Der Nutzfahrzeughersteller Iveco, Tochter des italienischen Autobauers Fiat, schließt bis Ende des Jahres die österreichische Produktionsstätte bei Graz. Dies teilte Ivecos Geschäftsführer Alfredo Altavilla nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA am Sonntag mit. Iveco plant bis Jahresende die Schließung von insgesamt fünf Produktionswerken in Europa, was 1075 Arbeitnehmer betreffen wird. Geschlossen werden neben dem österreichischen Standort auch das französische Produktionswerk in Chambery sowie in Deutschland Werke in Weisweil, Ulm und Görlitz. In Ulm soll ein Produktionszentrum für Feuerwehrfahrzeuge entstehen.
"Die Schließungen sind eine schmerzhafte Entscheidung, die das Unternehmen insgesamt stärken soll. Wir haben die Investitionen nicht gestrichen", sagte Altavilla.
110 Mitarbeiter in Graz sind betroffen
In der Steiermark sind von den geplanten europäischen Werksschließungen des Nutzfahrzeugeherstellers Iveco - einer Fiat-Tochter - 83 ständige Beschäftigte und 27 Leiharbeitskräfte betroffen. Wie von der Ulmer Konzernzentrale des Feuerwehrfahrzeuge-Produzenten Iveco Magirus mitgeteilt wurde, gebe es noch Verhandlungen, es werde ein Sozialplan für die Beschäftigten des Werkes in Hönigtal/Kainbach östlich von Graz ausgearbeitet.
Am Firmensitz Kainbach werden Fahrzeuge unterschiedlichster Art und Konfiguration für den österreichischen Markt, Südtirol sowie für die angrenzenden osteuropäischen Staaten gefertigt.
Ob am steirischen Standort Tätigkeiten weiter durchgeführt würden, sei noch Gegenstand von Verhandlungen. Spätestens bis Jahresende werde man Klarheit haben, sagte ein Sprecher. Laut Firmenbuch erzielte Iveco Magirus in Hönigtal/Kainbach im Jahr 2010 einen Umsatz von rund 36 Millionen Euro, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) belief sich auf 2,43 Millionen Euro.
Gemeinde hart getroffen
Die Umstrukturierungen im Unternehmen dürften die Gemeinde und die Umgebung hart treffen. Die neue Fertigungshalle war mit beträchtlicher finanzieller Hilfe der Gemeinde errichtet worden, eine Verringerung oder der komplette Wegfall der Steuern ist auch für größere Kommunen nicht ohne weiteres zu verdauen.
Bereits Anfang Mai hatte es geheißen, dass der Feuerwehr-Fahrzeughersteller seine Produktion in Hönigtal/Kainbach bei Graz nach Deutschland verlegen und nur mehr eine Art Servicezentrum und die Endfertigung am steirischen Standort führen werde.
(APA)
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