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Auch Frankreich verdient Geld beim Schuldenmachen

09.07.2012 | 15:53 |   (DiePresse.com)

Investoren nehmen erstmals auch für französische Anleihen negative Zinsen in Kauf. Experten sehen einen Zusammenhang mit der EZB-Leitzinssenkung.

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Frankreich verdient erstmals Geld damit, neue Schulden zu machen. Bei einer Versteigerung von Geldmarktpapieren mit sechsmonatiger Laufzeit lag die Rendite am Montag mit 0,006 Prozent im Minus, teilte die französische Schuldenagentur mit. Insgesamt flossen 1,99 Milliarden Euro in die Staatskasse. Bei einem dreimonatigen Papier zahlten Anleger ebenfalls drauf.

Zuvor hatte sich bereits Deutschland ebenfalls im kurzen Laufzeitbereich zu negativen Zinsen refinanziert. Bei einer Auktion sechsmonatiger Schatzbriefe erzielte der Bund eine negative Rendite von 0,034 Prozent, wie Zahlen der Finanzagentur zeigen. Anleger zahlen im kurzen Laufzeitbereich zwar schon länger drauf, um in deutsche Staatspapiere investieren zu können, doch so günstig kam Berlin noch nie an frische Mittel. Insgesamt sammelte Deutschland 3,29 Milliarden Euro ein. Die Nachfrage hätte gereicht, um das 1,7-fache Volumen am Markt unterzubringen.

Ähnlich niedrige Zinsniveaus weisen derzeit auch die Euro-Länder Finnland, die Niederlande und Österreich auf.

Enger Zusammenhang mit Leitzinssenkung

Experten sehen bei den jüngsten Niedrigzins-Rekorden bei Geldmarktauktionen einen engen Zusammenhang zur Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) vom vergangenen Donnerstag. Das historisch tiefe Zinsniveau und der Nullzins für Übernachteinlagen bei der EZB erschweren Banken und Großanlegern die Suche nach Parkplätzen für überschüssige Liquidität.

Gleichzeitig spitzt sich die Zinskrise in Spanien und Italien zu. Knapp vor Beginn der Sitzung der Eurogruppe am Montag stiegen die Zinsen für spanische und italienische zehnjährige Staatsanleihen weiter. Die spanischen Renditen lagen im Frühhandel am Sekundärmarkt bei 7,032 Prozent, italienische Zinsen verteuerten sich auf 6,129 Prozent.

Bundesanleihen als sicherer Hafen

Die Zinsen für deutsche Bundeswertpapiere sind zuletzt wegen der eskalierenden Schuldenkrise in Europa in den Keller gerauscht. Deutsche Papiere gelten als sicherer Hafen. Anleger sind deshalb bereit, deutliche Abschläge bei der Rendite hinzunehmen. Bereits im Jänner nahmen sie bei einer Emission eine negative Rendite in Kauf und zahlten dem Bund damit faktisch ein Prämie.

(Ag.)

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3 Kommentare
Gast: rudiratlos
10.07.2012 12:27
0 0

jetzt weiss ich, warum die Mitarbeitervorsorgekasse und Pensionsvorsorge keine Rendite abwerfen


Gast: pour le merite
09.07.2012 21:59
0 0

Natürlich!

Die Deppen, die Zahlen und ausgelacht werden sind die Deutschen und wir Deutschösterreicher!

Gast: Hans im Glück
09.07.2012 19:15
0 0

"Investoren nehmen erstmals auch für französische Anleihen negative Zinsen in Kauf."

Das sind keine Investoren!

Das sind Fondsmanager die nicht schlechter abschneiden wollen als der Markt.

Das sind all die, die mit dem ihnen anvertrauten Kundengeldern jonglieren.

Das sind alles Angestellte die vom Monatslohn leben.

Investoren gehen nich freiwillig ein Verlustgeschäft ein. Sie könnten das Geld auch abheben und in ein Save legen. Aber ich glaube, dass einem Investor was besseres einfallen würde.

Hobbyökonom