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Chinas Wirtschaftswachstum sinkt auf Drei-Jahres-Tief

13.07.2012 | 09:27 |   (DiePresse.com)

In den vergangenen Monaten wuchs die chinesische Wirtschaft um 7,6 %. Die kommunistische Führung stemmt sich gegen die Konjunkturabkühlung.

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Die globale Wachstumslokomotive China verliert immer mehr an Fahrt. Im Frühjahr wuchs die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt so langsam wie seit drei Jahren nicht mehr, wie aus am Freitag veröffentlichten Daten hervorging. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im zweiten Quartal - wie von Experten erwartet - nur noch um 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, nach 8,1 Prozent im ersten Vierteljahr.

Der Abschwung hält nun das sechste Quartal in Folge an. Allerdings liegt die Regierung in Peking mit ihrem Wachstumsziel von 7,5 Prozent für das Gesamtjahr auf Kurs. Es wäre jedoch die niedrigste Rate in dem boomenden Schwellenland seit 1999. Solche für Europa sehr hoch anmutenden Wachstumsraten gelten in China als Untergrenze für die Entwicklung der Wirtschaft, um wegen der hohen Zahl auf den Jobmarkt drängender Arbeitskräfte soziale Unruhen in dem Milliardenvolk zu vermeiden.

Notenbank senkte überraschend die Zinsen

Daher stemmt sich die kommunistische Führung gegen eine allzu starke Konjunkturabkühlung. Ministerpräsident Wen Jiabao betonte in dieser Woche, dass höhere Investitionen notwendig seien, um das Wachstum zu stärken. Die Zentralbank senkte vor wenigen Tagen überraschend erneut die Zinsen, um die Konjunktur anzukurbeln. Zudem lockerte sie seit November dreimal die Mindestreserveanforderungen für die Banken, um die Kreditvergabe an Unternehmen und Verbraucher anzuschieben. Auch will die Regierung unter anderem mit dem Ausbau der Verkehrs- und Energienetze das Wachstum stärker auf Touren bringen.

Die Börsen in Asien zeigten sich indes erleichtert, dass bei den BIP-Daten böse Überraschungen ausblieben und präsentierten sich überwiegend im Plus. Auch die chinesischen Einzelhandelsdaten zeigten sich stabil. Die Umsätze legten im Juni binnen Jahresfrist um 13,7 Prozent zu nach einem Plus von 13,8 Prozent im Mai und damit stärker als erwartet. Dagegen fiel das Wachstum in der Industrieproduktion mit 9,5 Prozent etwas schwächer aus als von Analysten prognostiziert.

Auswirkungen auf Arbeitsmarkt?

Weltweit schauen Unternehmen auf die chinesische Konjunktur, weil das Boomland lange Zeit steigende Umsätze sicherte. Experten sind sich uneins, ob inzwischen die Talsohle des Abschwungs erreicht ist. Volkswirt Li Huiyong von Shenyin & Wanguo Securities geht zumindest davon aus: "Der gesunkene Binnenkonsum hat Chinas Wirtschaft geschwächt. Aber wir gehen davon aus, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal die Talsohle erreicht hat." Die Zentralbank werde im zweiten Halbjahr wohl mit einer weiteren Zinssenkung und anderen Maßnahmen stützend eingreifen. Volkswirt Xianfang Ren von His Global Insight in Peking sieht das ähnlich. Er rechne damit, dass die chinesische Wirtschaft im dritten Quartal wieder an Fahrt gewinnt. Allerdings warnte er auch, sollte sich in den nächsten Monaten kein Aufwärtstrend abzeichnen, könnten die Firmen Mitarbeiter entlassen und das werde in den Arbeitsmarkt belasten.

(APA/Reuters)

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Chinesische "Wahrheiten"


Die offiziellen Daten zur chinesischen Wirtschaft werden von der kommunistischen Einheitspartei diktiert und haben sehr wenig mit der Realität zu tun. Sowohl, was die Daten der Realwirtschaft betrifft, als auch speziell alle Daten zum Finanzbereich.

Sicher ist, dass der Finanzsektor faule Kredite im Tausend-Milliarden-Dollarbereich in den Büchern hat und dass die Kapitaltransfers ins Ausland Rekordhöhe erreicht haben.

Hobbyökonom