Dem US-Hausmarkt droht neue Gefahr. Die Geldreserven der staatlichen "Federal Housing Administration" (FHA) haben sich in den letzten Monaten drastisch reduziert. Der Puffer beträgt nur mehr 0,53 Prozent der 653 Milliarden Dollar an Hypotheken, die durch die FHA versichert werden, berichtet "Financial Times Deutschland". Regulativ sind zwei Prozent vorgesehen. "Es besteht die Möglichkeit, dass die Reserven unter Null gehen und auch dort bleiben", sagt Shaun Donovan, Chef des Ministeriums für "Housing and Urban and Development".
Die FHA hat sich in den USA in den letzten Monaten als wichtiger Akteur bei der Vergabe von Krediten positioniert. Ihr Marktanteil ist seit September laut "Financial Times Deutschland" von 24 auf 63 Prozent angeschwollen. Die Bonität der Schuldner ist jedoch häufig gering.
So hat die FHA gemeinsam mit der staatlichen Finanzierungsagentur Ginnie Mae ausgerechnet die berüchtigten, zweitklassigen Subprime-Hypotheken wiederbelebt. Das geht aus einer Studie der US-Notenbank in San Francisco hervor. Nach dem Zusammenbruch des Marktes 2008 sei der Anteil dieser Kredite bei der FHA nun wieder auf 20 Prozent gestiegen, berichtet das "Handelsblatt". Damit ist der Wert sogar höher als während des Booms der Subprime-Kredite.
US-Kreditnehmern droht nun eine Erhöhung der Prämien. Shaun Donovan hält Parallelen zur Subprime-Krise aber für abwegig: "Leute, die das behaupten, liegen mächtig falsch".
Seit es für Hauseigentümer mit schwacher Bonität fast unmöglich geworden ist, Darlehen zu erhalten, haben sich viele Arten staatlicher Förderprogramme etabliert, die diese Lücke schließen. Die Regierung will so den Wohnungsmarkt stabilisieren. Ihre Hoffnung: Stellt sie selbst Kredite zur Verfügung, könnten die Häuserpreise wieder steigen. Doch Experten befürchten, die Regierung finanziere damit bereits die nächste Blase, schreibt das "Handelsblatt".
(phu)


QUIZ Testen Sie ihr Wissen über die Wirtschaft
