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Das letzte Abendmahl und die große Geld-Illusion

07.08.2012 | 09:28 |  Von Peter Huber (DiePresse.com)

Die Geschichte des Geldes ist eng verknüpft mit dem Christentum, erklärt die Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun in "Der Preis des Geldes".

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"Unser Glaube ans Geld beruht auf der Tatsache, dass viele Menschen dran glauben müssen, wenn das Geld in eine Krise gerät. Je fragiler das Geld, desto mehr Menschen trifft es", schreibt die deutsche Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun in ihrem Buch "Der Preis des Geldes", einer Kulturgeschichte des Geldes. Gleichzeitig sei Geld heute etwas hochgradig Abstraktes geworden. An diesem Punkt setzt die Autorin an. Sie begibt sich auf eine über 400-seitige Zeitreise durch die Jahrhunderte, um zu erklären, warum wir an ein System glauben, das auf dem Nichts basiert.

"Die Opferlogik des Geldes schuf die Voraussetzungen für die Fruchtbarkeit des Geldes", schreibt von Braun. Dies sei auch ein Grund dafür, warum die christliche Religion zu dem Terrain der Geldgeschichte geworden sei. "Die Geschichte des westlichen Geldes ist ohne die christliche Religion nicht zu denken", hält sie fest. Bemerkenswert sei allerdings, wie wenig Interesse die Wirtschaftswissenschaft dafür zeige. Die Ökonomie tue sich schwer, über diesen "sakralen Aspekt" zu reflektieren. Die Autorin zitiert in diesem Zusammenhang den Schweizer Nationalökonomen Christoph Biswanger, der von der "Glaubensgemeinschaft der Ökonomen" schreibt. Die Ökonomie würde - wie die Theologie - viele Dogmen kennen. "Sie schreiben vor", meint von Braun. "Aber sie tun sich schwer damit zu beschreiben."

Das Geld und die Opfergabe

Von Braun schreibt von den drei Ursprüngen des Geldes. Diese seien der materielle Wert des Geldes (etwa die Anbindung des Geldes an Gold), Geld als Autoritätssystem (es bedarf eines Herrschers, der Geld herausgibt und garantiert) und Geld als Opfergabe. Aber sowohl die materielle Deckung des Geldes als auch die Autorität als Beglaubigungssystem des Geldes hätten sich als Illusion erwiesen. Gerade letztere verleite zu Fälschungen und Abwertungen.(c) Aufbau Verlag

(c) Aufbau Verlag

Bleibt also der dritte Ursprung des Geldes: die Opfergabe. "Im Laufe eines längeren Prozesses trat an die Stelle des realen Opfers (Opfertieres) ein Symbol - in Form einer Münze, auf der das Opfer oder das Opferwerkzeug dargestellt wurden", so die Kulturwissenschaftlerin. Ein klassisches Opfertier war der Stier. Nicht zufällig leitet sich auch das lateinische Wort für Geld, "pecunia", von pecus (Rind) ab. Bis heute würden sich moderne Geldzeichen auf die sakrale Herkunft des Geldes aus dem Opferkult beziehen, schreibt von Braun. Auch die zwei Striche, die sowohl Euro, Dollar, Pfund, Yen und Yuan zieren, seien Relikte der Stierhörner.

Nicht ohne eine gewisse Ironie hält von Braun fest, dass sich die Euro-Gemeinschaft bei der Wahl ihres Währungssymbols darauf beruft, eine Opfergemeinschaft zu bilden: "Eine Gemeinschaft, die älter ist als die europäischen Nationen und ausgerechnet in Griechenland ihren Ursprung hatte."

Das Geld und das Alphabet
Von Braun weist darauf hin, dass sich das nominalistische Geld - von ökonomischen Geldtheorien wenig berücksichtigt - nur 150 Jahre nach dem griechischen Alphabet durchgesetzt habe. Alle Buchstaben des Alphabets haben ihren Ursprung in magischen Opfer- und Fruchtbarkeitsriten, so von Braun. Auch der erste und wichtigste Buchstabe A verweise auf das höchste Opfertier: Aleph (Alpha) - Stier. Nicht zufällig würden auch die Ratingagenturen ihre Bestnoten mit "AAA" vergeben.

Das Geld und das Abendmahl

Bis ins 10. Jahrhundert gab es in Europa wertvolle Grabbeigaben aus Gold und Silber. Diesem Totenkult, der eine Gesellschaft ohne Geldwirtschaft repräsentiert, wurde erst durch das Christentum ein Ende gesetzt. Ab dann diente das Geld dem Bau von Kathedralen oder der Unterstützung der Armen. Aus einer "sterilen Grabbeigabe" wurde das "temporale und fruchtbare Geld". "Das Geld begann also zu zirkulieren, weil es den Toten entrissen wurde", schreibt von Braun. Und so wurde Geld zu dem "Klebstoff, der die Generationen über den Tod hinweg miteinander verbindet".

Der wichtigste gemeinsame Nenner von Christentum und Geld liege aber im Glauben. Das zeige sich auch am Beispiel Abendmahl. Brot und Wein wie auch Geld seien Symbole, die "versprechen, dass an ihnen substantiell etwas dran sei". Weil die Christen es gewohnt sind, mit der Illusion des Abendmahls zu leben, würden sie auch die Geldillusion akzeptieren, schlussfolgert von Braun. Sogar Adam Smiths "Unsichtbare Hand" der freien Marktwirtschaft ähnle der christlichen Lehre der lenkenden Hand Gottes.

Das Geld und die (erfundenen) Märtyrer

Das Opfer Christi sollte durch Opfergaben der Gläubigen erwidert werden. Mindestens fünf Mal im Jahr gab es Pflichtopfer, die dem Unterhalt des Klerus dienten - die Hochfeste. "Nach diesen Pflichtopfern fand der Markt statt, wo die Opfergaben in Geld umgewandelt wurden. So entstanden die Messen, deren Name und Ursprung deshalb sowohl auf Gottesdienst als auch auf den Marktcharakter verweisen", schreibt von Braun. Der Handel fand teilweise in den Kirchen statt. Gelegentlich wurden Märtyrer erfunden, um eine Wallfahrt und einen Markt einrichten zu können.

Auch mit den Kreuzzügen wuchs die Geldwirtschaft. So stellten christliche Kaufleute den Kreuzfahrern Schiffe und Verpflegung zur Verfügung, zudem gewährten sie Darlehen. Die Hoffnung: Der erweiterte Handel in den von den Kreuzfahrern eroberten Gebieten. Bei neu gegründeten italienischen Handelsgesellschaften war es eine Zeit lang üblich, dass Gott ein Teilhaber war. Ein Kaufmann namens Bardi wies in seinen Büchern im Jahr 1310 aus, dass Gott 864 Pfund und 14 Sous erhielt. Bei Verträgen wurde Gott als Zeuge aufgerufen, als Dank wurde ihm ein Opfergeld gezahlt.

Das Geld und das Fegefeuer

Die Kirche stelle jedenfalls kein Hindernis in der Entwicklung des Kapitalismus dar. "Die Hoffnung, dank des Fegefeuers der Hölle zu entkommen, erlaubte es den Wucherern, die Wirtschaft und Gesellschaft des 13. Jahrhunderts voranzutreiben: in den Kapitalismus", zitiert von Braun den französischen Historiker Jacques Le Goff. "Der moderne Finanzkapitalismus ist in erster Linie ein Produkt der christlichen Kultur", ist die Kulturwissenschaftlerin überzeugt (mehr dazu: "Das Fegefeuer und der Aufstieg des Kapitalismus").

Die Autorin ist nicht der Verlockung erlegen, eine Geldutopie zu verfassen. Sie hat eine äußerst lehrreiche und kurzweilige Kulturgeschichte des Geldes geschrieben. Und sie zögert nicht, die vielen positiven Seiten des Geldes zu betonen - gerade in Zeiten, in denen Polemiken gegen Geld und Kapitalismus es bis auf die Bestseller-Listen schaffen: "Das Geld sorgt für die Abschaffung der Leibeigenschaft, durchbrach die strenge Klassenhierarchie des Feudalismus, verhalf vielen Menschen zu erträglichen Lebensbedingungen und gab dem Erfindergeist eine Reihe von kaum zu überschätzenden neuen Anstößen".

Literaturtipp:

Christina von Braun: "Der Preis des Geldes"

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71 Kommentare
 
1 2
Antworten Gast: A.B.C.
07.08.2012 19:40
1 0

Re: Ansammlung von Schwachsinn

Sie bringen eine kurze Abhandlung über Geld und auch das mit den Tieren stimmt, wie Sie es angeben. Trotzdem sind es Nutztiere gewesen die den Reichtum darstellten - wenn auch - wie Sie richtigerweise erwähnen, diese nicht als Opfertiere zu bezeichnen wären.

Außerdem haben Herrscher sehr wohl Geld mit dem eigenen Konterfei nicht nur zur Sicherung, sondern sehr wohl als Machtstatus und eigenes Recht herausgegeben.

Die wichtige Rolle der Chinesen im Geldsystem wäre auch noch erwähnenswert.

Geldsystem

Man hört tatsächlich in den Medien etwas über Geld. Kommt bald auch ein Artikel über die Geldschöpfung und das kranke System dahinter? Oder darf man darüber nicht schreiben?

Antworten Gast: HerrAbisZ
07.08.2012 18:52
0 0

Re: Geldsystem

Ein Bibelzitat

5 Mo 23,20

Du darfst von deinem Bruder keine Zinsen nehmen: weder Zinsen für Geld noch Zinsen für Getreide noch Zinsen für sonst etwas, wofür man Zinsen nimmt.

Kennt das Frau Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun nicht ?

Antworten Gast: Bärenfalle...
07.08.2012 16:59
0 0

Re: Geldsystem

Bis dahin werden noch viele Euros gegen Süden fließen.

Antworten Antworten Gast: Störrisch...
07.08.2012 17:49
0 0

Warum Süden?

...sitzen dort die korrupten EU-Heinis, Wissenschaftler und vor allem Banken und Banker (die ja das EU-Geld abkassieren), die ALLE gewusst haben (bereits bei Einführung EURO), dass Länder wie Griechenland, Spanien etc. das nicht lange durchhalten und daran zu Grunde gehen werden?

So einfach ist die Geschichte leider nicht...schön wäre es, würden doch tatsächlich die Griechen/der griech. Staat (Süden) davon provitieren!

Antworten Gast: Raffzahn Schani
07.08.2012 15:10
1 0

Re: Geldsystem


Nein, darf man nicht. Da wird auch schon Tante Wiki nicht durchgelassen.

Zensi Wachhund passt auf.

2 0

Geld

Sehr geehrter Herr Huber, man sollte keinen Artikel dieser Art verfassen, wenn man nicht einmal in der Lage ist "Gläubige" und "Gläubiger" aueinanderzuhalten.

Re: Geld

auch die Bezeichnung Wissenschaftler mit L ist, zumindest in Österreich, eindeutig abwertend. Mag es in der Alltagssprache auch angewandt werden, so würde sich ein Wissenschafter selber nie als Wissenschaftler bezeichnen.
Könnte aber auch ganz feine Klinge sein, sollten Sie der Autorin absichtlich ein L verpasst haben. Dann: Chapeau!

1 0

Und dazu benötigt man 400 Seiten?

Wer hat heute eigentlich noch die Zeit 400 Seiten zu diesem Thema zu lesen?

Gast: b754
07.08.2012 13:35
1 7

ist kaien wunder dass die neoliberalen verbrecher alles gute christen sind


Antworten Gast: Kurti
07.08.2012 13:54
5 1

Re: ist kaien wunder dass die neoliberalen verbrecher alles gute christen sind

oho, der Forumsdodl ist auch schon wach

Antworten Antworten Gast: b754
07.08.2012 16:35
0 2

Re: Re: ist kaien wunder dass die neoliberalen verbrecher alles gute christen sind

ja wir haben uns schon alle auf dich gefreut

Aja

Und wie ist das mit dem Zinsverbot gewesen? Das kann man natürlich geflissentlich ignorieren.

Und worin jetzt die große Gemeinsamkeit außer das man "glaubt" liegt, wird hier auch nicht schlüssig erklärt.

Entbehrlich

Da Hr. Huber mit seiner Rezession nicht soooo weit daneben liegen kann, glaube ich nicht, dass dieses Buch lesenswert ist.


0 0

Hubers Rezession -

wo oder was soll die sein ? Oder meinten Sie vielleicht "Rezension" ?

Re: Hubers Rezession -

Herzlichen Dank für die Richtigstellung.

Ich war geistig noch mit dem Euro-Komplex beschäftigt.

Gast: Das goldene Kalb
07.08.2012 11:43
4 2

Geld - Religion


Geld ist tatsächlich eine Religion, und die Banken, die praktisch aus dem Nichts Geld schöpfen, und für diese simple Leistung einer Buchung aller Welt einreden, man hätte dafür reale Leistung zu erbringen und Pfand zu hinterlegen, ist tatsächlich tiefstes Mittelalter.

Herny Ford hatte schon Recht: wenn die Menschen verstünden, wie das Geldsystem funktioniert, gäbe es eine Revolution, noch vor morgen früh.

Interessant auch: in allen drei grossen Religionen gibt es ein Zinsverbot.

http://de.wikipedia.org/wiki/Zinsverbot

Auch die "Erbsünde", oder "Original sin" findet sich in diesem Zusammenhang

http://de.wikipedia.org/wiki/Original_Sin_(Volkswirtschaftslehre)

Europa erlebte im "goldenen Mittelalter", als das christliche Zinsverbot galt, seinen größten Aufschwung, etwa 300 Jahre lang. Zahlungsmittel waren Brakteaten, dünnes Blech, dass halbjährlich verrufen wurde, zur besseren Steuereintreibung. (Schwundgeld) Erst als die Fugger den "Rutschzins" einführten, zog das finstere Mittelalter herauf.

Es ist schon recht seltsam, dass es niemand kratzt, dass Private noch immer das Privileg der Geldschöpfung ausüben können, und der Gesetzgeber dies duldet, oder noch schlimmer, dieses Privileg mit Gesetzen absichert.

Antworten Gast: Pensador
07.08.2012 14:50
2 0

Re: Geld - Religion

Das sogen. "kanonische Zinsverbot" des Kirchenlehrers Thomas von Aquin beruhte auf der primitiven Theorie, dass Geld im Gegensatz z. B. von Vieh, keine Jungen wirft.
Inzwischen wurden in den folgenden fast 1000 Jahren doch etwas plausiblere Zinstheorien entwickelt. Eine der einleuchtendsten ist nach wie vor, dass der Gläubiger, der auf die eigene Anlage oder Konsumation seines Geldes verzichtet und es dafür einem anderen borgt, damit dieser damit etwas Ertragreiches anfangen kann, auch Anspruch auf ein Entgelt für diesen Konsumverzicht verlangen kann. Oder etwa nicht?
Merke: auch Wirtschaft ist eine Wissenschaft und wer nix davon versteht, der sollte auch nicht den Heiler spielen, wenn er kein Arzt ist.

Antworten Antworten Gast: Das goldene Kalb
07.08.2012 15:36
0 0

Re: Re: Geld - Religion

Zitat
Eine der einleuchtendsten ist nach wie vor, dass der Gläubiger, der auf die eigene Anlage oder Konsumation seines Geldes verzichtet und es dafür einem anderen borgt, damit dieser damit etwas Ertragreiches anfangen kann, auch Anspruch auf ein Entgelt für diesen Konsumverzicht verlangen kann. Oder etwa nicht?
------------------------------

Sie wissen aber schon, was Giralgeld ist, und wie Geld durch Kredit erst erschaffen wird? Oder etwa nicht?

Re: Re: Re: Geld - Religion

Das Konzept des Zinses ist aber deutlich älter als das Giralgeld und funktioniert auch mit jedem anderen Geldsystem oder meinetwegen auch mit Schafen oder Weizenkörnern.
Also unbrauchbares Gegenargument.

Re: Re: Re: Re: Geld - Religion

Schafe lassen sich nicht drucken.
Schafe oder Weizenkörner lagern kostet kostet.
Weizenkörner vermehren sich nicht.

Es können also bei einer gesamt vorhandenen Menge von x Schafen auf y Schafe Kredit keine 16% Zinsen verlangt werden, weil es schlicht nicht soviel Schafe gibt. Bei Luftgeld ist das kein Problem.
Die Grundvoraussetzung des Marktes, nämlich Angebot und Nachfrage ist also in der "freien Marktwirtschaft" in Hinsicht "Tauschobjekt für Waren und Dienstleistungen" außer Kraft gesetzt und letztenendes zum Scheitern verurteilt.

Re: Re: Re: Re: Re: Geld - Religion

Schafe und Weizenkörner vermehren sich sehr wohl. Nennt sich Landwirtschaft.
Wenn man sinnvoll investiert kriegt man mehr Ertrag heraus als man investiert hat, und derjenige der das Saatgut zur Verfügung stellt statt es selber zu investieren will natürlich auch seinen Anteil.
Das Prinzip Körner für Zinsen zu verleihen gab es schon vor tausenden Jahren in den ersten Anfängen der Zivilisation.

Aber die Vermehrung ist garnicht notwendig. Es reicht die Zirkulation. Der Kreditgeber gibt seine Zinserträge auch wieder aus, sie fließen damit in den Wirtschaftskreislauf, wo auch der Schuldner die für die Bedienung der Zinsen notwendigen Erträge erwirtschaftet. Der tatsächliche Vorteil den alle Beteiligten am Ende des Tages haben besteht nicht im Geld, sondern in der mit dem Geld bezahlten konsumierten Leistung. Und auch die wird eben mehr, weil laufend neu erwirtschaftet.
Nennt sich Wertschöpfung.

Dass unkontrolierte Geldschöpfung aus dem Nichts katastrophale Folgen hat ist zwar richtig, hat aber immer noch nichts mit dem Prinzip des Zinses zu tun.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Das goldene Kalb
07.08.2012 17:29
0 0

Re: Re: Re: Re: Geld - Religion

Das Konzept des Zinses haben all Religionen als schädlich erkannt, und daher verboten.

Die Giralgeldschöpfung und die darauf erhobenen Zinsforderungen haben eben nichts damit zu tun, dass jemand auf Konsumation verzichtet, und deshalb Anspruch auf den Zins erheben könnte.

Es wird auch nicht das Geld des Sparers verborgt, sondern dieses wird zur Mindestsicherung gerechnet, und erlaubt damit die Geldschöpfung eines Vielfachen davon, plus Zinsforderung, die aber nicht mitgeschöpft werden.
Schulden können daher nie getilgt werden, da die Nicht - Banken ja kein Geld schöpfen können.


Re: Re: Re: Re: Geld - Religion

Es ist ja an sich auch nicht wirklich der Zins das Problem an sich, sondern die Tatsache, dass man für das horten von Geld belohnt wird indem man Zinsen dafür bekommt. Wenn sie auf einer Seite Schuld haben, dann haben sie auf der anderen Seite die selbe Menge an Guthaben. Damit die Schuld beglichen werden kann, muss das Guthaben wieder in den Wirtschaftskreislauf einfließen. Und genau das passiert eben nicht. Das Guthaben wird gehortet in sogenannten Steuerparadiesen und fehlt dann in der Wirtschaft um die Schulden zu begleichen.

Antworten Antworten Gast: Das goldene Kalb
07.08.2012 15:25
1 0

Re: Re: Geld - Religion

Zitat
Merke: auch Wirtschaft ist eine Wissenschaft und wer nix davon versteht, der sollte auch nicht den Heiler spielen, wenn er kein Arzt ist.
-----------------------

Und Ärzte, die die Eiterbeulen des maroden Patienten mit noch mehr Eiterbeulen zu heilen vorgeben, müssen sich halt irgendwann fragen lassen, wozu ihre Wissenschaft denn eigentlich taugt, wenn der Patient vorhersehbar stirbt.


Re: Re: Re: Geld - Religion

Dann sollte man zu anderen (echten) Ärzten gehen, anstatt zum nächsten Quacksalber, der dann halt statt der Eiterbeulen gleich mal amputiert.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Das goldene Kalb
07.08.2012 17:35
0 0

Re: Re: Re: Re: Geld - Religion


Der europäische Patient könnte so einen echten Arzt langsam vertragen, denn der gemeine Bürger sieht mit freiem Auge nur mehr Quacksalber herumpfuschen, und es kommt nichts dabei raus.

6 0

Und von so

was kann man leben?

Im vorchristlichen Rom gab es eine voll entwickelte Geldwirtschaft, die Tempel betrieben Bankgeschäfte und es gab sogar Preis- und Zinsregeln, staatliche Kaufkraftgarantien u.ä.
Im christlichen Europa des 1. Jahrtausend und weit ins zweite hinein gab es praktisch keine Geldwirtschaft, bei Tauschgeschäften oder in Veträgen verwendete man römische Geldeinheiten, obwohl es kein römisches Geld mehr gab. Erst in der Renaissance und nach der Lösung von der strikten Gläubigkeit des Mittelalters entwickelte sich wieder eine Geldwirtschaft, die nicht auf dem Materialwert der Münzen, sondern auf Vertrauen beruhte.

Peinlich für die Presse für solches Zeug Werbung zu machen

So groß kann atheistischer Schwachsinn sein.

7 0

die Säulen des Herakles

in einer Sonderausstellung des KHM (irgendwann in den Neunzigerjahren ?) über Karl V. stellte die kompetente Führerin dar, dass sich die zwei Striche am Dollarzeichen von den Säulen des Herakles ableiten. Karl V. habe alles Gold/Geld aus der neuen Welt mit diesen beiden "Strichen" - die auch Teil den span. Wappens sind - markieren lassen.
Mit Stierhörnern hat das gar nix zu tun !!! !!!

Die Autorin will überall Beweise für ihre These sehen - anstatt den anderen Weg zu gehen: Fakten zu sammeln und dann nach Schlussfolgerungen zu suchen ...

Wer also mit ihrer These übereinstimt braucht das Buch nicht zu lesen - und der vernünftige Rest auch nicht :)

Gast: Doctorbeobachter
07.08.2012 11:26
3 0

Gibts fuer diesen Holler einen Doktor

Mir schwant uebles.

Nur daß pecus halt nicht Rind, sondern Schaf heißt.

Hoffentlich ist das übrige Buch ein wenig stichhaltiger. Ich glaub es nicht. Wer über das Geld etwas wissen will, halte sich an das Standardwerk:
Ludwig von Mises, Theorie des Geldes und der Umlaufmittel. Duncker & Humblot, 2005.

Gast: EFF EFF
07.08.2012 11:09
1 3

5 Rappen

Das Abendmahl war wohl eine eher alltägliche Übung. Die Metapher von Wein und Brot sei von den "Schriftgelehrten" frei erfunden um eine stilistische Brücke zur Gabe der ebenso frei erfundenen, heiligen Reliquien zu bauen, die Jesus in den letzten Zügen am Kreuz scheinbar herausgepresst wurden.

Geld ist nützlich solange die Ware im Vordergrund steht. Zins- und Zinseszinsgeschäfte waren lange sogar bei Todesstrafe verboten. Intelligenz hat also nichts mit technischem Fortschritt zu tun und hier ein Denkanstoß: Geld hat mit Erfindergeist wirklich nichts zu tun, es sei denn Bettina von Braun spielt auf die Märchenstunden erwischter Betrüger an.

Geld wie ein Produkt zu handeln wie im Derivatehandel oder Kreditpakethandel hat mit Geld in seiner ursprünglichen Funktion nichts zu tun. Dieses sind extreme dysfunktionale Auswüchse merkwürdiger Unmenschen, die im "Fegefeuer" einfach nie aufhören zu brennen.
Die ganze Geschichte der katholischen Kirche ist ein gieriges Geldgeschäft, dass unter Glauben nur den abgeleiteten lateinischen Begriff des pekuinären Kredits versteht.

Ich würde mich über eine ehrliche Ausführung zu der finanziellen Situation des christlichen Zwangsopfers, Jesus, freuen, der schließlich auch stets von einer ganzen Schar schwärmender Weiber auf seinem Lebensweg begleitet wurde. Das alles kostet doch Unterhalt. Von Gläubigern ist in seiner Geschichte dennoch keine Spur, von Gläubigen hingegen schon.

1 1

götzenbildchen geldschein

Geld ist erst im zuge der industrieellen revolution zur schande geworden.
Und das verfolgt uns bis heute, weil nicht anständig weiterentwickelt.

Gast: la vache qui rit
07.08.2012 11:05
5 1

jetzt fehlt nur noch

dass die Abhandlungen von Aristoteles über das Geld oder die altchinesische Papierwährung als perfider Trick der Spanischen Inquisition entlarvt werden... das Buch von Fr. von Braun ist dennoch ein gelungener Beitrag zur schwächenlden Science-Fiction Branche.

Der Wert des Geldes

Wenig überzeugend.
Natürlich findet man Parallelen zwischen Wirtschaft und Religion. Denn der Wert jeder Sache ist davon abhängig, was andere bereits sind dafür her zu geben. Wenn viele Leute etwas für wertvoll halten ist es genau dadurch wertvoll.
Das gilt nicht nur für Geld. Auch Gold hat kaum praktischen Nutzen. Ursprünglich war es so wertvoll weil es eben selten, hübsch und haltbar war. Heute ist es in erster Linie deswegen wertvoll, weil es das schon immer war. Ein jahrtausendealtes Dogma, das nicht hinterfragt wird, und sich selbst trägt.

Aber was soll diese Parallele mit der Religion im Allgemeinen mit dem Christentum im besonderen zu tun haben?
Der Wert des Geldes entsteht nicht dadurch, dass es als Opfergabe gilt, sondern dass man darauf vertraut, dass man es gegen Sachwerte eintauschen kann. Was dem reinen Symbolismus bei Opfergaben nicht wirklich entspricht. Dass Grabbeigaben das Gegenteil von Geldwirtschaft waren ist auch ziemlich aus der Luft gegriffen. Wenn Geld als Grabbeigabe verwendet wurde (was selten war) wurde dieser Betrag damit aus dem Umlauf genommen (Deflation), was aber am Prinzip der Zirkulation überhaupt nichts geändert hat.
Den Unterschied zwischen vererben und begraben gab es aber nicht nur beim Geld, sondern auch bei Sachen. Gleiches bei den Opfergaben zur Erhaltung des Klerus, die auch Jahrtausende älter sind als das Christentum. Und so weiter.
Diese zwingenden Zusammenhänge wirken alle doch sehr stark konstruiert.

Antworten Gast: Markus Trullus
07.08.2012 12:55
1 0

Re: Der Wert des Geldes

Absolut richtig; Geld und Religion hat nur eine Schnittmenge in den Tugenden - weiß, heute leider keine Denkkategorie mehr; aber wenn ich Tugenden bei meinem Gegenüber kenne, baue ich Vertrauen auf - die Grundlage aller Geldgeschäfte. Deshalb waren im 17 und 18 Jhdt die protestantischen Länder den katholischen Überlegen (GB, Skand. USA, Cnd).Mit zunehmender Säkularisierung (Verlust der prot. Tugenden) gleichen sich die Länder immer mehr aneinander an.... (siehe auch Max Weber).
Und heute leiden wir an einem Verlust an Vertrauen; jeder Gegenüber ist mein Feind, der mich über den bekannten Ladentisch ziehen will.....

Gast: OMG
07.08.2012 10:57
0 0

......

Man bedenke die Reaktionen der Öffentlichkeit würde jemand schreiben/sagen das dass Judentum und Geld untrennbar von einander sind. (Ich behaupte nicht das es so ist)

Gast: na sowas
07.08.2012 10:56
2 0

Schwachsinn pur

1) Opfergaben gab es lange VOR dem Christentum bzw. schon in anderen Kulturen (Nordländer, Kelten usw.usf)
2) Handel haben andere auch getrieben, egal ob in Afrika oder Japan usw. (da war dort von Christentum keine Rede)
3) Papiergeld ? WER hats erfunden ????

...

Antworten Gast: Su Nuraxi
21.08.2012 16:49
0 0

Re: ad:"Papiergeld ? WER hats erfunden ????"

Nur für den Fall, dass es in diesem Forum jemanden gibt, der es nicht weiß: Die CHINESEN ! ! !

Sehr empfehlenswert zu diesem Thema:


Re: Sehr empfehlenswert zu diesem Thema:

Ebenfalls sehr empfehlenswert (auf jeden Fall mit größerem Informationsgewinn zu lesen als das hier besprochene Opus):
Roland Baader "Geld, Gold und Gottspieler"

Re: Sehr empfehlenswert zu diesem Thema:

sorry....

also, sehr empfehlenswert zu diesem Thema:

David Graeber: "Schulden: Die ersten 5000 Jahre"

Gast: gast1984
07.08.2012 10:36
4 1

Was für ein Humbug!


4 0

ein wenig überflüssig

finde ich diese Publikation. Das nächste Werk dürfte aufschliessen, dass die Produktion von Dachziegeln unweigerlich mit der Entwicklung der Verbreitung von Häusern zusammenfiel.

6 0

Ziemlich oberflächlich

Warum liegen die Erfindung von Schrift und Geld zeitlich nahe beisammen? Weil beide einerseits eine komplexere Gesellschaft für ihr Entstehen benötigen, deren Weiterentwicklung sie wiederum auch fördern. Einen großartigen Zusammenhang über einen Opferkult zu konstruieren, wirkt da schon an den Haaren herbeigezogen. Da ist eher die These glaubwürdig, die Lyder hätten das Geld erfunden, um damit Tempelhuren zu bezahlen.
Der Erfolg des Geldes hat nichts mit einer Opferlogik zu tun - Geld ist als Tauschmittel einfach unheimlich praktisch und ermöglicht komplexe Tauschbeziehungen, die beim Tauschen von Sachgütern undenkbar sind. Im übrigen gab es bereits ausgeprägte Geldwirtschaften vor dem Christentum, die allerdings mit der Völkerwanderung untergingen. Erst nach der wirtschaftlichen Erholung im Mittelalter stieg die Bedeutung des Geldes wieder an. Die Korrelation Christentum-Geld gibt es so einfach nicht.
Die Geldillusion ist im übrigen ein Produkt des säkularen 20. Jahrhunderts als die Staaten zwecks Ausbeutung der arbeitenden Schichten auf Fiatwährungen umgestiegen sind.

 
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