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Goldman: "Banken müssen Gemeinwohl nicht fördern"

15.01.2010 | 09:53 |   (DiePresse.com)

"Es ist unberechtigt zu erwarten, dass Banken eine selbstlose Beziehung zu ihren Kunden haben", sagt der Deutschland-Chef der US-Bank. Er warnt vor Überregulierung: "Absolute Sicherheit wird es nie geben".

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Der Deutschland-Chef der US-Bank Goldman Sachs wehrt sich gegen direkte politische Einflussnahme auf das Bankengeschäft. "Banken, besonders private und börsennotierte Institute, haben keine Verpflichtung, das Gemeinwohl zu fördern", sagte Alexander Dibelius am Donnerstagabend auf einer Veranstaltung der Wirtschaftshochschule WHU in Vallendar bei Koblenz.

"Selbstlose Beziehung zu Kunden ist unrealistisch"

"Es ist unrealistisch und unberechtigt zu erwarten, dass Banken eine selbstlose Beziehung zu ihren Kunden haben, besonders auch bezogen auf die Kreditvergabe", betonte der Banker. Die Geldinstitute würden der Gesellschaft am besten dienen, wenn sie unüberlegte Transaktionen und überzogene Risiken vermieden und Geld verdienten.

Weltweit haben die Regierungen in der Finanzkrise Milliardensummen in die Bankenbranche gepumpt, um den Kollaps vieler Häuser zu vermeiden. Goldman Sachs wurde wie alle anderen US-Geldhäuser zeitweise gestützt, hat die Staatshilfe von 10 Milliarden Dollar (6,90 Milliarden Euro) inzwischen aber zurückgezahlt.

"Schlimmste Turbulenzen hinter uns"

Angesichts dieser Hilfen üben Politiker Druck auf die Banken aus, die Unternehmen in der Rezession mit ausreichend Krediten zu versorgen. Besonders in Deutschland geht die Angst vor einer Kreditklemme um. Trotz der Zurückhaltung einiger Banken bei der Darlehensvergabe sieht Dibelius dank eines boomenden Anleihemarkts keine Finanzierungsengpässe.

Der positive Trend auf diesen Märkten werde sich 2010 fortsetzen, betonte der Top-Investmentbanker. Es gebe Grund für vorsichtigen Optimismus: "Ich glaube, dass die schlimmsten Turbulenzen der jüngsten Krise bereits hinter uns liegen", sagte er.

"Es gab Bonus-Exzesse"

Die größte US-Bank erzielte im vergangenen Jahr wieder Milliardengewinne und will insgesamt mehr als 20 Mrd. Dollar an Boni ausschütten. Dibelius räumte ein, dass es in der Branche Bonus-Exzesse gegeben habe. Bei Verlusten gebe es keine Rechtfertigung für Prämien, sagte er. Die Bezahlung von Bankern sei aber grundsätzlich keine Aufgabe für Regulierer: Wer Löhne staatlich festsetze, gehe tendenziell in Richtung Planwirtschaft, betonte er. Die Institute wollen ihre Prämien für die Banker als Reaktion auf die Krise künftig an längerfristigen Zielen ausrichten.

Die Kurzfristigkeit der Ziele bisher gilt als eine Ursache für die Krise. Dibelius zufolge hat Goldman die neuen Prinzipien schon immer angewandt, da die Boni überwiegend in Aktien ausgezahlt werden, die über einen gewissen Zeitraum gehalten werden müssen. Nach seinen Worten sind die Prämien bei Goldman an den Erfolg über einen Fünf-Jahres-Zeitraum gekoppelt.

"Absolute Sicherheit wird es nie geben"

Wie viele seiner Kollegen warnt auch der Goldman-Deutschland-Chef vor einer Überregulierung der Branche. Regeln seien immer nur Mittel zum Zweck und könnten niemals menschliches Versagen ganz verhindern. "Ein System mit absoluter Sicherheit wird es niemals geben." Es müsse künftig vielmehr darum gehen, bessere Spielregeln für alle Marktteilnehmer aufzustellen.

So müsse sichergestellt sein, dass alle Risiken in der Gewinn- und Verlustrechnung auftauchten. "Viele Finanzinstitute waren zu kurzsichtig und sind zu hohe Risiken eingegangen", räumte er ein. "Banken waren und sind aber nicht skrupellos beim Eingehen von Risiken. Sie versuchen, sich verantwortungsvoll und im Interesse ihrer Kunden und der Gesellschaft insgesamt zu verhalten."

(Ag.)

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13 Kommentare
0 0

Absolute Konsequenz zu dieser Aussage ist, dass

der Staat nicht dazu da ist die Banken zu retten!

Antworten Gast: pek
15.01.2010 18:26
0 0

Re: Absolute Konsequenz zu dieser Aussage ist, dass

Ganz richtig! Eine Bank, die schlechte Geschäfte macht, sollte verschwinden.

Die gesunde Bank wird dabei gestärkt hervorgehen.

So funktioniert Wirtschaft seit 1000 Jahren.

Antworten Gast: pek
15.01.2010 18:22
0 0

Re: Absolute Konsequenz zu dieser Aussage ist, dass

Ganz richtig! Eine Bank, die schlechte Geschäfte macht, sollte verschwinden.

Die gesunde Bank geht dabei gestärkt hervor.

So funktioniert Wirtschaft seit 1000 Jahren.

Gast: pek
15.01.2010 14:17
1 2

Sozialpolitik ist Aufgabe des Staates und nicht einer Bank

Eine Bank ist weder gut noch schlecht.

Eine Bank macht Geschäfte!

eurowave
15.01.2010 13:22
1 0

Hääääääää

Falsch ist 1)

Ist der Mensch für die Wirtschaft da od. ist es nicht eher umgekehrt? im ersteren Fall sind wir Sklaven und der zweite Fall wäre der eigentliche Idealfall. Während der hauptteil der Weltbevölkerung für die Wirtschaft gearbeitet hat, bewegen wir uns (der westliche Mittelstand) auch in diese Richtung (also auch in die Sklavarei).

Falsch 2)

Es gab Bonus Excesse?! Nein es gibt Bonus Excesse!!! Sie sind noch immer da und sind sogar noch schlimmer wie vorher

Falsch 3)

Das schlimste ist hinter uns?!?! Nein, das Schlimmste kommt erst noch. Vielleicht scheint das schlimste hinter Goldman Sachs zu sein, aber vielleicht meint er genau das?!?! Wir merken die Wirtschaftskrise (noch) kaum. Erzählen Sie das einem Arbeiter/Bauern in der 3 welt der (früher) soviel verdient hat, dass er gerade noch seine Familie durchgebracht hat und jetzt (weil sich seine Lebensmittelpreise verdoppelt haben) überlegen kann doppelt soviel zu arbeiten (sorry, soviele Stunden hat der Tag garnicht) oder halt einfach nur halb soviel essen soll (bei gleicher Arbeitsleistung). Aber keine Sorge, bei uns wird die Bevölkerung leider auch noch lernen müssen was es heisst täglich für das Überleben kämpfen zu müssen. Dank solcher Personen wie Bankdirektoren (od. Politiker) die glauben dass Sie sich nur selbst rechenschaft ablegen müssen.

Wie ein Vorkommtar schon gezeigt hat, 'Hängt sie noch höher'.

Gast: habdieschnauzevoll
15.01.2010 13:03
3 0

Hängt Sie höher

Ja, ja nicht dem Gemeinwohl verpflichtet, solange das Casino brummt. Wenn aber was schief läuft, dann nach dem Papa Staat rufen.
Gerade Goldman Sachs hat doch die Krise nur überlebt, weil der Ex-CEO Paulson als Finanzminister Milliarden in Goldman Sachs gepummt hat. Ferner haben die sich von AIG ihre Schrottpapiere versichern lassen und da die Versicherungssummen abgegriffen. Zuvor musste allerdings auch wieder erst der Staat AIG retten.
Wäre das alles nicht zum Schaden des Steuerzahlers passiert, könnte ein Herr Dibelius (besser würde der Name Debilius passen) nicht schon wieder so große Töne spucken.
Natürlich boomt der Markt für Unternehmensanleihen, da die Banken daran über Provisionen für die Plazierung verdienen. Das billige Geld, das die Banken vom Staat erhalten haben und dazu dienen sollte, die Wirtschafts wieder anzukurbeln, stecken die Banken doch lieber in Aktienmärkte oder spekulieren auf Öl und Agrarrohstoffe und schädigen die Allgemeinheit schon wieder.
Gott möge diesem Pack gnädig sein, wenn die Allgemeinheit endlich mal die Schnauze voll hat.

Gast: ZeroCool
15.01.2010 12:43
3 0

Das ist nett

Der deutsche Ableger von "Gott" Blankfein meint, dass die Gemeinschaft die Banken retten darf, aber dass dafür eine Bank keinerlei Verpflichtungen hätte. Darf ich mal vorsichtig formulieren: Lasst diesen ganzen Dreckshaufen den Bach runter gehen, auch wenn ich dabei selber den Bach runtergehe, aber wenn ich weiß, dass es diese Jungs ebenfalls erwischt habe ich wenigstens meinen Frieden.

cuibono
15.01.2010 12:40
2 0

Wasser predigen und Wein trinken

"Banken, besonders private und börsennotierte Institute, haben keine Verpflichtung, das Gemeinwohl zu fördern". Schon richtig, Herr Dibelius.

Aber die Gemeinschaft, sprich die Steuerzahler haben und sollten auch nicht die Verpflichtung haben, korrupte, konkursreife und künstlich aufgeblähte Banken mit Steuergeldern am Leben zu erhalten.

Ich schlage somit das Wort "Systemrelevanz" zum Stockerlanwärter für das Unwort des Jahres 2009 vor.

Gast: elhombre
15.01.2010 12:33
1 0

Goldman die Krake


Das Glass Steagall Act muss wieder erlassen werden und wenn nur in Deutschland.

baul
15.01.2010 12:07
2 0

Raubtiere

Selbstlose Beziehung zum Steuerzahler braucht keine Bank haben. Aber eine gewisse Ethik darf man schon verlangen, wo doch die Finanzwirtschaft weitgehend Steuerzahlers Geld verwendet für ihre Luftgeschäfte bei denen es doch nur darum geht die Realwirtschaft, und damit Steuerzahlers Arbeitsplätze, auszutricksen und den Staat zu hintergehen. Ergibt sich aber die kleinste Gelegenheit, werden beide Hände aufgehalten! Berechtigte Angst breitet sich aus und es erhebt sich die Frage was man tun soll. Wählen? Wen? Was? Wozu?- um die Allianz aus Kapital und Politik zu legitimieren? Eine schlimme Situation.

1 0

ÖVP Politik: Korrupt, Gierig, wiederlich und satanistisch.

Geld tötet. Wer weiss das besser, als die ÖVP. Weltweit sterben Menschen, weil Sie wie Sklaven gehalten werden und ihnen konservative Regierungen das Geld enteignen. Das kennen wir auch in Österreich.

Wenn jemand für die Weltwirtschaftskriese verantwortlich ist, dann Goldman. Goldmann ist in wahrheit vergleichbar mit Abschum anno 1945. Er trägt den Titel "dirtys Egosit of world ".

Aber was bedeutet dies für Bürgerinnen?
Das Sie mehr als je vertrauen in eine soziale, kompetente und faire Politik haben.

Weil es um uns Menschen geht

.

Antworten eurowave
15.01.2010 13:32
1 0

Re: ÖVP Politik: Korrupt, Gierig, wiederlich und satanistisch.

Sorry, aber die SPÖ und Grünen und BZÖ und FPÖ ist für mich der gleiche Dreckspack wie ÖVP. Sie alle unterscheiden sich nur durch den Namen, nicht durch ihr tun.

Die Parteien gehören meiner Meinung nach abgeschaft und ebenfalls die represäntative Demokratie. Nein, das Volk muss die Möglichkeit haben direkt zu bestimmen (z.B. verpflichtende Volksabstimmungen) und alle Wahlen (vor allem im Parlament) müssen geheim sein. Die Gewählten Personen dürfen keiner Partei (sondern nur ihren Gebiet) verpflichtet sein. Mit diesen Maßnahmen hätten wir schon einen großen Teil (sicher nicht alles) der Korruption ausgeschaltet.

Gast: MR
15.01.2010 10:51
2 0

Falsch!!

Nachdem niemand in Europa oder den USA ohne Bankkonto leben kann, ist man den banken zwangsweise ausgeliefert. Im Umkehrschluss ist bei dieser Oligopol-Situation eine Beschränkung von exzessiven Boni sogar geboten, da marktmechanismen nicht funktionieren können (weil eben alle banken das geld der Kunden in Boni führen).

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