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EU-Ratspräsident Van Rompuy will Reformen erzwingen

24.06.2012 | 09:27 |   (DiePresse.com)

Herman Van Rompuy warnt vor zu großem Entgegenkommen für Griechenland. Mehr Flexibilität bedeute auch mehr finanzielle Anstrengungen.

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EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat davor gewarnt, Griechenland mehr Zeit für die Erfüllung der vereinbarten Reformschritte einzuräumen. "Man muss berücksichtigen, dass mehr Flexibilität bei der zeitlichen Umsetzung auch mehr finanzielle Anstrengungen der Mitgliedsländer bedeutet", sagte Van Rompuy der "Welt am Sonntag".

Wenn Spanien mehr Flexibilität gegeben werde beim Abbau des Defizits bis 2014, dann habe das keine direkten Auswirkungen auf die anderen Euro-Staaten. "Aber das Problem ist: Wenn die Ziele von Griechenland oder anderen Staaten unter dem Rettungsschirm verschoben werden, dann brauchen sie mehr Kredite. Und das schafft offensichtlich für einige Mitgliedsländer Probleme."

Laut einem am Samstag veröffentlichten Strategiepapier der neuen griechischen Regierung will Athen zwei Jahre mehr Zeit für die Umsetzung des mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Sparprogramms bekommen. Die Reformen sollten um mindestens zwei Jahre bis auf das Jahr 2016 gestreckt werden, heißt es in dem Papier. Die Regierung wolle zudem die Entlassung von festangestellten Staatsdienern vermeiden und stattdessen durch den Abbau von Bürokratie sparen. Das Arbeitslosengeld solle wieder erhöht werden.

Auch Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble ermahnt Athen, die vereinbarten Spar- und Reformmaßnahmen rasch umzusetzen. Schäuble sagte der "Bild am Sonntag", es müsse jetzt "die wichtigste Aufgabe" der neuen Regierung von Ministerpräsident Antonis Samaras sein, "schnell, umgehend und ohne zu zögern das vereinbarte Programm umzusetzen anstatt schon wieder zu fragen, was denn die anderen noch mehr tun könnten". "Der Ball liegt bei den Griechen, sie haben es in der Hand, dass die Bürger Europas wieder Vertrauen schöpfen können."

Rentensystem für alle 27 Mitglieder

Van Rompuy will in Kürze Vorschläge unterbreiten, wie die EU-Staaten unisono zu Reformen verpflichtet werden können. "Man kann Empfehlungen für die Union als Ganzes geben, dass es zum Beispiel eine Verbindung zwischen Renteneintrittsalter und Lebenserwartung gibt", sagte Van Rompuy im Interview mit der "Welt am Sonntag" weiters. "Man kann alle 27 Mitglieder auffordern, dass sie ihre Rentensysteme in einer bestimmten Zeit den Vorgaben gemäß reformieren." Entscheidend sei dabei, dass die Empfehlungen verbindlich seien.

An diesem Punkt sei die Europäische Union noch nicht, bisher gebe die EU-Kommission nur länderspezifische Empfehlungen. "Das ist einer der Punkte, die wir in den nächsten Monaten diskutieren müssen, und wir werden dazu beim EU-Rat am Donnerstag und Freitag etwas auf den Tisch legen", fügte Van Rompuy hinzu.

Van Rompuy kündigte zugleich an, dass die Umsetzung der geplanten Bankenunion im Rahmen der Vorschläge, welche die EU-Spitze derzeit ausarbeitet, schnell umgesetzt werden könne. Die Aufsicht soll dabei bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angesiedelt werden. "Die Bankenunion ist ein Baustein. Ich denke, wir können da viel schneller vorgehen als in anderen Bereichen. Und bei der Bankenintegration kann man auch bei der Aufsicht durch die EZB schnell vorankommen."

Der EU-Ratspräsident wandte sich indessen gegen Debatten um weitreichende institutionelle Reformen. So hatte eine Gruppe von Außenministern um den deutschen Außenminister Guido Westerwelle (FDP) vergangenen Dienstag Vorschläge für eine Vertiefung der Union präsentiert, deren Umsetzung Jahre dauern würde. "Ich halte Debatten über die Institutionen jetzt nicht für eine Priorität", sagte Van Rompuy. "Wir müssen die Krise in kurzfristiger Hinsicht managen. Wir sind noch lange nicht am Ende des Weges innerhalb der Verträge. Wenn man die Verträge ändern will, eröffnet das Debatten aller Art für Jahre."

(APA)

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187 Kommentare
 
12 3 4 5

Widersprüchlich

Die wollen "wachsen", aber die Löhne (und damit die Produktionskosten) dürfen nicht sinken.
Die wollen die Steuern sofort senken, aber das überdimensionierte griechische Beamtentum wird nur langfristig und halbherzig angepasst.

Bitte schickt's DEN nach China.

Dort ist er mit seinem Demokratieverständnis daham.


Gast: gäst
24.06.2012 18:28
1 0

Da spricht

die Verzweiflung aus Brüssel wie aus den Hauptstädten. Wenn das ungezogene Volk nicht mitziehen will, braucht es verbindliche "Empfehlungen" aus Brüssel von einem gewissen Herrn Rompuy, den kein Mensch gewählt hat. Und der macht auch natürlich die allerbeste Politik für alle, gell? Pensionsantrittsalter wird natürlich an die durchschnittliche Lebenserwartung (die zwischen den sozialen Schichten ziemlich stark differiert) gekoppelt, nicht etwa an die Produktivität...man möchte ja meinen, wenn weniger mehr produzieren, ist mehr für alle da. Nicht so in EU Europa.

Träum weiter Van Rompuy

Ein Video zum Thema "Krisen sind das Ziel der Eliten"

http://youtu.be/5qqGisr9m0w


1 0

EUdssR neu!

Merke: Zwang ist dann gut, wenn er zum Vorteil der Eliteneurokraten ist ansonsten ist Zwang gaaaanz schlimm!


Gast: trust 12
24.06.2012 16:48
14 2

Die EU ist

ein menschenverachtendes Umverteilungssystem von fleißig zu reich.
wir geraten in eine neue Diktatur.
die Politiker der Nationalstaaten verraten ohne Bedenken ihre Bürger.


Die ganzen Bürger leben im EU-Zwang und können nicht fliehen!

Was ist der Unterschied ob ein Bürger im Gefängnis sitzt oder in der Freiheit lebt?

Im Gefängnis bezahlt man nichts für den Treibstoff. Ansonsten wird der Bürger wie ein Schwerverbrecher überwacht, ausgebeutet, bevormundet und ist unter Zwang den Politischen Diktatoren schutzlos ausgeliefert!

Gast: nano 2
24.06.2012 16:32
4 0

Danke

Frau Fekter für das gute Geschäft mit den Griechen

Gast: gast1984
24.06.2012 16:21
4 1

Der möchtegern Diktator spricht...


Stoppt den europäischen Menschenversuch!


Gast: Fekter Fan
24.06.2012 15:56
2 1

Das große Geschäft

Wir leihen auf unbestimmte Zeit den Griechen unsere Finanzministerin, die macht aus allem ein großes Geschäft

Antworten Gast: Vogel Strauss
24.06.2012 16:33
3 0

Re: Das große Geschäft

Ich wäre dafür, die ganze Regierung für - sagen wir - zwei Jahre an GR auszuleihen ...


Re: so right ...


Sehr gut, wie Strache!

Die haben es immer schon gesagt!

Aber die unheilige rotschwarzgrüne Allianz versucht noch immer, einen toten Hund wiederzubeleben!

Was haben sie davon???


Gast: Hans Berger
24.06.2012 14:48
7 2

Was für ein Sieg der sozialistischen Internationale - Umverteilung!

.

Wir, die "Reichen" (Österreich, Deutschland, Holland,...) dürfen für die "Armen" bezahlen. Das Sparpaket der Regierung Faymann mit Pensionskürzungen und Steuererhöhungen für Alle ist somit eigentlich nur eine einzige "Reichensteuer". Denn jeder Österreicher ist ja reich und jeder Grieche ist arm. Auch wenn er tausende Millionen Euro ins Ausland bringt: der Grieche muss unterstützt werden.

Das nennt man "soziale Wärme" und das ist voll ganz total gut für Alle!

Also liebe Landsleute, stellt euch schon mal auf Pension mit 70 ein, damit die armen Griechen auch weiterhin mit 56 in Pension gehen können. Und für längst tote Angehörige die Pension kassieren. Usw. usw.

Und Frankreich wird unter dem Kommunisten Hollande (PensionsalterSENKUNG!) zum nächsten Sozialfall der EU.

Jetzt erleben Faymann und Co-Kasperl das Gefühl, reich zu sein und etwas Weggenommen zu bekommen müssen.

Hoch die internationale Solidarität, gell?

Gast: ROTFRONT
24.06.2012 14:21
1 1

Den Kschperl nimmt doch keiner enst.


Gast: anderswo
24.06.2012 13:51
2 1


Re: Panik auf der Titanic?

Ich nehme an, die Griechen wollen die Kredite nicht mehr zurückzahlen. Also ist es ihnen auch egal, vielleicht sogar unangenehm, ob sie Hilfszahlungen bekommen, die sowieso nur Durchlaufposten sind.

Gast: Bürger01
24.06.2012 13:30
7 0

Der Preis der zu tode regulierten EU

sind ausgetrocknete Kapitalmärkte . Viele EU-Mitgliedsländer leiden unter den 2% Inflation , einer sinnlosen Subventionierungspolitik und einer besserwisserischen Beamtenwirtschaft ......
Es wird Zeit , diese Macht den EU-Politikern zu nehmen !

Gast: gasti
24.06.2012 12:52
14 2

ich finde leute wie den v.r. toll

es sollte mehr von ihnen geben und sie sollten öfters ihre sprüche loslassen, damit wir schneller mit der eudssr abschließen können und zurück zur demokratie und souveränität gelangen

Gast: weldi
24.06.2012 12:50
6 2

Van Rompuy sehe ich gelassen...

Er gibt jedes halbe Jahr zum Wechsel des EU-Vorsitzes ein knappes Kommentar ab, dann wird er wieder von den Mitgliedsstaaten ruhig gestellt!

Wortbruch, Lügen und Volksverdummung

so weit sind wir schon. Aber was wird noch alles auf uns zukommen? Hier die Analyse eines wahren Experten:http://www.rottmeyer.de/prof-hankel-wortbruch-lugen-und-volksverdummung/

Re: Wortbruch, Lügen und Volksverdummung

http://www.youtube.com/watch?v=fyjKvx4eRjs

Sehr informatives Interview!

Gast: E.T.
24.06.2012 12:28
9 0

Warum schlagen wir immer nur die Griechen

Für mich ist es unverständlich, warum wir Griechenland als Sündenbock für ein komplett inhomogenes und absurdes EU- und Euro-Projekt verwenden.

Griechenland ist ein schönen Land mit freundlichen Menschen, aber auch ein Land des Südens und einer anderen Einstellung zu Arbeit und Wirtschaft überhaupt eine andere Art zu Leben und das haben alle gewusst.

Wenn wir nicht sehen wollen, dass Europa ein Fleckerlteppich aus vielen Völkern, vielen Eigenarten, vielen Sprachen, komplett unterschiedlichen Lebenszielen, ist, dann ist uns allen wirklich nicht zu helfen.

Aus meiner Sicht sollten wir beide Verträge auflösen und von vorne beginnen. Ein Europa, ein Staatenbund der europäischen Länder, wäre aus meiner Sicht erfolgsversprechender, als alles war wir derzeit haben. Der Euro war aus meines Verständnisses nach ebenfalls von vornherein zum Scheitern verurteilt. Entweder wieder nationale Währungen oder eben nur Länder mit ähnlichen Zielen und Voraussetzungen zusammengefasst in einer Währung.

Natürlich verlieren damit vor allem die Superreichen - in Griechenland etwa alle die jetzt Geld ins Ausland schaffen - insgesamt aber profitiert ein Großteil der Bevölkerung dadurch.

Selbstverständlich ist auch ein diktatorischer Staat mit zentralistischer Regierung ein Lösung - wohin das aber im Endeffekt führt - zeigte uns DDR sehr anschaulich - ich jedenfalls würde das erste Modell dem Superstaat vorziehen.

Re: Warum schlagen wir immer nur die Griechen

Tja wissen Sie, Korruption als Lebensart darzustellen ist schon sehr dreist. Von mir aus können die Griechen machen was sie wollen, mit ihrem eigenen Geld.

 
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