03.07.2009 23:34 | Meine Presse Merkliste0

Weitere 15 Mrd. Euro für Hypo Real Estate, Aktie bricht weiter ein

06.10.2008 | 12:31 |   (DiePresse.com)

Die Auffanghilfe für den pleitegefährdeten Immobilien-Finanzierer Hypo Real Estate wurde um weitere 15 Milliarden Euro aufgestockt. Die Aktie befindet sich dennoch im freien Fall.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wegen der weiteren Zuspitzung der Finanzkrise stellte die deutsche Bundesregierung am Sonntag überraschend eine Komplettgarantie für private Spareinlagen in Aussicht, um die Bürger zu beruhigen. In der Nacht auf Montag einigten sich in Berlin Regierung, Aufsicht und Finanzwirtschaft nach zähem Ringen auf ein neues Rettungspaket für den pleitegefährdeten Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE). Die Banken stockten ihre Kreditilinie um 15 Mrd. Euro auf, wie das deutsche Finanzministerium mitteilte. Dennoch fielen die Aktien heute um bis zu 30 Prozent..

Die Lösung ist da und "gut", wie die Aufsicht befindet. "Wir sind für die Unterstützung aller Parteien sehr dankbar", sagte der HRE-Vorstandsvorsitzende Georg Funke. Die gefundene Lösung stelle sicher, dass die Hypo Real Estate Group stabilisiert werde, auch bei andauernder Finanzkrise über ausreichende Liquidität verfüge und weiterarbeiten könne. Ein erstes HRE-Rettungspaket im Umfang von 35 Mrd. Euro war am Samstag überraschend gescheitert - offenbar weil der Finanzbedarf erheblich höher ist als gedacht.

Der vom deutschen Bund zur Verfügung gestellte Bürgschaftsrahmen von bis zu 35 Mrd. Euro bleibe unverändert, hieß es weiter. Bis zu einer Gesamthöhe von 14 Mrd. Euro trage der Finanzsektor 60 Prozent und der Bund 40 Prozent der möglichen finanziellen Belastungen, die sich aus einer Inanspruchnahme der Garantie ergeben könnten. "Mit dieser gemeinschaftlich gefundenen Lösung wird das Institut stabilisiert und damit der Finanzplatz Deutschland in schwierigen Zeiten gestärkt", erklärte das Ministerium.

Komplettschutz für alle Spareinlagen


Kanzlerin Angela Merkel stellte erstmals einen Komplettschutz für alle Spareinlagen der Bürger in Aussicht. Dabei geht es nach Angaben des Finanzministeriums um 568 Mrd. Euro in Spar- und Termineinlagen und auf Girokonten, die der Staat garantiert. "Wir werden nicht zulassen, dass die Schieflage eines Finanzinstituts zu einer Schieflage des gesamten Systems wird." Kein Sparer in Deutschland müsse sich um seine Bankeinlagen sorgen. Dafür stehe die Bundesregierung ein.

Steinbrück sagte, dass die Staatsgarantie für Spareinlagen nicht für Finanzinstitutionen, Zertifikate oder Investmentfonds gelte, sondern nur für Giro- und Sparkonten. Hier brauche niemand die Befürchtung zu haben, "dass das Geld futsch ist". Vor allem solle verhindert werden, dass die Bürger zur Bank liefen und ihr Geld abhöben. Die Zusage der kompletten Einlagensicherung sei als "Signal" zu verstehen. 

Großaktionär Flowers bleibt treu

Der Großaktionär der Hypo Real Estate, die Investorengruppe um J.C. Flowers, hält trotz der dramatischen Entwicklung um das Unternehmen an seiner Beteiligung fest. Die Investorengruppe werde ihren Anteil von 24,9 Prozent weiterhin nicht verkaufen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa am Montag aus Finanzkreisen.

Flowers war im Frühjahr für mehr als eine Milliarde Euro bei dem DAX-Konzern eingestiegen.

(APA/Red.)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

3 Kommentare
Paco
06.10.2008 13:07

Toll, ...

... vor ca. einem Jahr kaufte die HRE die Depfa-Bank um ca. 5,7 Mrd Euro, heute sind beide zusammen keine 1,5 Mrd. Euro mehr wert!

Und die SPÖ-Anteilsverwaltung-Zentralsparkasse mitten im Getümmel ...

http://aktien.onvista.de/kennzahlen/technisch.html?ID_OSI=8821233

[...] Marktkap.: 1.585,24 Mio EUR Streubesitz: 26,95% Geschäftsjahresende: 31.12. HV-Termin: 27.05.2008 [...]

http://www.faz.net/s/RubF3F7C1F630AE4F8D8326AC2A80BDBBDE/Doc~EC07554B69ABA4F17B638FABD5CDFA426~ATpl~Ecommon~Scontent.html

[...] Der HRE-Vorstand rechnet damit, daß die Deutsche Börse im März 2004 die Aufnahme der Bank in den Nebenwerteindex M-Dax beschließt. "Wir gehen davon aus, daß wir die Voraussetzungen erfüllen", meinte Fell. Die Bank ist vollständig in Streubesitz, nachdem auch der zweite Großaktionär Anteilsverwaltung Zentralsparkasse (AV-Z) seinen Anteil unter 5 Prozent gesenkt hat.[...]

Antworten Gast: FH
06.10.2008 15:58

Re: Toll, ...

Anscheinend hat die Depfa die Probleme verursacht. Besser wäre es wohl gewesen , die Kaufsumme von 5,6 Mrd. abzuschreiben und diese anscheined irisch/deutsche Gesellschaft in die Insolvenz zu schicken, anstatt nun das Ganze zu gefährden. Da geht es anscheined weniger um den Schutz von Hypothekarschuldnern als die Riskenabdeckung der FlowersGroup oder anderer Investoren.

Philosophin
06.10.2008 08:49

Jetzt garantieren die Ärmsten ohne Konto die Konti der Reichsten?

Mann da muß man sich zerstückeln!

Schlagzeilen Wirtschaft

  • Fall Madoff: Neue Spuren führen nach Wien
    Im „Fall Madoff“ gibt es schwere Vorwürfe gegen Sonja Kohn, Gründerin der Wiener Bank Medici. Dabei geht es um umstrittene Geldflüsse von rund 40 Mio. Dollar (28,4 Mio. Euro).
    Ohne Job: Generation Krise
    Der Einstieg ins Berufleben wird schwieriger. Die Jugendarbeitslosigkeit steigt daher deutlich stärker als die allgemeine Arbeitslosenquote. Firmen nehmen lieber freigesetzte Mitarbeiter als Neueinsteiger.
    Verteilungskonflikt: "Wir brauchen Aufstand der Jungen"
    Keine Pension, kein Job und keine Kinder. Droht ein Kampf der Generationen? „Die Verteilungskonflikte zwischen Alt und Jung werden zunehmen“, meint Experte Wolfgang Gründinger.
  • AUA: Streik liegt in der Luft
    Wegen des geplanten Stellenabbaus bei der AUA-Tochter könnte es zu Streiks kommen. Betriebsrat Junghans meint aber, dass man gegen die Kündigungen nicht viel tun könne. Sie sollen nur "sozial verträglich" sein.
    SPÖ: An der Peripherie der Macht
    Jetzt hat es die SPÖ quasi amtlich: Die Partei hat massiv an Macht und Einfluss in der Wirtschaft eingebüßt. In einem Ranking der hundert einflussreichsten Österreicher findet sich nur eine Handvoll SPÖler.
    Skylink: Rechnungshof macht Druck
    Die Oppositionsparteien fordern eine Untersuchung des Finanzdebakels. Derzeit kann der RH ein Unternehmen nur prüfen, wenn die öffentliche Hand mindestens 50 Prozent der Anteile hält.
  • Kroatien/Slowenien: Polemisch um Gäste buhlen
    Slowenien macht Kroatien die Urlauber aus Serbien abspenstig – mit einer Kampagne voller Spott und Ressentiments.
    Bau: Strabag: Zukunft ohne Cemex
    Kein Okay der Kartellhüter, Konzern zieht sich zurück. Cemex Austria und Cemex Hungaria betreiben zusammen 85 Betonmischanlagen und 38 Stein- und Kiesgruben.
    Bahn: Steuernachzahlung für ÖBB
    Die Mitarbeitertickets wurden nicht versteuert. Der heimische Fiskus verlangt nun eine Steuernachzahlung von rund 80 Mio. Euro für die letzten fünf Jahre.
  • Russland: Lenins Leuchte wird ausgedreht
    Auch Moskau verkündet ein Glühbirnenverbot. Medwedjew hat entschieden, dass ab 2011 herkömmliche Glühbirnen in Russland verboten werden.
    Telekom: Eine Milliarde fürs Glasfasernetz
    Konzern startet Pilotprojekte in Wien und Kärnten. Aktie reagiert mit Kursanstieg. Durch neue multimediale Anwendungen verdopple sich das Datenvolumen alle ein bis eineinhalb Jahre.
    Immofinanz: Staat muss Anleger entschädigen
    Eine sichere Anlage? Viele Pflegschaftsgerichte haben zugelassen, dass die Ersparnisse von Minderjährigen in Immofinanz-Aktien angelegt wurden.