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Fiat-Tochter Iveco schließt Grazer Werk

02.07.2012 | 13:29 |   (DiePresse.com)

Insgesamt sollen fünf europäische Standorte geschlossen werden. Insgesamt sind 1075 Arbeitnehmer betroffen, 110 davon in Graz.

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Der Nutzfahrzeughersteller Iveco, Tochter des italienischen Autobauers Fiat, schließt bis Ende des Jahres die österreichische Produktionsstätte bei Graz. Dies teilte Ivecos Geschäftsführer Alfredo Altavilla nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA am Sonntag mit. Iveco plant bis Jahresende die Schließung von insgesamt fünf Produktionswerken in Europa, was 1075 Arbeitnehmer betreffen wird. Geschlossen werden neben dem österreichischen Standort auch das französische Produktionswerk in Chambery sowie in Deutschland Werke in Weisweil, Ulm und Görlitz. In Ulm soll ein Produktionszentrum für Feuerwehrfahrzeuge entstehen.

"Die Schließungen sind eine schmerzhafte Entscheidung, die das Unternehmen insgesamt stärken soll. Wir haben die Investitionen nicht gestrichen", sagte Altavilla.

110 Mitarbeiter in Graz sind betroffen

In der Steiermark sind von den geplanten europäischen Werksschließungen des Nutzfahrzeugeherstellers Iveco - einer Fiat-Tochter - 83 ständige Beschäftigte und 27 Leiharbeitskräfte betroffen. Wie von der Ulmer Konzernzentrale des Feuerwehrfahrzeuge-Produzenten Iveco Magirus mitgeteilt wurde, gebe es noch Verhandlungen, es werde ein Sozialplan für die Beschäftigten des Werkes in Hönigtal/Kainbach östlich von Graz ausgearbeitet.

Iveco Magirus
Das Unternehmen Iveco Magirus firmierte früher als Familienbetrieb unter Lohr-Magirus, war 1997 insolvent und von Iveco-Magirus übernommen worden.

Am Firmensitz Kainbach werden Fahrzeuge unterschiedlichster Art und Konfiguration für den österreichischen Markt, Südtirol sowie für die angrenzenden osteuropäischen Staaten gefertigt.

Ob am steirischen Standort Tätigkeiten weiter durchgeführt würden, sei noch Gegenstand von Verhandlungen. Spätestens bis Jahresende werde man Klarheit haben, sagte ein Sprecher. Laut Firmenbuch erzielte Iveco Magirus in Hönigtal/Kainbach im Jahr 2010 einen Umsatz von rund 36 Millionen Euro, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) belief sich auf 2,43 Millionen Euro.

Gemeinde hart getroffen

Die Umstrukturierungen im Unternehmen dürften die Gemeinde und die Umgebung hart treffen. Die neue Fertigungshalle war mit beträchtlicher finanzieller Hilfe der Gemeinde errichtet worden, eine Verringerung oder der komplette Wegfall der Steuern ist auch für größere Kommunen nicht ohne weiteres zu verdauen.

Bereits Anfang Mai hatte es geheißen, dass der Feuerwehr-Fahrzeughersteller seine Produktion in Hönigtal/Kainbach bei Graz nach Deutschland verlegen und nur mehr eine Art Servicezentrum und die Endfertigung am steirischen Standort führen werde.

(APA)

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2 Kommentare
Gast: 1. Parteiloser
02.07.2012 16:58
1 0

Die Meldungen werden häufiger kommen!

Es ist ja schon länger so, dass die Staatlichkeit von der Wertschöpfung der Menschen in den Unternehmen bis über 50% an Zwangsabgaben abkassiert.

Es ist daher auch schon lange so, dass Unternehmen, Unternehmer und Arbeitnehmer eine tolle Leistung für den Staat erbringen, selber aber immer weniger davon hatten.

Letztes Jahr, einem Jahr der Hochkonjunktur, da hat die BA eine Meldung gemacht, nach welcher schon 43% der KMU permanent in der Verlustzone arbeiten. Bei diesen Zwangsabgaben auch kein besonderes Wunder.

Jetzt wird es nochmals härter werden und die Lage für die Unternehmen noch schlimmer werden. Klar, dass es keine Sinn hat Unternehmen zu halten, wenn diese keinen Gewinn machen können.

Es ist nur logisch, dass viele Unternehmen mit der Fluchtvorbereitung beschäftigt sind. Das wird besonders den produzierenden Sektor treffen, viel Kleinbetriebe könne ja kaum aus.

Wenn die Politik so weiter macht, also das einnahmenseitige Sparen weiter treibt, dann beschleunigt diese Regierung auch die Flucht von Unternehmen aus Österreich.

Das wird dann nichts anderes bedeuten, als dass Österreich einen riesigen geschützten Bereich haben wird und Millionen von Transferleistungsbezieher.

Solange der Ruhegenießer mehr als das Doppelte eines aktiv Berufstätigen abkassieren kann, solange wird sich daran auch nichts ändern (können).

Gast: gast1984
02.07.2012 13:58
2 0

Das ist gelebter Wirtschaftsaufschwung!

Halt für anderswo!

Hobbyökonom