Historisches Zinstief: "Perfektes Umfeld für Gold"

11.07.2012 | 12:29 |  Von Peter Huber (DiePresse.com)

Das aktuelle niedrige Zinsniveau sowie die hohe Gold-Nachfrage in China und Indien werden den Goldpreis nach oben treiben, sagt Gold-Experte Stöferle.

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"Negative Realzinsen bedeuten ein perfektes Umfeld für Gold", sagte am Mittwoch Erste-Group-Goldexperte Ronald-Peter Stöferle anlässlich der Präsentation des aktuelle Goldberichts "In Gold we trust" der Bank. Erst am Donnerstag vergangener Woche hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf ein historisches Tief von 0,75 Prozent gesenkt (mehr dazu...). Der Goldpreis werde daher innerhalb der nächsten zwölf Monate über 2000 Dollar je Feinunze steigen, lautet Stöferles Prognose. Momentan finde zwar eine "normale und gesunde Korrektur" statt, von einer Trendumkehr könne aber keine Rede sein. Nach dem Allzeithoch im Herbst 2011 (1920 Dollar je Feinunze) befindet sich der Goldpreis aktuell bei 1590 Dollar je Feinunze.

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Und Erste-Group-Experte Stöferle ist überzeugt: Angesichts der Nullzinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve, die bis Ende 2014 fortgesetzt werden soll, sei das Fundament für weitere Goldpreisanstiege gelegt. Die hohe Staatsverschuldung lasse der US-Regierung momentan auch kaum Spielraum. Der Anteil des US-Budgets, der für Zinszahlungen zu verwenden sei, würde sich bei einem gestiegenen Zinsniveau dramatisch erhöhen.

China und Indien sind weiter goldhungrig

Für weiter steigende Preise spreche auch der Goldhunger der Schwellenländer China und Indien. Bereits 70 Prozent der Goldnachfrage entfallen auf Schwellenländer, die Hälfte davon auf China und Indien. An diesem Trend werde sich in absehbarer Zeit nichts ändern, sagte Stöferle. Denn der steigende Wohlstand der beiden Länder gehe mit einer wachsenden Sparquote einher. Sowohl China als auch Indien würden eine hohe Goldaffinität aufweisen.

Der Zusammenhang zwischen niedrigem Zinsniveau und hohem Goldpreis lasse sich laut Stöferle auch historisch belegen. So lag während der 20-jährigen Gold-Baisse in den 1980er- und 1990er Jahren das Realzinsniveau bei durchschnittlich vier Prozent. Im Vergleich dazu waren in den 1970er Jahren, als der Goldpreis boomte, die Realzinsen in 54 Prozent aller Monate im negativen Bereich gelegen. Ähnlich sieht die Situation heute aus. Seit dem Jahr 2000 waren 51 Prozent aller Monate im Minus - ein optimales Umfeld für Gold.

"Gold ist keine eierlegende Wollmilchsau"

"Gold ist keine eierlegende Wollmilchsau", gab Stöferle aber auch zu bedenken. Gold sei angesichts der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrisen nicht als die Lösung aller Probleme zu betrachten. Deshalb empfiehlt er Anlegern zwischen fünf und zehn Prozent Gold im Depot zu halten - als eine Art Depotversicherung.

Stöferle wies zudem darauf hin, dass ein deutliches Steigen der Realzinsen auf drei bis vier Prozent nach 2014 wohl nur eines bedeuten kann: "Dann kann man sich von Gold wieder verabschieden".

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  • Physisches Gold ist so gefragt wie nie

    Bild: (c) ASSOCIATED PRESS (SETH WENIG) Die Zentralbanken und die asiatischen Investoren treiben den Goldpreis in die Höhe. Die physische Nachfrage steigt und steigt, Papiergold-Derivate verlieren an Bedeutung.

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146 Kommentare
 
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per 13.7.2012: Goldbarren 1oz

Kaufen 1326,00 steuerfrei
Verkaufen 1291,00 steuerfrei

d.h. der Goldpreis muß zumindest mal um 3% steigen damit ich ohne Verlust verkaufen kann.

Antworten Gast: ich verstehe die Leute nicht
13.07.2012 10:55
0

Re: per 13.7.2012: Goldbarren 1oz

Ja, ist Ihnen die 3 Prozent Handelsspanne nicht die "Versicherung" wert, dass ihr Geld in etwas Beständigem angelegt ist? BTW: Die 3 Prozent kompensieren sich in kurzer Zeit durch die Inflationsabsicherung, weil alle anderen Alternativen um diesen Betrag verlieren. Sie können natürlich alternativ in Sparbücher, Aktien oder Anleihen anlegen. Wenn jedoch der Euro crasht haben Sie gar nichts mehr. Wenn er nicht crasht, haben Sie hohen Inflationsverlust bzw. Kursschwankungsrisiken. Und Nebengebühren fallen auch überall an: Von der KeSt bis zu den Handelsspannen bei Wertpapieren.-- Was um Himmelswillen wollen Sie?

Re: Re: per 13.7.2012: Goldbarren 1oz

Gold ist nicht beständig. Der Wert schwankt sehr stark und ist wie bei jedem Ding, das man kaufen kann, davon abhängig, was jemand anderer dafür zahlen will.

Die 3% Spanne und die Tatsache, dass die diversen Fachleute die zu Gold raten meistens am Handel mit Gold verdienen, sind eigentlich recht gute Gründe, die Finger davon zu lassen.

Gast: @goldenen Kälber
12.07.2012 18:54
0

heart of gold

von Neil Young fällt mir bei solchen Erörterungen ein.

Antworten Gast: uhjemine
12.07.2012 21:08
0

Re: heart of gold

Das kommt davon wenn man gerade ein paar Brocken Englisch versteht: Da geht jeder Zusammenhang verloren. Nur noch das Wort "Gold" schafft einen Übergang zum Forum und dem Thema. Ein Kurs bei eine VHS scheint angebracht.

Gast: Die europäischen Brotkriege
12.07.2012 16:16
5

Physisches Gold ist so gefragt wie nie

Jeder der in Zeiten wie diesen, ein paar Kilo Gold sein Eigen nennen darf, wird sich zukünftig darüber glücklich schätzen, damit die notwendige Munition kaufen zu können.

Der Goldpreis ist in den letzten Monaten gefallen...


.....siehe Goldpreisentwicklung:

http://www.finanzen.net/rohstoffe/goldpreis

Mehr braucht man zu diesem Artikel nicht zu sagen!

Re: Der Goldpreis ist in den letzten Monaten gefallen...

Goldpreis Januar 2005:
354,33 EUR
Goldpreis Juni 2009:
675,55 EUR

Goldpreis Juni 2011:
1062,49 EUR
Goldpreis Juni 2012:
1276,17 EUR


Antworten Gast: gast1984
12.07.2012 14:34
3

Re: Der Goldpreis ist in den letzten Monaten gefallen...

Na und!

Weil sich der Preis aus Angebot und Nachfrage bildet...


.....Nichtgenügend, setzten!

Antworten Antworten Antworten Gast: gast1984
12.07.2012 15:41
3

Re: Weil sich der Preis aus Angebot und Nachfrage bildet...

Ach Enrico, sie sind doch nur genervt weil sie 2009 nicht gekauft haben!
SSKM!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: machmuss verschiebnix
12.07.2012 21:46
0

Re: Re: Weil sich der Preis aus Angebot und Nachfrage bildet...

... im Nov. 1999 hätte man kaufen sollen, wer jetzt ins Gold
geht, der ist seinem eigenen Geld Feind.

Re: Re: Weil sich der Preis aus Angebot und Nachfrage bildet...

oder weil er gar nicht imstande ist, gold zu kaufen. vermutlich einer vom typus "große klappe, nichts dahinter"..

Gast: ADVOCATUS DI
12.07.2012 12:35
0

CHART READING

Der Presse Journalist Nikolaus JILCH sollte einen einfachen Kurs in Chart-Reading absolvieren, weil:
Der Goldkurs von Physischem Gold ist de facto seit etwa 2 Monaten-UNVERÄNDERT, das gilt inklusive dem heutigen Tag bis etwa 12h Ortszeit!
In diesen 2 Monaten schwankt der Kurs regelmäßig zwischen den Eckwerten von 1550 und 1650US$/Feinunze!!
Also Herr JILCH eine einfache Frage, auch für einen Edelmetall-AMATEUR, wie kommen Sie denn darauf, dass Gold aktuell-SO GEFRAGT SEI, WIE NIE ZUVOR??!!
Ich lerne gerne als Rohstofftrader, und bitte daher um Information darüber, wie Sie diese Aussage generiert haben??

Antworten Gast: Alan G.
12.07.2012 13:29
7

Re: CHART READING

Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Der Artikel beginnt doch mit der Erklärung, was der Unterschied zwischen "Papiergold" und "physischem Gold" ist. Und dass die Preisfindung am Markt für Papiergoldderivate stattfindet. In anderen Worten: Der Kurs, auf den sie täglich starren, ist NICHT der Kurs von physischem Gold (das generell mit rund 50 Dollar Premium gegenüber Spot/Unze gehandelt wird - mancherorts auch mehr).

Goldinvestoren traden nicht, sie halten.

Antworten Antworten Gast: ADVOCATUS DI
12.07.2012 14:46
0

Re: Re: CHART READING

Noch einer, der auf geschwätzige Weise kundtut, er wüßte, wie der Edelmetallhandel/Gold funktionierte!!
Die Charts, die ich und andere Trader, auch institutionelle wie die Händler von Banken und Finanzhäusern "täglich anstarren", zu denen, haben unwissende Angeber wie Sie-GAR KEINEN ZUGANG, können Sie folgen, Alan G.??!!
Eine ganz harmlose Frage zum Abschluß: Welche Mengen Gold/Silber/Kupfer haben Sie denn in den ersten 2 Quods 2012 disponiert, im eignen Handel oder im Auftrag von Kunden!!
Ah-wie überraschend-NULL-MENGEN, wir verstehen, Sir!!
Und jetzt: Gehen Sie zurück in den Sandkasten, und spielen mit Ihresgleichen!!

Antworten Antworten Antworten Gast: Alan G.
12.07.2012 15:27
4

Re: Re: Re: CHART READING

Warum gleich so aggressiv Herr Trader? Beantworten Sie mir bitte: Haben Sie auch nur den kleinsten Barren Gold/Silber/Kupfer "disponiert" oder sind sie, so wie 99,7 % des "Goldmarktes" mit cash settlements beschäftigt. Sie müssen begreifen, dass Goldtrader und Halter von physischem Gold miteinander soviel zu tun haben wie Inflation und Hyperinflation: Das Wort, sonst nichts.

In anderen Worten: Wenn ihr Spaß endet weil die physische Nachfrage den Papiergoldmarkt zum explodieren bringt, geht der Spaß für die Halter von physischem Gold erst richtig los. Bis dahin gute Unterhaltung!

Re: Re: Re: CHART READING

Auf ihre spezial intraday-charts hat doch jeder Zugriff der sich um 20€ bei einer Forex Plattform einkauft.

Und wieviel physisches Gold haben sie Im besitzt? Ohhh wie überraschend, Null. Und jetzt:: Gehen sie zurück zu ihrer Schafherde.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: ADVOCATUS DI
12.07.2012 15:43
0

Re: Re: Re: Re: CHART READING

Eine Antwort noch, und dann beenden wir diese lächerliche Farce:
WIEVIEL: Sehr viel mehr, als Sie sich vom Einkommen Ihres ganzen Arbeitslebens werden je leisten können!!
Und jetzt trocknen Sie Ihre "Neides und Zornestränen", festeht wie laut Sie auch immer die Trommel schlagen, Sie bleiben bloß der, der Sie sind: Ein spätpupertärer Wichtigtuer, ohne eine einzige Unze Gold im Eigentum, wohl bekomms!!

Wie man die kommende Krise überleben kann ...

Vor einem Jahrzehnt noch haben die Staaten dieser Erde sich gar nicht schnell genug von ihren Goldreserven trennen können und selbige zu einem Spottpreis im Vergleich zu heute auf den Markt geworfen – und heute kaufen dieselben Staaten (natürlich von unserem Geld) dasselbe Gold zum SSSP (Super-Spekulanten-Sonderpreis) wieder zurück. Das nenne ich ein ganz schlechtes Geschäft.
Im Fall der allgemeinen Währungskrise wird das Gold – egal, ob verboten oder nicht – kaum vonnutzen sein, weil ein Bauer nicht mehr den Bedarf nach Gold wie etwa nach dem Zweiten Weltkrieg hat, sondern wahrscheinlich einen nicht mehr produzierten Traktorreifen braucht. So können wir nicht mehr Gold gegen Lebensmittel eintauschen, und wahrscheinlich auch nicht mehr andere Güter, weil Gold in der Bevölkerung mittlerweile viel zu verbreitet ist. Das Einlagern von Lebensmitteln ist wegen ihrer Verderblichkeit und wegen der Begehrlichkeiten anderer auch nicht zu empfehlen. Es steht daher zu befürchten, daß Waffengewalt ein Überlebensmittel sein wird ...

Re: Wie man die kommende Krise überleben kann ...

Vermutlich werde ich und viele andere die nächste Krise so überleben wie schon die vergangenen: Indem wir uns einfach nicht darum kümmern.
Hätte ich von der Finanzkrise 2008 nicht in den Medien gelesen/gehört, wüsste ich gar nichts davon.
Und genauso läuft es jetzt weiter. Wer in Ruhe seinen Job macht, der ist davon ziemlich unabhängig. Egal ob gerade ein Staat nicht zahlen kann und einen Schuldenschnitt braucht oder irgendwelche Immobilieninvestoren draufkommen, dass die gekauften Papiere nicht viel wert sind.

Antworten Gast: Bärenfalle...
12.07.2012 18:49
0

Re: Wie man die kommende Krise überleben kann ...

Was auch egal ist .. oder glaubt irgendwer die 200 Atommeiler in Europa mitsamt ihren aktiv zu kühlenden Abklingbecken in unverbunkerten Blechhallen in Europa kühlen sich ab Wirtschafts- und Netzkollaps selber ?

Vom Netzkollaps waren wir die letzten Monate ja auch etliche Male nicht mehr weit entfernt.

Aber der echte Österreicher macht sich ja lieber Sorgen um die Gefahren des Passivrauchens.

Oder ob er für sein Unzerl ein Sackerl Kartoffeln vom Bauern bekommen wird.

Wird er nicht, der Hof gehört nämlich der Bank und der Rest "etwa: Entfall der Geschäftsgrundlage") steht im Kleingedruckten des Kreditvertrages.

Mir scheint die wahren Folgen eines Systemkollapses innerhalb eines Landes mit 5 Millionen Menschen mehr als der Acker in einer Krise hergibt (wer daran zweifelt bitte selber nachrechnen) sind noch nicht so ganz in den Köpfen (auch der Goldbugs) angelangt.

So .. i geh jetzt Cabrio putzen.

Weil in 100 Jahren sind wir alle tot.
So oder so ;)


Re: Re: Wie man die kommende Krise überleben kann ...

Abgesehen davon, dass auch ohne Krise viele Höfe der Bank gehören: Was würde die Bank mit vielen überschuldeten Höfen tun, die praktisch niemand braucht? Die wären nichts wert.

Antworten Gast: Hans im Glück
12.07.2012 13:15
0

Re: Wie man die kommende Krise überleben kann ...

Leider haben die Bauern sich in den letzten Jahren bis über beide Ohren verschuldet.

Wenn es soweit ist werden viele in den Konkurs getrieben.

Mit dem richtigen Geld kann man dann dem Bauern des Vertrauens unter die Arme greifen und eine Partnerschaft eingehen, die für beide Seiten vorteilhaft sein wird.

Antworten Antworten Gast: EFF EFF
12.07.2012 15:26
1

Re: Re: Wie man die kommende Krise überleben kann ...

Jetzt musste ich doch einmal schmunzeln.
Der Bauer schiebt dem Banker höchstens eine Mistgabel in den Arsch. So blöd sind Bauern nicht.

Antworten Antworten Antworten Gast: Bärenfalle...
12.07.2012 18:51
0

Re: Re: Re: Wie man die kommende Krise überleben kann ...

Da kommt der Anwalt mit einer Busladung bewaffneter Security und der Dorfpolizei und sie haben 24h die Hütte zu räumen.

Also in einem Rechtsstaat zumindest.

In der 2 und 3 Welt geht es diesbezüglich etwas härter zu wenn die Bauern verschwinden sollen um einer CO2 Ausgleichsplantage zu weichen.


 
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