22.05.2013 12:17 Merkliste 0

Deutschland: Nachfrage nach Arbeitskräften stockt

28.06.2012 | 11:32 |   (DiePresse.com)

Gegenüber Mai sind die Jobsuchenden zwar um 46.000 zurückgegangen, aber die Arbeitslosenzahl ist weniger stark gesunken als im Juni üblich.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der jahrelange Jobboom in Deutschland verliert weiter an Dynamik. "Auf dem deutschen Arbeitsmarkt gibt es im Juni Anzeichen einer schwächeren Entwicklung", sagte der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise. "So ist die Zahl der arbeitslosen Menschen weniger stark gesunken als im Juni üblich." Im zu Ende gehenden Monat ist die Zahl der Jobsuchenden um 46.000 auf 2,809.000 zurückgegangen.

"Auch die Arbeitskräftenachfrage hat nachgegeben", erläuterte Weise - nicht ohne zu betonen: "Unverändert gut ist die Entwicklung der Erwerbstätigkeit und der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, die weiter deutlich im Plus liegen." Mit einer Trendwende zum Schlechteren rechne er für dieses Jahr nicht. "Wir erwarten aus heutiger Erkenntnis nicht, dass sich das Blatt wendet in 2012", sagte Weise. Als Begründung nannte er unter anderem die Auftragseingänge in der deutschen Wirtschaft, die nach seinen Worten gute Bauwirtschaft und einen guten Binnenkonsum auch durch die vereinbarten Lohnerhöhungen.

Für das kommende Jahr bleibt die BA indes skeptisch. "Für 2013 sind wir natürlich angespannt", sagte Weise. "Da sind all diese Risiken mit der Staatsverschuldung im Euro-Raum im Raum."

Drei Bundesländer über Vorjahresniveau

Im Juni suchten in Deutschland 84.000 Menschen weniger einen Job als noch vor einem Jahr - allerdings wird der Vorjahresabstand laut BA von Monat zu Monat schwächer. In drei Bundesländern liege die Erwerbslosigkeit bereits über dem Vorjahresniveau. Die bundesweite Arbeitslosenquote sank gegenüber dem Vormonat Mai dennoch um 0,1 Punkte auf 6,6 Prozent, nach 6,9 Prozent im Vorjahr.

Saisonbereinigt stieg die Arbeitslosenzahl um 7.000 auf 2,882 Millionen an. Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl nahm im Vergleich zum Vormonat im Westen um 9.000 zu, im Osten hingegen um 2000 ab. Die Nachfrage nach Arbeitskräften schwächte sich auf hohem Niveau ab. Bundesweit sind derzeit 499.000 offene Stellen gemeldet. Vor allem Fachleute aus den Bereichen Metall, Mechatronik, Elektro, Maschinen- und Fahrzeugbau sowie Logistik und Gesundheit werden gesucht.

(APA/dpa/Reuters)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

Hobbyökonom