21.11.2009 14:57 | Meine Presse Merkliste0

Roubini: "US-Notenbank erschafft Monsterblase"

04.11.2009 | 11:56 |   (DiePresse.com)

Der Ökonom Roubini warnt davor, dass die Niedrigzins-Politik der US-Notenbank und der fallende Dollarkurs ein neues Finanzdesaster auslösen könnten. "Es wird zu einer Massenpanik kommen", so Roubini.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die US-Notenbank Fed wird den Leitzins auch nach der heutigen Zinsentscheidung bei dem historisch niedrigen Niveau von 0,0 bis 0,25 Prozent belassen. Eine Trendwende ist vorläufig nicht in Sicht - der Leitzins dürfte bis Mitte 2010 sehr niedrig bleiben. Diese extrem lockere Geldpolitik hat den Dollar zur weltweit bevorzugten Verschuldungswährung gemacht. Sogenannte "Carry Trades" mit dem US-Dollar boomen. Dabei verschulden sich Anleger im Dollar und legen ihr Geld höher rentierlich im Ausland an.

"Die Renditen seit März liegen bei 50 bis 70 Prozent. Jeder Anleger, der dieses riskante Spiel mitmacht, wirkt wie ein Genie, auch wenn er nur auf einer gewaltigen Blase reitet", sagt US-Ökonom und Untergangs-Prophet Nouriel Roubini in einem Kommentar der "Financial Times Deutschland". Weltweit würden Investoren billige US-Dollar aufnehmen und günstig bei Aktien, Unternehmensanleihen, Rohstoffen und anderen Anlageklassen einkaufen. Die Preise würden weit über das hinaus getrieben werden, was durch die wirtschaftlichen Fundamentaldaten oder die Wachstumsaussichten gerechtfertigt sei.

"Mutter aller Carry Trades"

Roubini warnt vor den fatalen Folgen dieser Politik des billigen Geldes. Er spricht von der "Mutter aller Carry Trades": "Je länger und größer die Carry-Trades werden, desto stärker wird der darauf folgende Zusammenbruch. Die Fed und andere politische Entscheider scheinen sich nicht bewusst zu sein, welch eine Monsterblase sie erschaffen".

Die leichtsinnige Politik der Fed leiste den "Carry Trades" Vorschub und zwinge auch andere Länder zu einer lockeren Geldpolitik. "Diese Politik nährt aber die weltweite Vermögensblase", sagt Roubini. Er malt schwarz: "Eines Tages wird diese Blase platzen und zum größten koordinierten Vermögenskollaps der Geschichte führen".

"Es wird zu einer Massenpanik kommen"

Experten befürchten, dass das ganze Spiel solange gut geht, bis die Fed einen Schwenk ihrer Zinspolitik in den Raum stellt. Dann würden die gehebelten Carry Trades geschlossen werden, da die Anleger ihre Dollar-Short-Positionen abdecken müssen. Eine plötzliche Aufwertung des Dollars wäre die Folge.

"Es wird zu einer Massenpanik kommen, da das Decken riskanter gehebelter Long-Positionen über alle Vermögensklassen hinweg einen koordinierten Zusammenbruch all dieser risikobehafteten Vermögenswerte auslöst", so Roubini. Er warnt vor einer Dollar-Rally zu einem Zeitpunkt, da massenhaft Leerverkaufspositionen in Dollar geschlossen werden müssen. Der Fall werde umso tiefer sein, je länger die Notenbanken ihr Politik des billigen Geldes fortsetzen. "Je länger sie blind bleiben, umso tiefer werden die Märkte fallen", sagt Roubini in der "Financial Times".

"Nicht alles, was aufpoppt ist gefährlich"

Dass Roubini nicht ganz falsch liegen kann, zeigen auch aktuelle Berichte von Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds. Sie haben laut "Handelsblatt"-Korrespondent Torsten Riecke eine Dollarschwemme in Ostasien ausgemacht und warnen ebenfalls vor “Aktien- und Immobilienblasen” von China bis nach Vietnam. So muss man in Hongkong für Luxuswohnungen bereits wieder Preise von fast 100.000 Dollar für den Quadratmeter berappen.

Riecke schreibt in seinem Blog aber auch: "Nicht alles, was im Moment aufpoppt, ist eine gefährliche Spekulationsblase. Oft korrigieren die Märkte nur ihre Untergangsszenarien aus dem Vorjahr. Aber der Zeitpunkt, genauer hinzusehen und sich Gedanken darüber zu machen, wie man neue Exzesse verhindert – dieser Zeitpunkt ist jetzt."

(phu)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

18 Kommentare
Gast: kef
04.11.2009 21:22
0 0

Man muss schon wissen wie Märkte funktionieren

Wenn alle wieder in eine Richtung rennen und sich in Dollar verschulden, so wird der Zeitpunkt kommen, wo alle diese geliehenen Dollars zurückkaufen(eindecken) müssen.

Wie es bei Lemminge so üblich ist, werden das alle zur gleichen Zeit wollen. An den Devisenmärkten außerhalb USA wird der Dollar knapp werden. Bitte FED gib uns Dollars werden alle rufen.

Die Fed wird sagen, so ihr kleinen Würmer, ihr habt es gewagt gegen mich mächte FED und meinen Dollar zu spekulieren. Jetzt bestrafe ich euch, ich zerquetsche euch. Mittels "Short Squeeze" werden Millionen Spekulanten in den Ruin getrieben werden.


Gast: alibaba
04.11.2009 19:09
0 0

$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$

die fed hat schon schlimmere tage überstanden, die weiss ganz genau was die tut.

der $$ wird wieder kommen !!! früher oder später wenn die wirtschaft wieder über 3 % wächst und der leitzins über 3,5 % liegt , dann gibs die $$$ rallye.

die fed hat sich perfekt mit billigem $ sich im US finanzmarkt eingedeckt und fast alles verstaatlich ... und wenn die wirtschaft läuft...

ich würd den $ bei 1,53 kaufen und jede $ schwäche dafür nutzen weiter zu kaufen...


Antworten Gast: beobachter2
16.11.2009 15:03
0 0

Re: $$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$

die FED sind 12 US Banken alle gehören Leuten bzw haab en Vorstände wie Madoff, Bernanke, Greenspan, Goldfein usw usw und die wissen sehr wohl was sie tun......

Gast: MS Deutschland
04.11.2009 17:35
0 0

Alter Hut

Warum sollte der Dollar je wieder steigen? Die USA haben selbst bei dem (angeblich!) niedrigen Dollar noch ein Aussenhandelsdefizit jenseits von Gut und Böse. Wäre der Dollar wirklich niedrig, so würde es kein Aussenhandelsdefizit geben. Doch dazu müsste der Dollar bereits zum Euro auf MINDESTENS $ 4,5 : 1 € abwerten.

Kreisky ließ mal in den 1970er Jahren errechnen wieviel der Schilling abwerten müsste, damit die VOEST schwarze Zahlen schreiben würde. Es waren 60 % und das war selbst Kreisky zuviel.

Der Dollar müsste aber noch über 80 % abwerten, damit die US-Wirtschaft am Weltmarkt wieder konkurrenzfähig wird.

Und jetzt möge mir Roubini verraten, warum ein Exporteur aus Deutschland sich nicht im Dollar verschulden sollte. Der Exporteur leidet ja unter den ständigen Dollarabwertungen, wenn er sich NICHT im Dollar verschulden würde. So aber gleichen die Gewinne durch niedriger werdene Schulden (nicht nur wegen der niedrigern Zinsen, sondern wegen des laufenden Dollarverlusts gegenüber dem Euro) die Verluste durch niedrigere Exporterlöse (gemessen in Euro) aus.

Herrn Roubini passt wohl nicht, dass die Exporteure nicht dumm sind und praktisch Vorauskasse für den Export in den Dollarraum verlangen.

Ich will hier keine deutsche Diplomarbeit aus den 1940er Jahren zitieren, aber der Schmäh, ist alt und durchschaut.

Murray
05.11.2009 12:52
0 0

Re: Alter Hut

Es muß ja nicht der Dollar steigen, es braucht nur der Euro fallen. Stellen Sie sich vor, Lafontaine wird durch einen Unglücksfall deutscher Bundeskanzler und haut sich mit den Franzosen auf ein Packl. Ab diesem Moment befindet sich der Euro im freien Fall.

Antworten Gast: ....
04.11.2009 19:15
0 0

Re: Alter Hut

Welche Diplomarbeit ists denn?

Antworten Gast: Halbwissen
04.11.2009 18:42
0 0

Re: Alter Hut

Das Handelsbilanzdefizit der USA ist in absoluten Zahlen natürlich der Wahsinn.
Im August Import 158,93 / Export 128,22 Milliarden. Wenn die USA aber nur 10 Prozent weniger importieren und 10 Prozent mehr exportieren sind sie auf Null.


Gast: Halbwissen
04.11.2009 13:31
1 0

Wo ist das Problem ?

Man braucht ja nur Dollar zu kaufen.
Das sind diese grünen Scheine die niemand will, und der der sie hat wird sie nicht mehr hergeben wenn sie jeder will.

Antworten Gast: die Andere Wissenshälfte
04.11.2009 14:05
1 0

Re: Wo ist das Problem ?

weil sie sich dann in deinem geldbörserl selbst vermehren oder wie ?

Antworten Antworten Gast: Halbwissen
04.11.2009 15:24
2 0

Re: Re: Wo ist das Problem ?

Es hört sich zwar pervers an, aber mit diesen Scheinen ohne inneren Wert kann man dann die Welt aufkaufen. So könnte ich mir das vorstellen, denn die Welt ist deppert.

Gast: ASVG-Sklave
04.11.2009 13:17
1 0

saublöde Logik - oder doch eher Propaganda?

Warum sollte ein bereits WERTLOSER Dollar (tausende Milliarden Staatsverschuldung, Druckerpresse, etc), plötzlich MEHR wert sein, nur weil dieses Spielgeld "glatt gestellt", also an den Druckereibesitzer (FED) wieder als WERTLOSES Geld zurückbezahlt wird??? Sind Plastik-Chips vom Heimcasino plötzlich mehr wert (oder gar echt) , weil sie ein Verlierer im abendlichen Freundeskreis an die "Bank" retournieren muss?

Murray
04.11.2009 15:42
1 0

Re: saublöde Logik - oder doch eher Propaganda?

Unser Euro ist auch nichts Anderes als Spielgeld. Wird nur anderswo gedruckt, aber das Prinzip ist das gleiche.
Und Spielgeld ist für Sie dann etwas wert, wenn Sie laut Vertrag welches abliefern müssen, aber keines haben.

Antworten Antworten Gast: MS Deutschland
04.11.2009 17:45
0 0

Re: Re: saublöde Logik - oder doch eher Propaganda?

Das stimmt eben nicht, dass der Euro nur Spielgeld sei. Der Dollar - ganz egal jetzt ob man vom Zimbawedollar (tägliche Inflation etwa 40 %) oder vom US-Dollar Inflation in Staatsanleihen versteckt, die nicht im Warenkorb sind* - und das Pfund hingegen sind keine brauchbaren Währungen mehr.

Das liegt an den 100 % bzw. 120 % Hypotheken die in Dollar- und Pfundraum gewährt wurden. DAS ist das Problem, warum der Dollar derart im Rutschen ist.

Der Euro hingegen wird nach Basel-II-Richtlinien ausgegeben, das heißt, dass für ein Pfand maximal 50 % in Euro hergegeben werden. Z. B. hinterlegt ein Spekulant 100.000 Euro in Gold bei einer Bank (er verpfändet das Gold an die Bank, die Bank reicht das Pfand an die EZB weiter) so bekommt er maximal 50.000 Euro Kredit mit dem er nochmals spekulieren kann und dann eben 25.000 aber maximal eben 100.000!

Bei 100 % Hypotheken wie im Dollar und 120 % Hypotheken hingegen explodiert automatisch die Geldmenge. 100.000 in Gold werden hinterlegt, aber gleich nochmals 100.000 Kredit genommen, damit wieder spekuliert u. s. w. Im Prinzip kann jeder bei 0 % Zinsen unendliches Kapital mit dem Trick aufbringen. Damit aber ist das Geld wertlos!

Wenn jetzt eben der Goldpreis zusammenbricht, dann tut das dem Euro nicht weh, denn das Pfand wird rechtzeitig verkauft, sobald die Deckung unterschritten wird. Im Dollar mit 100 % Hypotheken hingegen bricht eben alles weg, sobald die Preise zurückgehen - siehe Immoblase in den USA.

Murray
05.11.2009 12:49
0 0

Re: Re: Re: saublöde Logik - oder doch eher Propaganda?

Das bedeutet aber nicht, dass der Euro etwas wesentlich anderes als der Dollar ist. Der Euro ist genau wie US- und Zimbabwedollar Papier- und kein Warengeld. Die EZB hazardiert vorsichtiger als die Fed, aber sie hazardiert. Das, was dem Hazardieren ein Ende bereiten könnte, ist nun mal ein Warengeld - vorzugsweise Gold oder Silber - bei 100-prozentiger Reserveverpflichtung der Banken. Das gabs früher schon mal, und es hat wesentlich besser funktioniert als das jetzige Währungssystem.

Antworten Gast: Halbwissen
04.11.2009 14:13
1 0

Re: saublöde Logik - oder doch eher Propaganda?

Diese saublöde Logik nennt sich Börsenlogik.
Es geht nicht um den Wert sondern um den Preis. Angebot und Nachfrage.
Desweiteren kann man streiten wer mehr Pleite ist.

Gast: pour le merite
04.11.2009 12:35
1 0

Da hat er schon recht, der Herr Roubini.

Nur, das ist vorprogrammiert und gewollt.

Antworten Gast: MS Deutschland
04.11.2009 18:09
0 0

Re: Da hat er schon recht, der Herr Roubini.

Mit dem Vorprogrammieren tut man sich aber schwer in einem Markt den man nur mit der Chaostheorie begreifen kann.

Ein klitzekleines Ereignis wie ein Flügelschlag eines Schmetterlings kann eben einen Orkan auslösen.

Antworten Antworten Gast: arancia
06.11.2009 12:16
0 0

wie wär es mal mit einer Mücke?

Gibt es auf der Welt nur Schmetterlinge?

Schlagzeilen Wirtschaft