderung für die Roten und Grünen sollte an den Erfolg der FTS gekoppelt werden!

Sozialdemokratisierung der Gesellschaft!

die Finanztransaktionssteuer ist ein weitere staatliche Form der Ausplünderung der breiten Massen. Diese Steuer zahlen hauptsächlich die sog. kleinen Sparer über ihre Fondssparpläne, Lebensversicherungen, kapitalgedeckten Altersvorsorgeprodukte, etc. und sogar über ihre Kreditkartenabrechnungen aus nicht Euro-Ländern.

Wer keine Finanztransaktionsseuter zahlt: Spekulanten und Zocker!

"Robin-Hood-Steuer"????

Bitte danach gleich eine "Mutter Theresia-Steuer", und zwar auf alle Häuser, die höher als 5 m sind.
Dann noch eine "Albert Schweitzer-Steuer" auf alle Weinsorten, die teurer als 10 Euro pro Flasche sind.
Dann eine Samaritersteuer auf Biogemüse (ist ja auch irgend wie Luxus).
etc
etc
etc
etc

Gast: total crash
23.06.2012 08:57
6 0

Fekter, Finanzsteuer nicht "zu Grabe tragen"

Nau,dann wird`s halt von den anderen Entscheidungsträger kremiert,(die Steuer nicht die Fekter) *g*g* ;o)

11 0

Der ESM rettet Staaten

und Staaten retten Banken die ihm anschließend wieder faule Eier legen. Das ist Krampf zum Quadrat. Banken müssen pleitegehen können oder verstaatlicht werden.

Die künstliche Beatmung der Transaktionssteuer

soll wohl nur so lange fortgesetzt werden, bis die Oppositionsparteien dem ESM zugestimmt haben. Die bemerkenswerteste Neuerung am Wirtschaftssystem stellt aber die unaufhörliche Bankenrettung dar, welche somit den Banken eine zentrale Rolle in der Steuerung des Wirtschaftsgeschehens zuweist. Ob die Banken über ihre Geldschöpfungskompetenz auch bewusst finstere Gestalten (Mafia) fördern können wäre zu überlegen.

Anstatt dauerhaft Bankenrettung zu betreiben

für Banken die wegen ihres Handelns, auf das der Staat keinen Einfluss hatte, in Schieflage kamen, wäre es vielleicht wirklich besser die Geldschöpfungskompetenz beim Staat anzusiedeln. Wer sehr verquer denkt und Verschörungstheorien nachhängt könnte allerdings zur Meinung gelangen, der Staat rettet nur deshalb seine Banken um letztlich die Geldschöpfung an sich zu reissen. Um also zu vermeiden dass dauerhaft inkompetenten Banken die Geldschöpfung entzogen wird müssten gescheiterte Institute ihre Rettung entschieden ablehnen oder selbst ihre Verstaatlichung fordern.

Um den Bogen zur Transaktionssteuer wieder zu schließen:

Diese Transaktionssteuer ist meiner Meinung nach keine wirklich grundlegende oder wichtige Änderung sondern nur ein weiterer Schritt endlosen Weiterwurstelns.

Gast: oeconomia
23.06.2012 06:58
1 10

steuer

steuern sind eines vieler instrumente um ungleichgewichte wieder zu stabilisieren.
die banken haben von dem kleinen steuerzahler milliarden erhalten u sollen ueber die steuer auch ihren beitrag leisten. da die bankdiretoren weiterhin ihre millionen boni kassieren wird das so nicht gehen, die banken verrechnen das einfach zum schaden der steuerzahler, kmu,... Ihren kunden weiter

die loeseung: es darf keine systembank mehr geben. viele viele kleine banken, die konzentration, monopolisierung der weltfinanzmaerkte ist sehr sehr gefaehrlich, wie man sieht.

bleibt die umsatzsteuer an den unternehmen hängen oder am endkunden??

die banken werden deshalb nicht weniger gewinne machen, die endprodukte, versicherungen und bankgeschäfte werden einfach und simpel kalkuliert "etwas" teurer!

wer annimmt, dass die FTS auch nur minimal an der Bank hängenbleibt (mittelfristig), irrt gewaltig!


Antworten Gast: Hastalavista
23.06.2012 10:06
8 0

Re: steuer

Ich kann Ihnen da leider nicht beipflichten, wenn Sie meinen "..u sollen ueber die steuer auch ihren beitrag leisten"

Das wäre dann wohl das erste mal, dass eine derartige Steuer vom Unternehmen getragen wird und nicht von uns Kunden. Das wäre geradeso wie wenn eine neue Art von Mineralölsteuer eingeführt wird mit dem Argument, dass die Ölfirmen dann endlich für ihre Schäden ("deep water horizon") zur Kasse gebeten werden.

Egoismus pur in der Runde der EU-Egozentriker!


Das ist kein Europa der Völker sondern ein Europa der nationalen Interessen. Hier werden nur jene Winkelzüge zugelassen bzw. abgewürgt, die den Interessen des Geldadels dienen.

Dem steht leider der Selbsterhaltungstrieb des einfachen Volkes entgegen. So wird mit geschickten Debatten das Stimmvieh verwirrt, hinters Licht geführt, belogen und bis zur Besinnungslosigkeit mit sich widersprechenden und lügenhaften Berichten gefüttert, bis es kollabiert und der Wahlurne fernbleibt.
Den Rest erledigen die Seilschaften in gut organisierten Netzwerken. Diese funktionieren als einzige grenzüberschreitend und ihre Macht ist fatal!

 
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