Nadelöhr der Energiewende: Windrad sucht Anschluss

07.07.2012 | 18:00 |  von Matthias Auer (Die Presse)

Viele Windräder in der Nordsee liefern keinen Strom, da Siemens die Anbindung ans Land nicht pünktlich geschafft hat. Ein Besuch im Nadelöhr der Energiewende.

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Stetig drehen sich die Windräder vor der deutschen Nordseeküste. Mehr als gigantische Vogelscheuchen aus Stahl sind manche von ihnen bis jetzt aber nicht. Denn noch hat Siemens die versprochenen Steckdosen für das Meer nicht geliefert, die nötig sind, um den Strom auch ans Festland zu bringen.

„Wir haben einfach alles unterschätzt“, sagt Tim Dawidowsky. Der 45-jährige Siemens-Ingenieur steht inmitten der Konverterplattform „Helwin 1“ in der Nordic-Yard-Werft in Wismar. Stahlkolosse wie dieser sollen helfen, den Wechselstrom, den die Windmühlen auf hoher See erzeugen, in Gleichstrom umwandeln, damit dieser mit geringen Verlusten an Land geliefert werden kann. Dieser Tage hätte mit „Helwin 1“ die erste solche Meeres-Steckdose 85 Kilometer vor der Küste von Helgoland in den Meeresboden gerammt werden sollen. Stattdessen sitzt das Ungetüm immer noch im Trockendock und wird von 700 Werftarbeitern bearbeitet. Mindestens ein Jahr verspätet wird Siemens den Schlüssel für die Anbindung ans deutsche Stromnetz liefern. Eine halbe Milliarde Euro Verlust hat das Unternehmen im ersten Halbjahr dafür bereits verbucht.

Projekt-Profi. Dawidowsky soll nun die Scherben aufräumen. Erst vor vier Tagen hat er die Leitung der neu geschaffenen Siemens-Geschäftseinheit Übertragungslösungen übernommen. Und Lösungen sind vom Projekt-Profi, der zuletzt für die Linzer Siemens-Tochter VAI Stahlwerke in der ganzen Welt baute, auch gefragt. Er ist schließlich verantwortlich dafür, dass das Geschäft mit der Offshore-Windkraft für Siemens nicht zum Debakel wird – und die deutsche Energiewende am Leben bleibt.

Der Ausbau der Windräder in der Nord- und Ostsee ist das Herzstück des Plans der deutschen Regierung, sich künftig mit Energie aus erneuerbaren Quellen zu versorgen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Der stete Wind auf hoher See lässt die Windräder bis zu 4000 Stunden im Jahr auf vollen Touren arbeiten. An Land schaffen sie die Hälfte, ein Atomkraftwerk auch nur knapp doppelt so viel. In acht Jahren sollen 8000 Windräder vor der deutschen Küste stehen. Heute sind es gerade erst 152. Und diese drehen sich mangels Netzanschluss bisweilen umsonst.

Er habe seinen Ingenieuren zu viel zugetraut, räumte Siemens-Chef Peter Löscher zuletzt ein. In der Sorge, ein Riesengeschäft zu verpassen, riss der Münchener Konzern gleich die Aufträge für vier der fußballfeldgroßen Würfel an sich. Zu viel auf einmal, wie sich herausstellen sollte. Denn Siemens beherrscht zwar die HGÜ-Technik, mit der die 15.000 Tonnen schweren Ungetüme Wechselstrom in Gleichstrom umwandeln – und so den Transport über hundert Kilometer lange Seekabel erst möglich machen.
Aber das Unternehmen hat sich im Vorfeld ziemlich verrechnet. „Am Anfang eines Projekts merkt man oft gar nicht, wenn etwas schief läuft“, sagt Dawidowsky. Erst als der Bau beginnen sollte, wurden die Fehlkalkulationen langsam sichtbar: Die Plattformen erforderten mehr Material, mehr und anders geschulte Mitarbeiter, mehr Stunden in den deutschen Amtsstuben als anfangs gedacht.

Zu laut für Schweinswale. Dabei ist Siemens kein Neuling auf hoher See. Das Unternehmen hat bereits Konverter für Offshore-Windparks gebaut. Doch dieser Auftrag sprengt alle Dimensionen: Wo die Meeres-Steckdosen stehen sollen, ist das Wasser doppelt so tief wie bei bisherigen Projekten. Sie müssen die doppelte Leistung schaffen und wiegen fünfmal mehr als ihre Vorgänger.

Ein Teil des Problems rührt daher, dass sich Deutschland entschieden hat, die Offshore-Windparks aus der Sichtweite der Bürger zu verbannen. Anders als in Großbritannien stehen die Windmühlen meist über 80 Kilometer von der Küste entfernt. Dafür erspart sich der Konzern im Gegenzug Probleme mit Anrainern, könnte man meinen. Doch weit gefehlt.

Die rund 50.000 Schweinswale, die hier leben, bestimmen weitgehend, wann und wie Siemens die Konverterplattformen installieren darf. Zur Paarungszeit der zwei Meter langen Meeressäuger geht gar nichts. Und beim Verankern der Plattformen darf ein Geräuschpegel von 165 Dezibel auf 750 Meter Entfernung nicht überschritten werden, um die Schweinswale nicht zu stören. Damit das gewährleistet ist, setzt Siemens um jeden Pfahl am Meeresboden noch ein Stahlrohr und pumpt das Wasser aus dem Zwischenraum, bevor es den Pfahl in den Boden rammt. Jeder dieser „Schalldämpfer aus Luft“ kostet etliche Millionen Euro. „Verwenden können Sie so ein Ding genau einmal“, klagt Dawidowsky. Zumindest solange es noch keine Industriestandards für Konverter gibt. Jede der vier Plattformen, die Siemens baut, ist ein Einzelstück. Keine von ihnen wird Gewinn abwerfen. Ein Drittel des Auftragswerts von 1,4 Milliarden Euro hat das Unternehmen schon in den Wind geschrieben.

Kabel und Arbeiter fehlen. Das ist nicht nur ein Rückschlag für Siemens. Der gesamte Umbau der Energielandschaft wird dadurch gebremst. Es fehlt an Erfahrung, an Tiefseekabeln und nicht zuletzt an Ingenieuren, die richtig ausgebildet sind. Siemens verdoppelte seine Mannschaft für diese Projekte zuletzt zwar auf 300 Mitarbeiter. Wie knapp Fachkräfte in der Branche aber gesät sind, zeigt das Schicksal von Wilfried Breuer. Der Deutsche war bei Siemens bis vor Kurzem verantwortlich für den Stromanschluss der Offshore-Windparks. Nach dem Debakel musste er gehen. Lange war der erfahrene Manager aber nicht auf Jobsuche. Breuer wechselte einfach die Seiten und heuerte beim Netzbetreiber Tennet an, der die Konverter bei Siemens bestellt hat.

Die Energiewende stockt. „Ich freue mich, weiter am Projekt arbeiten zu können“, sagt Breuer bei einem Rundgang auf „seiner“ alten Plattform. „Ich bin Überzeugungstäter geblieben.“ Sorgenlos ist er auch bei Tennet nicht. Das dänische Unternehmen hat sich verpflichtet, alle Windparks ans deutsche Netz anzubinden. 30 Monate gibt die Politik den Unternehmen Zeit, um einen Windpark ans Netz anzuschließen. In der Realität dauert es fast doppelt so lang. Wer für die Verzögerung nun geradestehen muss, ist nicht geklärt.
„Man kann die Grenzen der Physik nicht überschreiten“, sagt Dawidowsky, und auch Breuer bremst die Euphorie der Politiker. Es brauche einen koordinierten Ausbau statt zügellosem „Anschluss auf Zuruf“. Es habe keinen Sinn, die Windenergie am Meer weiter auf Hochdruck auszubauen, solange es keine Leitungen gibt, um den Strom aus dem Norden zu den Verbrauchern im Süden zu bringen. Deutschland fehlen aber nicht nur Leitungen, es fehlen Speicher für Tage mit zu viel Strom und Gaskraftwerke im Süden, die einspringen, wenn Wind und Sonne einmal auslassen. Die Energiewende stockt, und das nicht nur auf hoher See.

Nächsten Sommer soll zumindest ein Teil des Problems gelöst werden. Geht alles gut, wird „Helwin 1“ vor Helgoland verankert. Wenn nicht, können sich die Schweinswale noch einmal über einen ruhigen Sommer freuen.

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49 Kommentare
 
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Warum werden erst die Windräder gebaut,

und dann erst die Trafo-Stationen und Stromleitungen - warum nicht beides gleichzeitig?

Re: Warum werden erst die Windräder gebaut,

Weil das egal ist.
Sobald so ein hochsubventioniertes Unding steht wird verrechnet, egal ob da was rauskommt oder nicht.
Die Verrechnung erfolgt nämlich im Vorhinein u. die APG hat niemals die personelle Kapazität das alles zu überprüfen, oder wollen vielleicht auch gar nicht.
Den Ökogläubigen ist das ja auch wurst, bzw. wollen den Schwindel einfach nicht wahrhaben.
Das alles ist Korruption in Reinkultur, wie das gesamte Ökostromregime.
Der Mitterlehner weiß das mittlerweile auch, nur traut sich das verlogene Milchbubi nicht, der Bevölkerung die Wahrheit zu sagen, weil er vor kurzem erst die Fördersätze auf geradezu kriminelle Weise erhöht hat.
Natürlich zugunsten seiner schwarzgrünen Klientel.

Antworten Antworten Gast: Peter Imlehner
09.07.2012 09:39
2

Das ist zwar völlig falsch,

aber Ihr Post gibt einen guten Einblick in die wirre Denkweise der Energiehasser.

Re: Warum werden erst die Windräder gebaut,

lesen hilft

Re: Warum werden erst die Windräder gebaut,


Weil das alles irres Geld kostet, das man den Konsumenten nicht alles sofort aufbürden kann.

So befriedigt man einmal die Wndrad- Lobbyisten und lässt sie auf Kosten der Allgemeinheit bauen und viel Geld kassieren. Die Poliitker erhoffen sich da in Zukunft gute Aufsichtsratsposten!

Auch bei Siemens werden solche Posten bereits reserviert.


Gast: rechenkünstler
08.07.2012 14:29
2

quo vadis

1. was soll der seitenhieb auf die kernkraftwerke
ein jahr hat nun mal nur 8700h wenn ich da von 4000 das doppelte schaffe habe ich 90% verfügbarkeit nicht nur 40% die ich vor allem steuern kann
das ist 6 mal so viel ausfall (und nicht steuerbar)

165 dezibell in 750m entfernung
da stimmt was nicht 165 dezibell hat ein raketentriebwerk in 1m entfernung das nimmt jedoch mit r³ ab das würde bedeuten das das bohren 1millarde mal so laut sein müsste wie ein raketentriebwerk

bitte liebe presse mal nachrechnen nachdenken und recherche betreiben

eine pressemeldung von siemens kann ich mir auf deren werbeflyer selber durchlesen

Re: quo vadis

Im Wasser breitet sich der Schall viel besser aus, als in Luft. Das hängt mit der Inkompressibilität des Wassers zusammen.
Niederfrequente Schallwellen kann man im Wasser über ganze Ozeane hören.
Im Seewasser nimmt der Druckpegel theoretisch linear mit der Enfernung ab, also WESENTLICH laqnsamer als in Luft.

Der Bezugsschalldruckpegel ist in der Luft 20 µPa und im Wasser 1 µPa. Der Schallpegel wird als logarithmisches Verhältnis zum Bezugsdruck angegeben.

Beide Werte (Wasser, Luft) sind eigentlich nicht vergleichbar.
Die 165 dB in Wasser entsprechen etwas mehr als 100 dB in Luft.

Ein Hochleistungssonar erzeugt in 1 m Entfernung einen Wasser-Schalldruckpegel von ca. 230 dB!

Re: quo vadis

Atomkraftwerke lassen sich steuern, aber nur bis zu dem Tag, wo man aus der Steuerkabine vom Steuermann ein „ups“ hört.

Und danach sitzt der Steuermann weinerlich in einer Ecke und jammert warum man keine Windräder gebaut hat.

Der Rechenkünstler hat sich verrechnet!

Re: quo vadis

Bei 165 Dezibel Schallstärke wird man schon nach wenigen Minuten taub oder zumindest schwerhörig. Diese Angabe im obigen Artikel kann wirklich nicht stimmen.


Re: quo vadis

naja,

ich würde meinen der artikel ist zur befriedung der konservativen presse leserschaft.

die energiewende in DE ist voll im gange, und zeigt schon sehr große erfolge.

Bsp: DE hat etwa 25GW photovoltaikleistung (installiert), 19GWh wurden 2011 erzeugt.

Re: Re: quo vadis

Woher haben Sie die Behauptung, dass die Energiewende "sehr große Erfolge" zeigt? Gibt es schon irgendeine Meldung, dass die vielen deutschen Windräder zu weniger Verbrauch an fossilen Brennstoffen geführt haben? Das Gegenteil ist eingetreten! Weil die Kernkraftwerke abgeschaltet wurden, ist der Verbrauch dieser Brennstoffe und damit der CO2-Ausstoß (nicht nur in Deutschland, sondern auch in den Nachbarstaaten, die helfen müssen die Atomstromlücke mit mehr fossiler Energie zu füllen) explodiert. Die "Energiewende" verursacht nach grüner Theorie eigentlich eine "Klimakatastrophe"!

Wenn es wahr ist, dass 25 GW installierte Leistung im Jahr 2011 nur 19 GWh liefern konnten, dann haben die deutschen Photovoltaikanlagen im ganzen Jahr 2011 nur eine Dreiviertelstunde lang Strom geliefert!

Antworten Gast: ingeniöse
08.07.2012 15:55
0

Re: quo vadis

1. Volllaststundenzahl hat nix mit der technischen Verfügbarkeit zu tun. Die Angaben passen schon.

2. Die dB Werte beziehen sich auf das Medium Meerwasser.

Der Irrsinn liegt auch darin,

dass der Netzbetreiber vom Kraftwerksbetreiber dank einer "schlauen" EU-Regelung getrennt wurde. In Österreich ist es nun wieder eine Art Verein, nämlich die Austrian Power Grid (APG) die diesen Unsinn verwaltet.
Damit kann jeder korrupte Idiot ein Windrad irgendwo in der Pampa aufstellen u. braucht sich keine Sorgen zu machen, dass der teure hochsubventionierte Wahnsinn auch angeschlossen wird.
Dafür sorgt nämlich das korrupte Ökostromgesetz, das von unseren korrupten Politikern beschlossen wurde.
Zahlen darf es der kleine Stromkunde, denn die großen Verbraucher sind ja von dem Ökowahnsinn ausgenommen.

Antworten Gast: oekonomist
09.07.2012 08:20
0

Re: Der Irrsinn liegt auch darin,

Und woher bitte haben Sie die Information, dass große Verbraucher von Öko-Strom-Abgaben ausgenommen sind?
M.W.n. beträgt z.B. die Öko-Strompauschale seit 1. Juli für Industrie 35.000€/a, für Haushalte "nur" 15 €/a (ca. 300.000 sind überhaupt aus sozialen Gründen befreit). Und für die übrigen Öko-Stromkosten zahlen alle je kWh den gleichen Prozentaufschlag auf die Netzksoten (dzt. rund 15,5 %).

Re: Re: Der Irrsinn liegt auch darin,

Aus ECRA Emmissionsregisterstelle Wien, 14.01.2010:
"Die Rückvergütung von Ökostrom-Kosten für energieintensive Unternehmen kommt gut an. Bisher sind 2.268 Anträge zur Rückvergütung der Ökostromkosten bei der E-Control eingegangen. Das entspricht laut der Regulierungsstelle einem Volumen von 23,2 Mio. Euro".
Erst im neuen Ökostromgesetz wurde der §30 e gestrichen.
Die Rückvergütungen aus dem alten Gesetz sind natürlich noch voll im Gange, es werden offensichtlich nur keine neuen Anträge mehr angenommen.

Re: Re: Re: Der Irrsinn liegt auch darin,

@ oekonomist!
Ihnen ist noch eine Kleinigkeit entgangen :
Zitat der e-control jüngsten Datums:
"Denn eines sei sicher: Die jährlich rund 1,5 Mrd. Euro für Instandhaltung und Betrieb des Netzes müssten letztlich von den Netzkunden bezahlt werden. "Dass eine Kundengruppe diese Leistung gänzlich gratis in Anspruch nimmt, geht zu Lasten aller anderen Kunden", stellt Energie-Control-Vorstand Martin Graf fest. (APA/red)

Re: Der Irrsinn liegt auch darin,

Da ist einer, der weiß, wovon er spricht!

Re: Re: Der Irrsinn liegt auch darin,

Danke für das Kompliment.
Manchmal wäre es mir allerdings lieber ich wüßte nicht so viel davon.
Es verunsichert mich jedenfalls, wenn ich an die Möglichkeit denke, dass es auf anderen Gebieten auch so korrupt u. verlogen zugeht wie beim hochsubventionierten Ökoenergie-Wahnsinn.

Antworten Antworten Antworten Gast: 43er
09.07.2012 09:40
0

Sie haben

weder den Artikel noch das Post Ihres Vorposters verstanden, gell.

Gast: gastnamen
08.07.2012 12:13
4

Die konkreten Auswirkungen

auf die Meeresökologie sind noch unklar und derzeit Gegenstand der Forschung.

In folgendem Artikel zu lesen
https://de.wikipedia.org/wiki/Windkraftanlage#Auswirkungen_auf_Standorte_im_Meer
Die im 2ten Absatz angeführten Forschungen wurden wahrscheinlich durch "beteiligte Firmen" oder durch die NL in Auftrag gegeben...

Leitungsproblematik, Schwingungsproblem (Absatz 5.1.8),... das Ganze ist anscheinend ein Versuchsprojekt auf Kosten der Steuerzahler und bestätigt mich in meinem ersten Posting. (Lobbing und Provisionen...)

Da hilft nur eines, den (verrückten) Tesla ausgraben und klonen ;-)
(Scherzerl, schönen Sonntag)


Gast: ANton7N
08.07.2012 10:50
0

Und Siemens soll ELGA

bei uns umsetzen. Na servas, Gute Nacht.

Ob dieser Strom ans Festland gebracht werden kann, ist sowieso egal und "4000 Stunden im Jahr auf vollen Touren arbeiten" ist einfach Unsinn!

Ganz richtig schreibt Matthias Auer, dass "es keine Leitungen gibt, um den Strom aus dem Norden zu den Verbrauchern im Süden zu bringen".

Wenn man sieht, dass z. B. die doch recht kleine Lücke in der österreichischen Ringleitung über Jahrzehnte wegen Bürgerprotesten nicht geschlossen werden kann, so ist es unvorstellbar, dass die Deutschen dieses Milliarden verschlingende, riesige Leitungsnetz, welches für die Verwertung des Windstromes nötig wäre, in den nächsten Jahrzehnten zusammenbringen!

"4000 Volllaststunden" bedeutet keineswegs, dass die Windräder so lange mit Volllast laufen. Diese Ziffer kommt nämlich so zustande, dass die gesamte Stromlieferung durch die Nennleistung dividiert wird.
Die wirkliche Stromlieferung eines Windrades sieht so aus, dass es innerhalb eines Monats nur ein paar Stunden lang volle Leistung liefert, aber oft tagelang so gut wie keinen Strom: Wenn der Wind nur mit einem Drittel der Windgeschwindigkeit, bei der das Windrad wegen Bruchgefahr stillgesetzt werden muss weht, so ist der Energieinhalt des Windes nur mehr ein Siebenundzwanzigstel der Volllast, das ist praktisch nichts.

Wegen dieser Unregelmäßigkeit des Windstroms konnte noch kein Dampfkessel heruntergefahren werden, und die berechnete CO2-Einsparung durch Windstrom steht nur auf dem Papier!

Aus diesen Gründen ist die deutsche "Energiewende" nur eine Utopie, und Verzögerungen sind ohne Bedeutung.

Antworten Gast: NYE
08.07.2012 10:49
2

Niemand misst die jährliche Stromerzeugung eines Kraftwerks

in Volllaststunden. Das tut man in MWh und da stehen Windräder ganz gut da. Und bei Offshore Windparks schaut es sogar mit den Volllaststunden blenden gut aus, auch wenn Ihnen das nicht passt.

Re: Niemand misst die jährliche Stromerzeugung eines Kraftwerks

den konservativen passt gar keine veränderung, denn diese zeichnet aus, dass sie massive angst vor veränderungen haben.
woher diese ängste kommen, kann verschiedene gründe haben.

es ist in DE die wirtschaft, welche die unabhängigkeit von enerige aus krisenländern braucht und wünscht.

Re: Niemand misst die jährliche Stromerzeugung eines Kraftwerks

Alle Betreiber von Windkraft- und Solaranlagen rechnen in Volllaststunden. Die Nennleistung in MWh sagt ja bei solchen Anlagen, deren Stromlieferung extrem schwankt, gar nichts!
Übrigens: auch bei herkömmlichen Kraftwerken sagt die Nennleistung wenig, dort kommt es auf das Regelarbeitsvermögen an.

Auer schreibt ganz korrekt, dass bei Offshore-Anlagen 4000 Vollaststunden erhofft werden.
Für Anlagen im Binnenland findet man im Internet stark schwankende Erfahrungswerte. Eigentlich muss man froh sein, wenn das Windrad 1700 Volllaststunden schafft.

Antworten Antworten Antworten Gast: ...MWp...
09.07.2012 09:41
0

"Nennleistung in MWh"

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