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DIW: "Krise im Euroraum holt deutsche Wirtschaft ein"

04.07.2012 | 15:05 |   (DiePresse.com)

Das Institut revidiert die Prognose für 2013 auf "knapp zwei Prozent". Die Schuldenkrise bringt nur eine gedämpfte Nachfrage der Länder mit sich.

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Die Krise im Euroraum entfaltet nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) eine größere Bremswirkung auf die Konjunktur in Deutschland als zunächst erwartet. Für 2013 rechnet das DIW nun mit 1,9 Prozent Wirtschaftswachstum und damit mit einen halben Prozentpunkt weniger als noch im April veranschlagt. Für 2012 bleibt es bei der Frühjahrsprognose von einem Prozent. Die schwache konjunkturelle Entwicklung werde in diesem Jahr vorübergehend einen leichten Rückgang der Beschäftigung zur Folge haben, sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner.

Wachstumstreiber bleibt der private Konsum. Die Exportaussichten bleiben dagegen auch wegen der Schuldenkrise zunächst verhalten. Die Hoffnungen richten sich nun auf einen neuen Aufschwung in China und Brasilien.

Matte Nachfrage schlägt auf Exporte durch

Während die DIW-Vorhersage für 2012 unverändert blieb, hatten die Ökonomen für 2013 im April noch ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2,4 Prozent vorhergesagt. "Die Krise wird die Konjunktur länger beeinflussen als wir gedacht haben", sagte Fichtner. Der Euro-Raum stecke in einer massiven Rezession, daran ändere auch der vom Euro-Gipfel vergangene Woche beschlossene Pakt für Wachstum und Beschäftigung nichts.

Auch aus den übrigen Industrieländern dürfte die Nachfrage eher gedämpft bleiben, erwarten die DIW-Forscher. In den USA werde die Regierung nach den Präsidentschaftswahlen im November mit kräftigen Einsparungen auf die hohe Staatsverschuldung reagieren. Nur in Schwellenländern wie China und Brasilien werde die Konjunktur dank einer expansiveren Geld- und Finanzpolitik allmählich wieder zulegen.

Haushaltsnachfrage stabil

Das Wirtschaftswachstum stützt sich in Deutschland 2012 vor allem auf eine recht kräftige Nachfrage der privaten Haushalte. "Die Menschen in Deutschland sind zwar auch verunsichert und legen mehr Geld zurück", sagte DIW-Experte Simon Junker: "Die Einkommen dürften in diesem Jahr aber kräftig steigen, das regt die Konsumnachfrage an." Gleichzeitig sei mit zurückgehender Inflation zu rechnen, so dass die Kaufkraft deutlich zulege.

Im Sommerhalbjahr 2012 werde die Konjunktur trotzdem merklich schwächeln, was auch am Arbeitsmarkt zu spüren sein werde. Zeitweise sei sogar mit Beschäftigungsrückgängen zu rechnen. Trotzdem werde die Arbeitslosenquote mit knapp sieben Prozent in diesem und im nächsten Jahr stabil bleiben: "Insgesamt steht die deutsche Wirtschaft immer noch sehr gut da." Eine Rezession wegen der Krise im Euroraum sei in Deutschland nicht zu erwarten.

(APA/dpa)

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