EU-Finanzmarktaufsicht fühlt Ratingagenturen auf Zahn

Die ESMA nimmt S&P, Fitch und Moody's ob ihrer analytische Ressourcen verfügen. Nur S&P will seine Methoden auf den Tisch legen.

EUFinanzmarktaufsicht prueft grosse Ratingagenturen
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EUFinanzmarktaufsicht prueft grosse Ratingagenturen
(c) Dapd (Oliver Lang)

Nach der Herabstufung zahlreicher europäischer Banken nimmt die EU-Finanzmarktaufsicht (ESMA) die drei großen Rating-Agenturen unter die Lupe. Mit der Prüfung solle untersucht werden, ob die Methoden von Standard & Poor's (S&P), Fitch und Moody's Investors Service ausreichend stringent und transparent seien, sagte ESMA-Chef Steven Maijoor der Zeitung "Financial Times". Die jüngsten Entscheidungen zur Bewertung europäischer Bankhäuser hätten Anlass zur Sorge gegeben, dass die Ratingagenturen nicht über ausreichend analytische Ressourcen verfügten. Die Untersuchung solle bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. S&P kündigte an, seine Methoden erläutern zu wollen. Die anderen beiden Rating-Agenturen lehnten eine Stellungnahme ab.

Moody's hatte in den vergangenen Monaten die Bewertung für eine ganze Reihe europäischer Banken herabgestuft. Zuvor waren die Rating-Agenturen auch schon im Zuge der europäischen Schuldenkrise massiv in die Kritik geraten. So hatten sie mehrfach ihre Note für angeschlagene Staaten wie Spanien und Italien heruntergestuft. Europäische Politiker werfen den Agenturen vor, mit ihren Urteilen die Krise verschärft zu haben. Daraufhin hatten die Behörden weltweit ein genaueres Auge auf die Bonitätswächter geworfen. Die Agenturen entgegnen, dass sie lediglich die Überbringer schlechter Nachrichten seien. Die Verantwortung für die Finanzmisere trügen die Staaten selbst.

(APA/Reuters)

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