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Peugeot streicht weitere 8000 Jobs

12.07.2012 | 09:58 |   (DiePresse.com)

Die französische Regierung will das nicht akzeptieren. Der Autobauer habe vier Millarden Euro Staatshilfe erhalten - "Geld, das ohne Ertrag verschwunden ist".

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Der französische Autobauer PSA Peugeot Citroen reagiert mit drastischen Sparmaßnahmen auf die europäische Schuldenkrise. Zusätzlich zur bereits angekündigten Streichung von 6000 Jobs baut Peugeot nun noch einmal 8000 Stellen ab und schließt sein Werk Aulnay bei Paris, wie der Konzern am Donnerstag vor Börsenbeginn ankündigte. Die Schwere der Krise und ihre Auswirkungen auf das Geschäft in Europa machten diese Neuordnung unvermeidbar, begründete Peugeot den massiven Stellenabbau.

Für das erste Halbjahr stellte der Autobauer einen Nettoverlust in Aussicht. In der Auto-Sparte werde sich ein operativer Verlust von 700 Millionen Euro ergeben.

Im Werk Aulnay-sous-Bois arbeiten etwa 3300 Menschen an der Produktion des Kleinwagens C3. Die Fertigung dort soll den Angaben nach ab 2014 stillstehen. Auch in Rennes fallen künftig 1400 der 5600 Jobs weg, um das Angebot der sinkenden Nachfrage nach größeren Fahrzeugen anzupassen, teilte Peugeot mit. Im Konzern werden zusätzlich 3600 Beschäftigte in verschiedenen Bereichen ihren Job verlieren. "Ich bin mir des Ernstes der heutigen Ankündigungen voll bewusst", erklärte Peugeot-Chef Philippe Varin.

"Geld, das ohne Ertrag verschwunden ist"

Die Regierung schaltete sich umgehend ein. "Wir können etwas Derartiges nicht akzeptieren", sagte Sozialministerin Marisol Touraine dem Sender Europe 1. Der Autobauer habe in den vergangenen Jahren vier Milliarden Euro Staatshilfen erhalten. "Das ist Geld, das ohne Ertrag verschwunden ist." Die Regierung werde sich die Pläne von Peugeot genau ansehen und in zwei Wochen ein Treffen anberaumen.

Peugeot navigiert deutlich schlechter durch die Krise als die Konkurrenz, weil das Pariser Unternehmen vor allem in den von der Schuldenkrise besonders geplagten südeuropäischen Ländern Geschäfte macht. Dort ist die Nachfrage aber weggebrochen. Im ersten Halbjahr verkaufte Peugeot weltweit 13 Prozent weniger Fahrzeuge. Bei Renault sank der Absatz um lediglich 3,3 Prozent, bei Volkswagen ergab sich ein Plus von zehn Prozent. Der Wolfsburger Konzern profitiert vor allem von der regen Nachfrage aus China und einem robusten deutschen Markt. Auch die GM-Tochter Opel kämpft mit Gegenwind. GM hatte sich im Rahmen einer Allianz mit sieben Prozent bei Peugeot eingekauft.

Hiobsbotschaft erst nach den Wahlen

Die Schließung des Werks bei Paris war bereits befürchtet worden. Die Pläne sickerten zum Teil schon kurz vor den Parlamentswahlen in Frankreich durch. Das Management wollte aber auf keinen Fall vor den Wahlen damit an die Öffentlichkeit gehen. Die Regierung hat bereits angekündigt, neue Hilfen für die Autobranche aufzulegen. Details will sie im August verkünden. Industrie-Minister Arnaud Montebourg hatte am Mittwoch gesagt, der erwartete Umbau bei Peugeot werde keine gute Nachrichten bringen. Die Regierung stehe bereit, zu helfen, um den Jobabbau zu mildern.

Peugeot-Aktien starteten dennoch mit Aufschlägen in den Handel. Die Titel legten um knapp ein Prozent auf 7,20 Euro zu. Die Gewerkschaften hatten mit einem Abbau von bis zu 10.000 weiterer Stellen gerechnet. Auch in Medien war über diese Zahl spekuliert worden. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 30 Prozent an Wert verloren.

(APA/Reuters)

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10 Kommentare

Der französische Autobauer PSA Peugeot Citroen reagiert mit drastischen Sparmaßnahmen auf die europäische Schuldenkrise

jetzt ist die Schuldenkrise schuld, wer kauft sich schon einen Franzosen? Die Deutschen boomen, haben die keine Schuldenkrise?

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sozialistisches Wirtschaftswachstum halt!


Die Schuldenkrise als Entschuldigung zu verwenden, ...

dass man endlich den Rückstand gegenüber den Deutschen und Italienern bezüglich Automatisierung aufholt ist eine Verhöhnung ersten Grades.

Halten die die Leute wirklich für so blöd?

Die Investoren habens verstanden: Mehr Output mit weniger Resourcenverbrauch bedeutet mehr Effektivität und mehr Effizienz.

Dass Arbeitsplätze verloren gehen, ist ja dem Käufer wurscht. Der will gute Qualität zum günstigen Preis. Also Maschinen her, Arbeiter raus.

Den Staat dafür verantwortlich zu machen ist tiefste Lobby-Schublade.

den handelnden Politikern war voll bewusst,

dass ein Geschenk von 4 Mrd. Euro Peugeot keine Sekunde davon anhalten wird, Stellen zu streichen, wenn es denn sein 'muss'. Das war Geld der Bürger das einem Großbetrieb/Kapitalsammelbecken absichtlich geschenkt wurde ( partieller Rückfluss in die Parteizentralen inklusive). Die gute Frau Sozialministerin soll uns nicht vera.rschen mit ihrem gutmütterlichen Medienauftritt!!

Antworten Gast: Radio EVP
12.07.2012 15:51
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Re: den handelnden Politikern war voll bewusst,

Bedanken sie sich bei Nicolas Paul Stéphane Sarközy de Nagy-Bocsa und seiner konservativen gaullistischen UMP.

Gast: Besucher
12.07.2012 12:26
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Gast

Die Antwort auf die Krise: Massenkündigungen oder Entlassungen, Schließungen, noch mehr Zuwanderung, Verteuerung, Einschränkung persönlicher Grundrechte, Ängste schüren, Zusammenschliessungen, Korruption, noch mehr Armut, Gewalt, Proteste, Revolutionen, irgendwann Kriege usw. usw. Das ist die Antwort der sogenannten geistigen Elite? Zögerliche und nicht nachhaltige Entscheidungen. Ein festhalten an Systemen die nicht funktionieren, wo immer wieder an der falschen Stelle gekittet wird. Dieses System ist ja zum Absturz regelrecht verurteilt! Einzige Möglichkeit: Austausch der jetzigen Mannschaft. Da kommen noch ganz üble Zeiten auf alle zu. Das sogenannte Wirtschaftswachstum und der permanente Konkurrenzkampf zwischen den Staaten hat sich bereits zu einem grösseren Krebsgeschwür entwickelt.

Ihre Mannschaft? Naja,

Ich weiß:
Man gilt als Weise, wenn man verzweifelt, während alle anderen hoffen.

Konkurrenz und Wachstum als Ursache unserer Problem zu bezeichnen ist Kampfrethorik, die 1921 zum Tod von Millionen von Menschen geführt hat.

Unser Problem ist:
- dass wir nur mehr uns selbst Respekt zollen
- das wir Selbstverwirklichung mit Selbstherrlichkeit gleich setzen
- wir dem Nachlaufen, der das schönere Lied spielt
- nicht selbst das Hirn einschalten
- uns selbst unserer Fähigkeiten nicht bewußt sind.

Das Problem ist nicht
- der Staat,
- die Unternehmen,
- die anderen,
sondern wir ganz selbst!

Antworten Antworten Gast: Capt. Kirk
12.07.2012 15:48
0 0

Re: Ihre Mannschaft? Naja,

"Wir ganz selbst"? An der Zeit, dass sie bei sich selbst anfangen und nicht andauernd auf andere warten. Ihre Antwort gleicht einer Antwort eines Studenten, am Beginn seiner Studienlaufzeit.

Antworten Antworten Antworten Gast: Capt. Jean-Luc Piccard
12.07.2012 16:28
0 0

Re: Re: Ihre Antwort gleicht einer Antwort eines Studenten, am Beginn seiner Studienlaufzeit

mag schon sein, aber falsch ist es deswegen noch lange nicht ...

Gast: 1. Parteiloser
12.07.2012 10:50
6 0

Die Ideologen wollen die Realität durch Ideologie ersetzen!

Das Wirtschaften wird von Ideologen auch nicht verstanden. Ideologen wollen sich die Wirtschaftsleistung erkaufen. Mit einem Förderungswahnsinn und Staatsausgaben erkaufen.

Es ist doch vollkommen klar, dass die 4 Mrd. an staatlichen Förderung an Automobilhersteller gerne genommen werden. Es ist aber auch klar, dass dies ein Eingriff in den freien Markt war, welche niemals hätte sein dürfen.

Es ist auch vollkommen klar, dass die Unternehmen die eigenen Kapazitäten an die Nachfrage anpassen müssen. Wenn die Unternehmen das nicht machen, dann müssen die, spätestens nach Verlust der Eigenkapitals, in die Insolvenz gehen. Das ist aber auch kein Drama, weil es der Heilungsprozess einer freien Marktwirtschaft ist und zur Heilung der Märkte beiträgt.

Die neue Französische Regierung hat sich ja auch dem einnahmenseitigen Sparen verpflichtet und will die irren Staatsausgabenquote von 55% noch weiter nach oben treiben. Das wird automatisch bedeuten, dass den Menschen noch weniger Geld bleibt und so die Möglichkeiten zum Ersatz des alten PKW auf ein neues ökologischeres Modell verwehrt bleibt. Peugeot leidet natürlich darunter, weil ja Hollande noch mehr Gelder braucht den kranken Sozialstaat und seine großen planwirtschaftlichen Bereiche (die geschützten Bereiche) zu finanzieren.

Hollande wird auch den Rest der brauchbaren Wirtschaft in F noch zerstören, weil es das Wirtschaften nicht versteht, Leistung nicht versteht, nur eine kranke Umverteilungsideologie hat.

Hobbyökonom