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85 Milliarden Dollar: US-Regierung rettet AIG

17.09.2008 | 06:04 |   (DiePresse.com)

Die US-Regierung übernimmt damit 79,9 Prozent von AIG. Damit wird eine Insolvenz des Versicherungs-Giganten abgewendet.

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Die US-Regierung kommt dem angeschlagenen Versicherungsriesen AIG mit einem Kredit von bis zu 85 Milliarden Dollar (60 Milliarden Euro) zu Hilfe. Die Notenbank Fed teilte in der Nacht zum Mittwoch mit, der Rettungsplan solle ein "unkontrolliertes Versagen" des Instituts verhindern. Im Gegenzug werde Washington einen Anteil von 79,9 Prozent am Kapital von AIG übernehmen und ein Veto-Recht bei der Ausschüttung der Dividende erhalten.

In Medien war kurz zuvor eine Insolvenz von AIG noch am Mittwoch nicht mehr ausgeschlossen worden. Experten befürchteten für diesen Fall massive Auswirkungen auf die weltweiten Finanzmärkte. AIG hat fast 20 Milliarden Dollar Verluste angehäuft. Das hat die Kapitaldecke massiv angegriffen.

Der Kredit soll eine Laufzeit von zwei Jahren haben. Als Sicherheit dient das gesamte Vermögen von AIG. "Die Interessen der Steuerzahler sind durch die Kernbedingungen dieses Kredits geschützt", betonte die Fed. Das Paket sei in enger Abstimmung mit dem Finanzministerium erarbeitet worden.

Ein Konkurs des Versicherers könne die wegen der Finanzmarktkrise bereits anfälligen Märkte untergraben, erklärte die Fed. Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte, Präsident George W. Bush unterstütze den Rettungsplan. Die angekündigten Schritte würden unternommen, um die Finanzmärkte zu stabilisieren und den Schaden für die Wirtschaft zu begrenzen, sagte Fratto. Auch Finanzminister Henry Paulson erklärte, er stehe hinter dem Megakredit.

An den Märkten wurde die Rettungsaktion mit Erleichterung aufgenommen. "Gott sei Dank", rief Dan Fuss von Loomis Sayles. "AIG ist mit so vielen Menschen verbunden und berührt so viele Firmen in der ganzen Welt." In Japan stieg der Nikkei-Index im Verlauf um 2,2 Prozent. Auch hier hatten Händler vor den katastrophalen Folgen eines Kollapses gewarnt. Am Dienstag war der AIG-Aktienkurs um 45 Prozent auf 2,70 Dollar eingebrochen. Vor Jahresfrist kosteten die Papiere noch rund 70 Dollar.

Gewährsleute hatten zuvor gesagt, Banker und Regierungsvertreter seien zu dem Schluss gekommen, dass AIG am besten mit einer Geldspritze aus Washington vor der Pleite bewahrt werden könne. Investoren befürchteten, dass ein Konkurs des Versicherers weitreichendere Folgen für das US-Finanzsystem bedeutet hätte als der Zusammenbruch der Investmentfirma Lehman Brothers Anfang der Woche.

Finanzminister Paulson und Notenbankchef Ben Bernanke kamen am Dienstag mit Mitgliedern des Kongresses zusammen, um sie über mögliche Maßnahmen zugunsten von AIG zu informieren. Der Konzern war von den drei wichtigsten Ratingagenturen am Montagabend herabgestuft worden.

Wie viele andere Versicherer leidet AIG unter der Verschlechterung der Kreditbedingungen im Zuge der Hypothekenkrise. Sorge bereitet Anlegern vor allem, dass die riskanten sogenannten "strukturierten" Finanzmarktprodukte, die AIG versichert hat, sich immer mehr als faul herausstellen könnten.

 

(APA)

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12 Kommentare

Vom langfristigen anlegen und anderen Maerchen

ich bin seit 15 jahren bei einem u.s. hedgefond, und wir haben im research a paar ech helle koepfe, sonst waren wir vermutlich laengst pleite.

und die leute sagen das entgegen dem ganzen quatsch den man im boersenblatt, WSJ und sonstwo hoert, folgendes: ja laenger man in den maerkten ist, desto groesser der risk of ruin. weil dann die wahrscheinlichkeit das vollkommen unerwartete ereignise eintreten wie jetzt.

wenn naehmlich immer wieder bhauptet wird das langfristig aktien die beste rendite abwirkt wird natuerlich nie erwaehnt das diesen statistiken ein survivor bias zugrunde liegt. das hesst, es werden keine aktien hergenommen die komplett wertlos geworden sind.

ja, uns ist voll klar das auch wir jederzeit untergehen koennen aber wie fuer kleininvestoren kann sowas schon existenzbedrohend sein. alle politiker die dieses schlamassel durch zudruecken beider augen ermoeglicht haben gehoert vor ein gericht. wird natuerlich niemals passieren...

Antworten Gast: N:N
17.09.2008 16:12
0 0

Re: Vom langfristigen anlegen und anderen Maerchen

Ach geh - Ich kanns echt nimmer hören. Die Politiker die uns den Schlamassel eingebrockt haben...blablabal.

Lassen Sie sich ein für allemal sagen: Wenn Sie Ihr Geld in Unternehmen investieren die weniger Wert sind als Sie bezahlen sind Sie - und nur Sie - daran schuld. Wenn Sie in ein Unternehmen investieren das pleite macht, sind Sie und nur Sie daran schuld.

Re: Re: Vom langfristigen anlegen und anderen Maerchen

ich meinte die sub prime krise die sich jetzt auf banken und aktien etc auswirkt. da sind sehr wohl die politiker drann schuld denn wenn halbstaatiliche banken wie in der brd in usa milliarden versenken ist sehr wohl die frage nach politischer verantwortung gegeben.


Gast: Wieso
17.09.2008 13:45
0 0

US-Regierung rettet...

US sind schon lange pleite... FED kann nur mehr Dollar drücken

Gast: pour le merite
17.09.2008 12:44
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Verstaatlichung als

Na, bravo!
In Österreich haben wir die VOEST und andere Staatsbetriebe gerettet, in dem wir sie zerschlugen und dann privatisierten.

Und die Amis machen¿s jetzt andersrum.

Steht uns jetzt gar eine UdSSA (Union der sozialistischen Staaten Amerikas) ins Haus?


Re: Verstaatlichung als

... sie haben recht, es ist tatsaechlich ein schleichender sozialismus, passt aber eher in die kategorie 'one world oder'.... was das bedeutet koennen sie ja googeln...


Gast: Draufzahler
17.09.2008 12:10
0 0

Wort gehalten

Wie aus dem ÖVP-Schulbuch:
Gewinne privatisieren, Verluste verstaatlichen.
Wir subventionieren den Spaß über die EZB eifrig mit.
Danke für die Einführunge der staatssubventionierten "Zukunftsvorsorege". Minus 25% alleine im heurigen Jahr zeigen die Kompetenz in Sachen Pensionssicherung.
Diese Leute gehören mit nassen Fetzen vertrieben.
Gez.: Ein Steuerzahler.

Antworten Gast: Genosse
17.09.2008 13:27
0 0

Re: Wort gehalten

Na roter Draufzahler, Du solltest die rote Brille abnehmen, denn zwischen rot und schwarz besteht kein Unterschied. Diese Scheingefechte werden nur für den Pöbel veranstaltet, aber wenn es ums Eingemachte geht, nämlich ums Geld, wissen beide was sie zu tun haben. Oder hamma schon die BAWAG vergessen? Dort waren die Schwarzen ja nur am Rande (als Geldkofferträger) involviert. Dort wurden ebenfalls die Gewine privatisiert und die Schulden verstaatlicht. Die Profiteure kamen auch dort aus der gleichen Ecke.....

Antworten Antworten Gast: $$$$$
17.09.2008 14:54
0 0

... aus der gleichen Ecke ...


Der SPIEGEL berichtet, dass eine deutsche staatliche Bank noch schnell vor Ladenschluss 300 Millionen an Lehmann und Coh. als Darlehen rübergeschoben haben soll. Leider gibt man keine Fotos der Verantwortlichen im Profil ...

Ja, ja, der US-Kapitalismus weiß, wie man die ganze Welt in den wirtschaftlichen Abgrund reißen kann. Wie schon des öfteren in der Vergangenheit gezeigt. Auch da haben die Weltwirtschaftskrisen in den USA ihren Ausgang genommen.

Nicht nur die vielen US-Staaten wurden in den Abgrund gerissen, sondern gleich fast die "ganze" Welt. Und auch die nächste Weltwirtschaftskrise wird wieder in den USA ihren Ausgang nehmen. Garantiert! Und das trotz jahrzehntelanger größter Ressourcenverschwendung, trotz jahrzehntelanger größter Umweltverschmutzung, trotz jahrzehntelanger größter Ausbeutung von Entwicklungsländern, trotz jahrzehntelanger rücksichtslosester Kriegs- und Umsturzpolitik in der ganzen Welt zur Machterhaltung und -verbreitung und trotz rücksichtslosester Wirtschafts- und Währungspolitik durch die USA. "Die USA exportieren ihre wirtschaftlichen Probleme", meinen ja richtigerweise viele Wirtschaftsfachleute.

Antworten Gast: IC
17.09.2008 11:17
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In welchen Abrgrund?

Uns gehts doch gut!

Gast: $$$$$$
17.09.2008 09:09
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LOL - Die US-Clowns im freiesten Land der Welt!


Die Gangster können nicht einmal die Krankenversorgung ihrer Staatsbürger garantieren, aber fürs weltweite Kriegführen und zum Auffangen von Börsenspekulanten ist immer Geld da.

Novo ordo seclorum!