18.05.2013 14:23 Merkliste 0

"The Shard": Büros in der Glasscherbe stehen leer

05.07.2012 | 13:23 |   (DiePresse.com)

Europas höchstes Gebäude könnte zum Wahrzeichen Londons werden. Es gibt aber keinen einzigen Mieter für 55.000 Quadratmeter Büroflächen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

"The Shard" (dt. die Glasscherbe) ist das höchste Gebäude Europas und steht am Südufer der Themse in London. Es könnte das neue Wahrzeichen der Stadt werden. Bei all den Jubelmeldungen rund um die Einweihung des Turms und die Eröffnung der Olympischen Spiele in drei Wochen geht aber eines oft unter: Zwei Drittel der Fläche sind für Büroräume vorgesehen - Mieter gibt es dafür aber bisher keinen einzigen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Londons Büroflächen stehen leer

Immobilienentwickler Irvine Sellar sucht also zahlungskräftige Mieter für seinen Turm. 55.000 Quadratmeter Bürofläche stehen leer. Vermietet sind bisher nur die Stockwerke 34 bis 52 an die Nobel-Hotelkette Shangri-La. Darunter dürften sich mehrere Gourmet-Restaurants einrichten und auch die Luxusapartments in den Etagen 53 bis 65 sind stark nachgefragt, wie "Die Presse" im April berichtete. Die gebeutelte Bankenbranche fällt als mögliche Kundschaft aus.

Die Lage am Gewerbe-Immobilienmarkt der Hauptstadt Großbritanniens ist äußerst angespannt. Im Finanzzentrum Londons stehen laut "Welt" fast zwei Drittel der 2011 fertig gewordenen Büroflächen leer. Die Zahl der neuen Mietverträge brach demnach in der ersten Jahreshälfte 2011 um 52 Prozent ein. Die Aussichten für 2012 sind nicht besser.

Hoch über London: The Shard

Alle 13 Bilder der Galerie »

"Bis 2014 sind wir ausgebucht"

Sellar ist laut "FAZ" dennoch zuversichtlich. "Bis Ende 2014 sind wir voll ausgebucht", sagt er. Die Verhandlungen würden laufen. Und auch Scheich Abdullah Bin Saoud Al Thani, Notenbankchef des Golf-Emirats Katar übt sich in Gelassenheit. "Für uns ist das eine langfristige Investition, und wir werden unser Geld zurückverdienen", so der Scheich. Die Notenbank hält 80 Prozent der Anteile an dem Projekt.

Sellars Selbstvertrauen ist groß. Die Londoner Verkehrsbetriebe, die sich ein Drittel der Büroflächen gesichert hatten, wurden wieder aus dem Gebäude gedrängt. Der Grund: "Transport for London" hätte monatlich nur 3,60 Pfund pro Quadratmeter gezahlt. Sellar erhofft sich den doppelten Preis.

Der Wolkenkratzer-Index

In diesem Zusammenhang sei auch der sogenannte Wolkenkratzer-Index erwähnt: Je höher der Wolkenkratzer, desto näher ist die Krise (mehr dazu...). In der Vergangenheit hat sich dieser Index immer wieder als treffsicher erwiesen. Die Erklärung: In Zeiten extrem expansiver Geld- und Kreditpolitik sind Wolkenkratzer ein Zeichen für fehlgesteuertes Kapital.

Bauwahn: Dubai und der Gigantismus

Alle 23 Bilder der Galerie »

 

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

4 Kommentare
0 0

und

wo bitte, gibt es keine (größeren) Immobilien-Probleme ? (Penthäuser ausgenommen..)

Re: und

Den Beistrich können Sie sich sparen.

Gast: gast1984
05.07.2012 13:50
1 0

Die Lage am Gewerbe-Immobilienmarkt der Hauptstadt Großbritanniens ist äußerst angespannt.

SSKM!

Re: Die Lage am Gewerbe-Immobilienmarkt der Hauptstadt Großbritanniens ist äußerst angespannt.

sagen wir es ist eine blase

Hobbyökonom