Fehlspekulationen: JPMorgan-Verluste noch höher?

JPMorgan hatte zwei Milliarden Dollar verspekuliert. Nun ist von bis zu neun Milliarden die Rede. Die US-Investmentfirma Saratoga Capital Management hat eine Sammelklage gegen das Geldhaus eingereicht.

JPMorganVerluste hoeher
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JPMorgan – (c) EPA (JUSTIN LANE)

[Wien/red./ag.] Zunächst war noch von zwei Mrd. Dollar die Rede. Nun könnte sich der Verlust durch Fehlspekulationen bei der US-Großbank JPMorgan auf acht bis neun Mrd. Dollar belaufen, wie die „New York Times“ unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte Quelle berichtet. Bankchef Jamie Dimon hatte bereits im Mai davon gesprochen, dass der bekannt gewordene Verlust im Ausmaß von zwei Mrd. Dollar noch höher ausfallen könnte.

Angaben der Zeitung zufolge will die Bank Mitte Juli im Zuge der Präsentation ihrer Quartalszahlen bekannt geben, wie viel Geld sie tatsächlich mit den Finanzwetten verloren hat. Die US-Investmentfirma Saratoga Capital Management hat bereits reagiert und eine Sammelklage gegen das Geldhaus eingereicht.

Vonseiten einiger US-Regulierungsbehörden wurden zudem Untersuchungen eingeleitet, der Kongress prüft die Vorgänge ebenso. Und auch Jamie Dimon musste sich vor dem Senat bereits einer Anhörung unterziehen.

Die Fehlspekulationen haben indes personelle Konsequenzen nach sich gezogen: Die Leiterin der betroffenen Sparte musste ihren Hut nehmen. Auch war berichtet worden, dass andere Mitarbeiter ihren Job verlieren könnten.
Dimon hatte das Finanzdesaster in der Londoner Filiale am Anfang noch als „Sturm im Wasserglas“ bezeichnet.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.06.2012)

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