Der bereits mit mehr als 180 Milliarden Dollar Staatshilfe gestützte US-Versicherer AIG hat vor neuen massiven Risiken in seinem Geschäft mit europäischen Banken gewarnt. Bei einer weiteren Talfahrt der Märkte drohten durch Wertpapiere im Umfang von fast 193 Mrd. Dollar (137,3 Mrd. Euro) zusätzliche Verluste in noch unbekannter Höhe. Konkret geht es laut "Financial Times Deutschland" um ein Portfolio an Kreditderivaten (Credit Default Swaps). Mit diesen Papieren versicherten sich Banken gegen Zahlungsausfälle.
Die Risiken könnten länger bestehen als erwartet und den Konzern zusätzlich belasten, räumte AIG am späten Montagabend (Ortszeit) in einer Pflichtmitteilung an die Börsenaufsicht SEC ein. Die Gefahren durch an Banken in Europa verkaufte Papiere stammen aus genau jenem Bereich, der AIG an den Rande des Abgrunds gebracht hatte.
Verluste hängen von Verhalten der Banken ab
Die Höhe der Verluste hängt nun vom Verhalten der europäischen Banken ab. Sie zeichneten die Papiere, um weniger Eigenkapital vorhalten zu müssen. AIG hofft nun, dass die Banken den Großteil der Verträge vor Ende der Laufzeit kündigen. Das wäre zwar mit Auszahlungen verbunden, würde aber das kritische Portfolio verkleinern. Lassen sich die Banken mit der Auflösung ihrer Positionen Zeit, steigt hingegen das Abschreibungsrisiko des US-Versicherers.
Aus Angst vor einem Kollaps mit globalen Folgen war der einst weltgrößte Versicherer vergangenes Jahr weitgehend verstaatlicht worden. Die gesamten öffentlichen Finanzhilfen summieren sich bisher auf rund 180 Mrd. Dollar.
(Ag.)


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