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FBI ermittelt gegen 26 US-Finanzinstitute

24.09.2008 | 06:09 |   (DiePresse.com)

Im Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise hat das FBI gegen vier weitere Giganten Ermittlungen aufgenommen. Warren Buffet beteiligt sich mit fünf Milliarden Dollar an Goldman Sachs.

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Die US-Bundespolizei FBI hat im Zusammenhang mit der verheerenden Finanzmarktkrise Ermittlungen gegen vier bedeutende Finanzinstitutionen aufgenommen. Gegen die Hypothekengiganten

  1. Fannie Mae und
  2. Freddie Mac,
  3. die Investmentbank Lehman Brothers sowie
  4. die Versicherungsgruppe AIG

seien Ermittlungen wegen Betrugsverdachts eingeleitet worden, erklärten zwei ranghohe Beamte am Dienstag der Nachrichtenagentur AP.

Ermittlungen gegen 26 Institute

Mittlerweile ermittelt das FBI gegen 26 US-Finanzinstitute, wie die "Financial Times Deutschland" berichtet. Untersucht werden Bilanzbetrug, falsche Wertangaben und Insiderhandel.

Vier Giganten führten zum Rettungspaket

Die Schieflage der vier Finanzgiganten war mit Auslöser für das von der Regierung vorgeschlagene Rettungspaket für die Finanzmärkte, das US-Steuerzahler bis zu 700 Milliarden Dollar (475 Mrd. Euro) kosten könnte. Die Beamten, die nicht namentlich genannt werden wollten, erklärten, die Ermittlungen befänden sich im Anfangsstadium und würden sich auf die Unternehmen und deren Führungsebene beziehen.

Buffet kauft fünf Milliarden an Goldman

Der US-Investor Warren Buffett kauft für fünf Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro) Anteile an der bisherigen US-Investmentbank Goldman Sachs. Zudem behalte sich Buffetts Holding Berkshire Hathaway die Option vor, innerhalb der kommenden fünf Jahre weitere Aktien im Wert von fünf Milliarden Dollar zu erwerben, teilte Goldman Sachs am Dienstagabend (Ortszeit) in New York mit.

Weitere 2,5 Milliarden vom Markt

Weitere 2,5 Milliarden Dollar will das Finanzhaus über die Ausgabe von Stammaktien in die Kasse holen. Damit hat sich Goldman Sachs wegen ihrer Probleme durch die Finanzkrise eine Kapitalspritze von insgesamt 7,5 Milliarden Dollar (5,1 Mrd. Euro) verschafft. Goldman Sachs hatte vor wenigen Tagen ebenso wie die andere letzte große US-Investmentbank Morgan Stanley ihre Umwandlung in eine normale Geschäftsbank verkündet.

Goldman Sachs musste im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Gewinneinbruch um rund 70 Prozent hinnehmen. Aber immerhin schrieb die ehemalige Investmentbank noch fast 600 Millionen Euro Gewinn.

Nächste Feldspritze aus Japan

Angesichts der andauernden US-Bankenkrise hat die japanische Zentralbank zur Stabilisierung der Märkte am sechsten Tag in Folge eingegriffen. Die Bank of Japan pumpte am Mittwoch erneut 1,5 Billionen Yen, umgerechnet 9,6 Milliarden Euro, in den Geldmarkt. Bereits an den vorangegangenen Handelstagen hatte die Notenbank dem Markt in mehreren Schritten Milliarden zugeführt. Neben den normalen Haupttendern schrieb vor allem die EZB fast im Tagesabstand zu Schnelltendern auf.

Wie die Zentralbank Geld ausgibt
Die Zentralbank steuert die Menge des Geldes in einer Region (z.B. Europa) hauptsächlich über "Refinanzierungsgeschäfte". Dazu dient ein Zinstender nach amerikanischem Verfahren: Die Zentralbank gibt einen Mindestzinssatz und die gesamte Kreditmenge vor. Banken geben ihre Gebote ab, wie viel Geld sie brauchen und nennen auch einen Zinssatz, den sie bereit sind zu zahlen. Die Zuteilung der Kredite: Gebote mit dem höchsten Zinssatz werden voll bedient. Dann die zweithöchsten usw. Gebote nahe dem Mindestzinssatz werden nur noch anteilig berücksichtigt: Auf sie wird nur mehr das Volumen verteilt, dass nach den höchsten Geboten übrig ist.

 

(APA/Red.)

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11 Kommentare
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Das Bush-Cheney-Rumsfield Trio

Aus dem Fiasko werden sich die Leute mit Parolen zurueckziehen.
Tatsache ist, dass dieses Trio und Ihre Goenner die ganze Welt, nicht nur die USA an der Nase herumgefuehrt hat, mit Ihren Erfindungen des "Kampf gegen Terror" konnten sie die dummen Amerikaner ueberzeugen, wie notwendig es war, Trilliarden von Dollars in die Waffenindustrie zu stecken.
Dass sie alle dabei mitverdienen, muss jedem Idioten klar sein, genauso wie hierzulande viele Politiker von EADS beim Kauf von den Fighterplanes mitverdienten.
Es ist ein unbeschriebenes Blatt dass es bei oeffentlichen Auftraegen zu 'Kickbacks' Anm.: Kommissionen kommt, die Hoehe dieser Kickbacks von Anfang bestimmt wird.
Die fuehrenden Parteibonzen verdienen am meisten, und das bezieht sich auf Schuessel, Strasser und Co.
Wenn jemand behauptet dass er oder sie nichts von Kommissionen weiss, dann luegt er oder sie ganz gewaltig.
Die Steuerzahler werden geschroepft, dass Geld an x-Leute verteilt, und in Millionenhoehe.

NeroRosso
24.09.2008 17:09
0 0

Viel einfacher wäre es gegen die Cheneys, Rumsfeld und Bush

zu ermitteln ............

Peregrin
24.09.2008 12:22
0 0

FBI ermittelt

Sehr schön. Wie weit sind eigentlich die Ermittlungen unserer Staatsanwaltschaft gegen den Meinl gediehen?

Antworten Gast: Reindl
24.09.2008 15:58
0 0

Meinl, fällt unter Bagatelle, sowas wird nicht behandelt


Nobodaddy
24.09.2008 12:06
0 0

"Geld in den Markt pumpen" - Zahlen wir jetzt alle?

Kann mir jemand sagen, ob ich das jetzt falsch interpretiere:

1.) Weltweit wird "frisches" Geld in den Markt gepumpt
2.) Mehr Geld heißt, dass jeder Euro (oder Dollar oder etc..) für sich weniger wert ist.
3.) Dadurch werden die Schulden der Banken auch weniger wert, also geringer - dies hilft den Banken.
4.) Natürlich werden auch meine lausigen Netsch weniger Wert - das hilft mir nicht.

Konklusio: Die Banken weltweit werden mit meinem Geld gestützt!

Ist das in sich schlüssig, oder ist mir was entgangen?


dihaus
24.09.2008 13:12
0 0

Nationalbanken

drucken Geld. Das verleihen sie dann gegen Zinsen an die Banken. Die Banken zahlen dann diese Kredite wieder zurueck....oder auch nicht, dann wird ein alter Kredit mit einem neuen zurueckbezahlt.

Paco
24.09.2008 13:09
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Re:

>>Ist das in sich schlüssig, oder ist mir was entgangen?<<

Tja, ich würde sagen, schon, und zwar die Aktiva einer Bank, die in der Regel höher als die Schulden (Passiva) sind, je nach Mindest-Eigenkapitalterfordernis (BIZ: 8%).

Also, Inflation ist bei Banken, da sich Passiva (hauptsächlich Spareinlagen) und Aktiva (hauptsächlich Ausleihungen) ungefähr die Waage halten (1,00:1,10), eine vernachlässigbare Größe ...

phuter
24.09.2008 08:38
0 0

Wie heisst der gute alte Spruch?

Man braucht bei weitem mehr kriminelle Energie eine Bank zu gründen, als eine zu überfallen. Oh wie wahr!

Lepanto
24.09.2008 07:40
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LOL - Sieht gar nicht gut aus!


Das, was wir erfahren, ist natürlich nur die Spitze des Eisberges, weil die Amis sonst ihr Geld von den Konten abziehen würden.

Betrugsverdacht gegen vier Institutionen ist lustig: das ganze US-System ist fraudulös!

Paco
24.09.2008 13:15
0 0

Re: LOL - Sieht gar nicht gut aus!

>>weil die Amis sonst ihr Geld von den Konten abziehen würden.<<

Die Gringos sparen nicht (schon seit Jahren negative Sparquote), daher auch kein Bankrun ;-)

Antworten Gast: Alpinsepp
24.09.2008 08:14
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Re: LOL - Sieht gar nicht gut aus!

Sie meinen damit nícht freudlos? Jaja jeder hats gewußt, zumindest geahnt aber der (amerik.) Staat hat sie werken lassen. Der Außdruck Casinokapitalismus kommt nicht von ungefähr. Dort wo gespielt wird, wird natürlich zuallererst falschgespielt. Nachdem man sah wie gut es lief hat man den ursprünglich nach kaufmännischen Regeln abgewickelten Aktien(derivaten)handel Zug um Zug in die Spielerecke gedrängt und mit Pseudofachausdrücken getarnt. Wie bei echten Kartenspielen eben. Schaut man das erste mal einem unbekannten Kartenspiel zu hat man auch meist erfürchtige Begeisterung.
Eine abgekartete Sache. -- Es gibt nur eines -- Einlochen (nicht am Golfplatz) bis sie verfaulen.

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