[Wien/ES/AG.] Der deutsche Drogeriehandel leidet schwer unter der derzeitigen Rabattaktion der insolventen deutschen Schlecker-Filialen. Im Mai sanken die Umsätze bei der Schlecker-Konkurrenz einer GfK-Analyse zufolge im Vergleich zum Vorjahr um 6,6 Prozent. Millionen deutscher Haushalte hätten sich in regelrechten Hamsterkäufen für Rabatte zwischen 30 und 50 Prozent mit Drogerieartikeln eingedeckt. In manchen Filialen wurden am letzten Verkaufstag, dem 27. Juni, die Reste für je 20 Cent verschleudert.
Sogar Diskonter senken die Preise
Auch diverse Diskonter, darunter Aldi Süd, die Edeka-Tochter Netto, Norma und Lidl, haben im Gegenzug zur Schlecker-Rabattschlacht mit Preissenkungen auf diverse Drogerieartikel wie Sonnenmilch, Waschmittel und Kosmetika reagiert. Diskonter-Experte Matthias Queck vom Handelsinformationsdienst Planet Retail sagte, mit den Preissenkungen würden sich die Diskonter am neuen Drogeriehandelsmarktführer dm orientieren.
In den kommenden Wochen wird eine Entscheidung über die österreichische Schlecker-Tochter erwartet. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz zufolge hat man einen Investor an der Angel, mit dem sich die Verhandlungen bereits im fortgeschrittenen Stadium befinden. Der „Presse“ wurde zuletzt aus Insiderkreisen bestätigt, dass es sich bei dem Investor um Sanierer Erhard Grossnig handeln soll. Allerdings verhandle man, so Schlecker-Deutschland-Sprecher Patrick Hacker am Montag, nach wie vor mit mehreren Interessenten. Eine Insolvenz von Schlecker Österreich noch in diesem Monat sei unwahrscheinlich.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.07.2012)
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