München/APA. Das Münchner Landesgericht hat den früheren Vorstand der Bayerischen Landesbank (BayernLB), Gerhard Gribkowsky, am Mittwoch zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Gribkowsky habe beim Verkauf der Formel-1-Anteile der BayernLB von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone 44 Mio. US-Dollar (35,3 Mio. Euro) Schmiergeld kassiert und nicht versteuert, so das Gericht. Der frühere Spitzenbanker wurde wegen Bestechlichkeit in Tateinheit mit Untreue verurteilt. Laut der Anklageschrift hat Gribkowsky das Geld, das er von Ecclestone erhalten hat, mit einer Stiftungskonstruktion in Österreich verschleiert.
Oberstaatsanwalt Christoph Rodler verlangte für den Exbanker eine Haftstrafe von zehn Jahren. Rodlers Angaben zufolge hatte Gribkowsky im Jahr 2006 als Risikovorstand der BayernLB den Auftrag, die Anteile der Bank an der Formel 1 zu verkaufen. Dabei arbeitete er eng mit Ecclestone zusammen, der die Bank als Eigentümer unbedingt loswerden wollte. Um sicherzugehen, dass Gribkowsky den Verkauf in seinem Sinne regle, habe Ecclestone dem Banker aus Bayern einen Beratervertrag bei der Formel 1 und viel Geld versprochen – was Gribkowsky ganz recht war. „Er hatte schon lange die Absicht, die staubige Landesbank zu verlassen“, sagte der Oberstaatsanwalt, der auch eine Mitschuld bei Ecclestone sieht.
Der Formel-1-Boss bestreitet, illegal gehandelt zu haben. Ecclestone hatte bei seiner Zeugenaussage erklärt, er habe sich von Gribkowsky bedroht gefühlt und eine Anzeige bei den britischen Steuerbehörden befürchtet, die ihn Milliarden hätte kosten können. Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen Ecclestone, hat aber noch keine Entscheidung über eine Anklage getroffen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 28. Juni 2012)
Städte-RankingWo die meisten Superreichen leben
KreativDie Welt der Werbung
Cash-KaiserDiese Firmen horten am meisten Bargeld
''Plagiarius''Dreisteste Fälschungen ausgezeichnet
UrlaubÖsterreicher im EU-Ranking voran