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Julius Maggi und der Aufstieg der Packerlsuppe

23.10.2012 | 09:38 |  Von Peter Huber (DiePresse.com)

Vor 100 Jahren starb der Erfinder der Fertigsuppe: Julius Maggi revolutionierte das Kochen. Sein Name steht bis heute für eine der erfolgreichsten Marken.

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Vor über 100 Jahren, am 19. Oktober 1912, starb der Schweizer Julius Maggi (1846-1912). Er war ein Pionier der Lebensmittelbranche und gilt als Erfinder der Packerlsuppe. Bis heute steht sein Name für eine der erfolgreichsten Marken im deutschsprachigen Einzelhandel. Berühmt machte ihn vor allem die "Maggi Würze", die er 1886 erfand und die das Kochen revolutionierte. In einem Kochbuch seiner Zeit heißt es: "Es gibt nur eine Fertigkäufliche, die für die gute sparsame Küche in Frage kommt, die richtig angewendet den ursprünglichen Eigengeschmack der Speisen nicht deckt, sondern im Gegenteil hebt".

Julius Maggi erkannte das Problem seiner Zeit: Den schlecht ernährten Fabrikarbeitern in den Städten fehlten schlicht Platz, Zeit und Geld, um Obst und Gemüse anzubauen oder gute Lebensmittel zu kaufen. Er wollte daher ein billig und schnell zuzubereitendes Produkt schaffen.

Die Geburtsstunde der Fertigsuppe

Ein wichtiger Grundstein war zwei Jahrzehnte zuvor gelegt worden: 1863 hatte die großindustrielle Produktion von Fleischextrakten zur Herstellung von Suppen begonnen. Traditionelle Suppen aus Bier, Obst, Milch, Brot und Mehl verloren an Bedeutung. Die Basis für den Aufstieg auf Pflanzen basierender Würze und Suppen war geebnet. "Konkurrenz erhielt der Fleischextrakt gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch billigere, aus Pflanzen und Kochsalz hergestellte, Suppenwürzen", ist in der "Geschichte der Konsumgesellschaft" von Wolfgang König nachzulesen.

Die hohe Kindersterblichkeit und viele Krankheiten zählten in der Arbeiterschicht zum Alltag. Einseitige und mangelhafter Ernährung wurden dafür verantwortlich gemacht. Maggi experimentierte daher mit eiweißhaltigen Hülsenfrüchten als Ersatz für das teure Fleisch. 1883 wurde das erste Leguminosenmehl (Leguminosen sind Hülsenfrüchte, Anm.) auf den Markt gebracht. 1886 kamen die ersten kochfertigen Suppen aus Erbsen- und Bohnenmehl in den Handel. Die Fertigsuppe war geboren.(c) Nestle

(c) Nestle

Maggi enthält kein Liebstöckl

Maggi gründete ein "Reclame- und Pressbüro" und dachte sich laut Firmen-Homepage auch "die eigenwillige Form der Würzeflasche aus, sowie die gelb-roten Etiketten und ihre Schriftzüge". Diese sind bis heute ein wertvolles Markenzeichen geblieben. Da der Geruch und Geschmack  von Maggi sehr dem von Liebstöckl ähnelt, wird dieses im Volksmund "Maggi Kraut" genannt. Was nur wenige wissen: In Maggi ist gar kein Liebstöckl enthalten.

Als wichtigster Konkurrent etablierte sich neben Maggi auch der deutsche Lebensmittelhändler Carl Heinrich Knorr (1800-1875). Knorr musste zu Beginn die geschützte Markenbezeichnung "Suppenwürze" von Maggi anerkennen und nannte sein Produkt daher "Knorr-Sos".

Markenstreit um 1900

Nicht immer wurde dabei mit fairen Mitteln gekämpft: "Er (Knorr, Anm.) ahmte die originelle Flaschenform der Maggi-Würze nach und konnte im erbitterten Preiswettbewerb und auch durch ein wenig Industriespionage Maggis monopolartige Vorrangstellung auf diesem neuen äußerst ergiebigen Gewürzmarkt niederringen", heißt es im kulturgeschichtlichen Handbuch "Genussmittel" von Thomas Hengartner und Christoph Maria Meriki.

Aus beiden Firmen wurden schließlich international tätige Großunternehmen mit einer breiten Produktpalette. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten Maggi und Knorr zwischenzeitlichen einen Marktanteil von 90 Prozent am deutschen Suppenmarkt. Und bis heute sind die Produkte der beiden Lebensmittelriesen aus den heimischen Haushalten nicht wegzudenken.

Nestle

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16 Kommentare
4 0

Tonnen werden verkauft - aber keiner verwendts ...

Kann doch nicht sein, dass alles ich verbrauche?

Re: Tonnen werden verkauft - aber keiner verwendts ...

Das ist wie mit den Filmen mit de Nackerten Weiber, das schaut sich auch niemand an.

Gast: Gasteinszweidrei
23.10.2012 12:02
3 1

Copy-Paste-Journalismus

Der Redakteur sollte vielleicht das Problem seiner Zeit erkennen und auch die APA als Quelle nennen...

Re: Copy-Paste-Journalismus

Presse hat keinen Genierer für redaktionelle Werbung

Antworten Antworten Gast: ooefter
23.10.2012 23:30
1 0

Re: Re: Copy-Paste-Journalismus

So etwas ist tatsächlich öfter vorgekommen.

Gast: sowaas
23.10.2012 10:12
1 22

soetwasbrauchinet

Sowas brauch ma net - Gemüse lässt sich leicht und schnell kochen.

6 0

Re: soetwasbrauchinet

roh gegessen spart noch mehr Energie - frag die Grünen

Re: soetwasbrauchinet

Maggi hat Stil.

Antworten Antworten Gast: sowaas
23.10.2012 23:29
0 3

Re: Re: soetwasbrauchinet

wäh

Re: soetwasbrauchinet

Sie haben keine Ahnung vom kochen

Antworten Antworten Gast: baro palatinus
25.10.2012 00:41
8 0

was enthält das gut sortierte gewürzregal des gelernten österreichers?

salz, pfeffer und maggi.
da kitzeln feine geschmackliche nuancen den gaumen. fast so gut wie bei muttern oder beim schachtelwirt, nicht?

Antworten Antworten Gast: phj
23.10.2012 19:40
5 14

Re: Re: soetwasbrauchinet

Aber Sie scheinbar auch nicht.

Maggi zu nehmen ist der verzweifelter Versuch eines Koches/Köchin dem Gekochten einen Geschmack zu geben.

Und Maggi in eine fertige Speise zu geben bedeutet letztendlich : Mir schmeckt das nicht.


Antworten Antworten Antworten Gast: sowaas
23.10.2012 23:29
2 5

Re: Re: Re: soetwasbrauchinet

Ganz genau.

Antworten Gast: Gast 0000
23.10.2012 11:30
5 2

Re: soetwasbrauchinet

Ignorantus, ignoranta, ignorantum...

Re: Re: soetwasbrauchinet

Tschuldigung,was heißt MAGGI auf Lateinisch?

Antworten Antworten Gast: sowaas
23.10.2012 23:29
4 0

Re: Re: soetwasbrauchinet

Angeberlatein zu können bedeutet nicht, Latein zu können. Ich kann es auch nicht - aber ich gebe nicht damit an.

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