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US-Banken brauchen 74,6 Milliarden Dollar mehr

08.05.2009 | 08:16 |   (DiePresse.com)

Der "Stress-Test" der Regierung ergab, dass zehn von 19 US-Großbanken einen zusätzlichen Kapitalbedarf von insgesamt 74,6 Milliarden haben. Die meisten Beobachter nahmen die Resultate des Tests positiv auf.

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Die größten US-Banken brauchen dem staatlichen Branchen-Belastungstest zufolge deutlich geringere Finanzspritzen als zunächst befürchtet. Zehn von 19 untersuchten Instituten benötigen demnach insgesamt rund 74,6 Milliarden Dollar (56,1 Mrd Euro) zusätzlich, um ihr Risikopolster zu erhöhen. Die anderen müssen hingegen ihre Kapitaldecke nicht stärken, wie aus den am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichten Ergebnissen des "Stress-Tests" von US-Finanzministerium und Notenbank hervorgeht.

Geithner: "Ermutigend"

Finanzminister Timothy Geithner nannte die Resultate "ermutigend". Experten hatte mit einem Kapitalbedarf zwischen 100 und 200 Milliarden Dollar gerechnet.

Die umfangreichste Finanzspritze benötigt der Untersuchung zufolge der Branchenriese Bank of America mit rund 33,9 Milliarden Dollar, gefolgt von der Großbank Wells Fargo mit 13,7 Milliarden Dollar. Dahinter folgen der frühere Finanzierungsarm des US-Autobauers General Motors, GMAC, (11,5 Mrd Dollar) und Citigroup (5,5 Mrd Dollar).

Wells Fargo kündigte derweil eine Kapitalerhöhung um sechs Milliarden Dollar durch die Ausgabe neuer Aktien an. Morgan Stanley will sich fünf Milliarden Dollar am Markt besorgen.

Banken mit zu wenig Kapital haben nun sechs Monate Zeit, um sich am Markt oder vom Staat frisches Geld zu beschaffen. Entsprechende Pläne sollen die Finanzinstitute bereits bis zum 8. Juni vorlegen. Möglich ist aber auch der Verkauf von Unternehmensteilen oder die Stärkung der Kapitalbasis durch eine Umwandlung von Vorzugs- in Stammaktien, wie dies beispielsweise Citigroup nach Medienberichten bereits mit dem Finanzministerium vereinbart hat. Die untersuchten Banken haben alle eine Bilanzsumme von über 100 Milliarden Dollar.

Stresstest gegen "Wolke der Unsicherheit"

Finanzminister Geithner zeigte sich zuversichtlich, dass die Untersuchung die Fähigkeit der Banken stärkt, den Kreditfluss zu erhöhen. Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse "sollten Banken in die Lage versetzt werden, wieder ins Bankgeschäft zurückzukehren". Auch werde es einfacher für Investoren, jeweilige Risiken abzuschätzen und zwischen den Banken zu differenzieren. "Der Stress- Test wird dabei helfen, die Wolke der Unsicherheit, die über dem Bankensystem hängt, durch ein beispielloses Niveau von Transparenz und Klarheit zu ersetzen", sagte der Minister weiter.

"Die heute veröffentlichten Ergebnisse sollten Investoren und der Öffentlichkeit ein beträchtliches Maß Ermutigung geben", sagte Notenbankchef Ben Bernanke. Viele Banken hätten bereits Schritte unternommen, um ihre Kapitalpuffer zu stärken. Zugleich stehe aber auch das Finanzministerium bereit, zusätzliches Kapital zur Verfügung zu stellen, wo immer es gebraucht werde.

Bei dem Stress-Test wurden die Geldinstitute in Rechenmodellen verschiedenen wirtschaftlichen Szenarien ausgesetzt, die laut Kritikern allerdings nicht harsch genug ausfielen. "Die Ergebnisse sind weniger akut als mancher erwartet hat", sagte Geithner. Grund sei zum Teil, dass die Sorgen über das Risiko einer schlimmeren Rezession geringer geworden seien, die Lage an den Märkten sich gebessert habe und die Banken, in Erwartung der Testergebnisse, in den vergangenen Monaten bereits ihr Kapital aufgestockt hätten.

Der Finanzexperte Douglas Elliott vom renommierten Brookings Institut nannte einen Kapitalbedarf unterhalb der von ihm angenommenen 100 bis 200 Milliarden Dollar "eine gute Nachricht". Man dürfe dies aber nicht überinterpretieren, da die Prüfer bei der Untersuchung "ein hohes Maß an subjektiven Bewertungen über künftige Kreditverluste und Profitabilität" hätten einfließen lassen.

Rückzahlung

Nach der Veröffentlichung der Stress-Tests hat eine große Zahl der Geldinstitute eine rasche Rückzahlung der staatlichen Hilfsgelder angekündigt.

Goldmann Sachs und Morgan Stanley, die den Test bestanden haben und demzufolge selbst bei einer weiteren Verschlechterung der Krise kein zusätzliches Kapital benötigen, um überleben zu können, haben vom Banken-Rettungsfonds je zehn Milliarden Dollar erhalten. Auch die Citigroup, bei der ein Kapitalbedarf von 5,5 Milliarden Dollar testiert wurde, kündigte eine Rückzahlung der 45-Milliarden-Hilfe so bald wie möglich an.

Nach Angaben der Regierung müssen die Banken allerdings Bedingungen erfüllen, bevor sie mit der Rückzahlung der Staatshilfen beginnen können. So müssen sie nachweisen, dass sie genügend Eigenkapital haben, sich neues Kapital durch die Ausgabe von Aktien besorgen und langlaufende Anleihen ohne staatliche Garantien am Markt platzieren können.

Finanzminister Timothy Geithner hatte am Donnerstag erklärt, die Regierung erwarte, dass die unterstützten Banken "mehr als die 25 Milliarden Dollar zurückzahlen, mit denen wir ursprünglich gerechnet haben".

(APA)

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16 Kommentare
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staatlich geförderte Verbrechen

die US-Administration hat bisher 350 Milliarden Dollar in die Finanzkrise investiert (= Papier bedruckt, zu dem es keinen realen Gegenwert gibt). Jetzt kommen also noch 74,6 Milliarden Dollar dazu. Das alles dient dazu, um den wirtschaftlichen Schaden aus kriminellen Machenschaften abzudecken oder um es kurz und wie in dem Posting von Mesalina zu sagen: 1) "es passiert gerade der größte Raubzug der Geschichte" und 2) die Täter waren Manager, die für ihre Verbrechen nicht ins Gefängnis wandern, sondern in den meisten Fällen Millionenprovisionen kassiert haben. Wir bezahlen die Zeche mit unserem sauer Verdientem in Form von schleichender Geldentwertung und/oder Hyperinflation.

Gast: Mesalina
08.05.2009 11:08
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es passiert gerade der größte Raubzug der Geshichte,

vor unser aller Augen

MGLimace
08.05.2009 11:03
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Nur ein kleiner Anteil...

...der kompletten Geldmenge auf diesem Planeten wird für die Realwirtschaft benötigt...wenn ich mich richtig erinnere lediglich 3 Prozent...

Die restlichen 97 Prozent werden nur für diverse Finanztransaktionen und Spekulationen benötigt...

MGLimace

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Re: Nur ein kleiner Anteil...

die EZB arbeitet mit einem jährlichen Geldmengenwachstum von ca. 7 %. Dazu muss man aber noch die immensen Beträge an Buchgeld (z.B. aus Transaktionen mit Bankomat- und/oder Kreditkarten) rechnen. Wir betreiben in Europa ein ähnliches System wie die USA - allerdings nicht ganz so irreal und (selbst-) zerstörerisch. Das Prinzip ist aber das Gleiche.

Gast: Messalina
08.05.2009 10:58
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wieso zensiert die Presse, nur weil ich schreibe,

daß hier der größte Raubzug aller Zeiten vor unseren Augen geschieht?

Gast: Messalina
08.05.2009 10:48
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das Geld wird vom Bürger (Steuerzahler)

hin zu den Vermögenden geschaufelt vor unseren Augen und der Bürger bleibt mit leeren Taschen und vielleicht sogar ohne Obdach zurück, das ist der größte Raub aller Zeiten und er läuft ganz offen ab

Gast: Messalina
08.05.2009 10:46
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laßt die Banken endlich untergehen,

sie sind sowieso DER Untergang für ALLE

Gast: Astrowolf
08.05.2009 10:28
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Der Rattenfänger von Washington - oder: "Yes we will - PAY FOR IT ALL!!!

Jahrzehntelang sind die Geschäfte prächtig gelaufen. Banker haben in Saus & Braus gelebt, haben jeden nur erdenklichen Luxus in Anspruch genommen. Wenn kleine Schuldner ihre Raten nicht rechtzeitig bezahlen konnten, dann wurden sie eben auf die Straße gesetzt - und ihre Häuser für einen Scherzertrag verjubelt; denn "Recht muss Recht" bleiben. (Lieber 5000 $ Versteigerungserlös, als eine mehrköpfige Familie weiter leben lassen.)

Doch in den letzten Monaten läuft es nicht mehr ganz so rund - immer mehr VERBRECHEN kommen ans Tageslicht. Wir erfahren, dass etliche US-Banken mit den KUNDENSPAREINLAGEN nicht sonderlich sorgsam umgegangen sind, und deren Gelder schlicht VERUNTREUT haben.

Doch statt diese Bankster zu verurteilen & ihr gesamtes Vermögen zu beschlagnahmen, stellen diese SOGAR NOCH FORDERUNGEN.

Aber jetzt kommt es noch schlimmer: DER FINANZMINISTER (FED-ex-Chef; Kissingergünstling) selbst, der ja der Hüter der Finanzen des Volkes sein soll, rammt diesem den Dolch öffentlich in den Rücken. (Sozialisierung der Verluste.) Verrat auf höchster Ebene - und die Steuerzahler zahlen noch sein Gehalt! (Kein Wunder, sind doch sämtliche Mitarbeiter der Obama-Marionette Wallstreetagenten.)

Übrigens hat "Feeding America" dieser Tage veröffentlicht, dass ca. 3,5 Mio Kinder unter 5 Jahren in den USA hungern.

Schön, dass Privatbanken Staatsgelder erhalten, für welche das Volk die nächsten Jahrhunderte abzahlen wird dürfen.

Wann wird das Volk aktiv?

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Re: Der Rattenfänger von Washington - oder:

der ehemalige französische Premier Villepain hat es so treffend ausgedrückt wie es treffender nicht geht: "Wir leben in einem vorrevolutionären Zeitalter". Das Volk wird aktiv werden ? Im Unterschied zu bisherigen Revolutionen werden es statt dem Adel die Politiker sein, an denen sich der Volkszorn entlädt, ob in den USA oder in Afrika, vielleicht in Indien oder Pakistan. Wie bei bisherigen Revolutionen wird es zahllose Unschuldige treffen. Die Geschichte wiederholt sich eben immer wieder ...

Gast: michi
08.05.2009 10:02
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Pervers

die tatsache, dass die politik ueber die lebensfaehigkeit eines unternehmens entscheidet ist aussagekraeftig genug. ich bin in dieses land gekommen, weil es immer noch das freieste auf der welt ist, obama macht die usa zu frankreich und deutschland, die amerikaner selber sind mittlerweile ueberaus skeptisch.

Gast: pour le merite
08.05.2009 09:56
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Die usraelische Notenpresse glüht unter Vollast,

die Hyperinflation steht vor der Tür!

Vorhang auf zum letzten Akt des Dramas:

der Bankrott der Staatsfinanzen.

Inzwischen wuchs das US-Haushaltsdefizit auf 1,85 Billionen US-D und die Japaner sind bereits mit 170% ihres Bruttoinlandsproduktes verschuldet.

Weltweit gerieten die Staatsfinanzen ausser Rand und Band.

Die Aktienkurse könnten nominal noch extrem steigen, aber ohne Wertgehalt.
Im wurmstichigen Simbabwe legte der Aktienmarkt 2008 sogar so stark zu wie kein anderer Aktienmarkt der Welt. Ein hohlwangiger Blender!

Faule Kredite durchziehen wie eine Pest das Krisenuniversum; sie wirken wie Umweltgifte, die in der Nahrungskette hoch kriechen:

Die Subprime-Krise mutierte zur umfassenden Hypothekenkrise, diese zur Bankenkrise und die wiederum verursachte die Weltwirtschaftskrise.

Im Hintergrund lauert noch die Derivatenkrise, die heimtückische Massenvernichtungswaffe der Finanzmärkte.
Das sind 410 Billionen US-D, das 36,3-fache der US-Staatsverschuldung in Höhe von gegenwärtig 11,3 Billionen US-D.

Hier in Europa drohen der Hälfte der EU-Mitglieder der Staatsbankrott.

Zuvor nimmt man den EU-Klassenprimus Deutschland noch einmal kräftig zur Brust, deren Finanzminister seinen Bürgern das weiße aus den Augen pressen muß, um den sofortigen Kollaps zu verhindern.


Gast: echtnichtwahr
08.05.2009 08:49
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ich bräuchte...

...nur ein paar von den Euros oder Dollar mit denen hier herum hantiert werden, wirkt alles wie ein überdimensionales Monopolispiel... Es wird mit leichtigkeit über (rettende) Summen im 3stelligen Milliarden EURO Bereich diskutiert (in Schilling würde man diese ja nicht mehr in einer zeile unterbringen...)

an allen ecken fehlt das Steuergeld für wirkliche Notwendigkeiten, ja nicht mal den Hunger der Welt hat man bis heute beenden könne, Kriege und viele schrecklichkeiten könnte man habhaft werden, aber für die schlecht wirtschaftenden armen Bänker schaltet man mal schnell die Drucker an...

ein trauerspiel sondergleichen...

kleiner nachsatz an diejenigen Ö...,
wahnsinn das die Türkei mal nicht schuld ist
;0) schade hr. hcs

MGLimace
07.05.2009 22:53
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Bankster...

Na Gott sei Dank ist die Stimmung an der Börse jetzt wieder besser, weil der Geldbedarf der Banken doch nicht so hoch ist, wie vorher angenommen...

Wissen die Börsen-Lemminge nicht, dass das noch immer bedeutet, dass die Banken ohne Geldspritze nicht überleben können...???

Hauptsache die Börsen "erholen" sich wieder...

Wer nach den vergangenen Monaten auch nur einen Euro an der Börse investiert, dem ist nicht mehr zu helfen...

MGLimace

Antworten phuter
08.05.2009 01:33
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Das kommt darauf an...

man kann auch mit fallenden Kursen prächtig verdienen.

Antworten Gast: ECAmilgm
08.05.2009 01:21
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Re: Bankster...

Diese bösen Börsen...

Verdammt, zum Glück hab ich investiert sonst hätt ich jetzt ein minus von 80% so sind's zum Glück +200%...

Aber anscheinend ist mir nicht mehr zu helfen...

Ich kann damit leben.

Antworten Antworten Gast: gast
08.05.2009 09:20
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Re: Re: Bankster...

gemeint ist wohl dass der letzte anstieg nicht von langer dauer sein wird

ist mir auch etwas suspekt, das ganze

Mein Geld

  • Kein Plan vom eigenen Geld
    Um das Finanzwissen in Europa ist es schlecht bestellt. 93 Prozent der Österreicher wünschen sich mehr Finanzbildung in der Schule.

Hobbyökonom