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Nordrhein-Westfalen: Wieder Schweizer Steuer-CD gekauft?

13.07.2012 | 22:14 |   (DiePresse.com)

Die Steuerfahndung von Nordrhein-Westfalen soll Daten von 1000 deutschen Kunden der Züricher Dependance der Coutts-Bank für 3,5 Millionen Euro gekauft.

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Das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen hat einem Medienbericht zufolge erneut eine Steuer-CD aus der Schweiz gekauft. Dabei handle es sich um Kundendaten der Züricher Dependance der Privatbank Coutts, einer Tochter der britischen Royal Bank of Scotland, berichtete die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf "Insiderinformationen" am Freitag auf ihrer Internetseite. Die Steuerfahndung habe die CD, auf der die Namen und Kontenverbindungen von etwa 1000 vermögenden Deutschen stehen sollen, in Absprache mit dem Landesfinanzministerium für 3,5 Millionen Euro gekauft.

Im März 2010 hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen 1100 Kunden der Schweizer Großbank Credit Suisse wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung sowie gegen Mitarbeiter der Schweizer Bank wegen Beihilfe dazu aufgenommen. Die Ermittlungen beruhten auf einer Steuer-CD, die das Land Nordrhein-Westfalen für 2,5 Millionen Euro von einem Informanten gekauft hatte.

Mit einem im September vergangenen Jahres unterzeichneten Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz sollte der Kauf von solchen CDs ein Ende haben. Das von der Opposition kritisierte Abkommen muss noch den Bundesrat passieren. Es sieht derzeit eine pauschale Nachversteuerung von illegal in die Schweiz transferiertem Vermögen vor. Im Gegenzug sollen Steuersünder für die Nachversteuerung Straffreiheit genießen.

Erst zur Wochenmitte war bekannt geworden, dass deutsche Steuerfahnder Kunden der Schweizer Großbank Credit Suisse ins Visier genommen haben, die Gelder in Milliardenhöhe am Fiskus vorbeigeschleust haben sollen. Die Daten sollen durch ein Versehen oder ein Datenleck an die Behörden gelangt sein.

Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) hatte angesichts der aktuellen Steuer-Ermittlungen erklärt, die Steuerfahnder müssten "ungehindert ihrer Arbeit nachgehen können, nämlich kriminelle Hinterzieher aufzuspüren". "Das darf auch kein Steuerabkommen verhindern."

(APA/AFP)

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15 Kommentare
Gast: gastnamedarfnichtverwendetwerden
14.07.2012 14:29
2 0

Der Zweck heiligt die Mittel?

Böse ist wer Böses tut. Punkt.
Menschen zu Verbrechen (Ja, in der Schweiz ist das Stehlen von Kundendaten ein Verbrechen, und das ist gut so) anzustiften ist auch in Deutschland ein Verbrechen.

Schlimm wird es, wenn sich das Verbrechen organisiert, dann nennt man das Organisiertes Verbrechen.

Am schlimmsten aber ist es, wenn ein Staat Kraft seiner Hoheitsgewalt zum Verbrecher wird, und das geschieht hier.

Da hilft auch kein Drücken des Neidknopfes, denn 99% der (kaufkraftärmeren) Menschen sind ja nicht betroffen.

Ein Verbrechen ist ein Verbrechen, egal von wem begangen und zu welchem Zweck.

Darum werden Mörder nicht ermordet, zum Beispiel.

44 Milliarden Euro von Österreichern in der Schweiz "geparkt"

sind ein Ethik-Problem und kein etnisches, wie dem Artikel zu entnehmen ist.

Ein Vielfaches des Schwarzgeldes der Österreicher parken Griechen, Italiener, Spanier und auch Portogiesen ebenso in der Schweiz, wie neuerdings auch im Vereinigten Königreich.

Gast: b754
14.07.2012 11:50
1 11

die schweiz gehört europaweit isoliert visumpflicht grenzen dicht und jeden filzen der ein oder ausreist


Antworten Gast: gast:1
14.07.2012 13:24
3 1

Re: die schweiz gehört europaweit isoliert visumpflicht grenzen dicht und jeden filzen der ein oder ausreist

und was kann die schlaue Schweiz dafür, wenn ANDERE Bürger ihr Geld dort verstecken?

Es ist nicht Aufgabe der Schweiz dafür zu sorgen, dass sich die Kunden an die Gesetze ihrer eigenen Länder halten...

Re: Re: die schweiz gehört europaweit isoliert visumpflicht grenzen dicht und jeden filzen der ein oder ausreist

Die schweizer Banken bieten das maßgeschneiderte Produkt für Zwecke der organisierten Hinterziehungskriminalität. Und der schweizer Staat stellt die rechtlichen und faktischen Rahmenbedingungen hierfür bereit.

Aus Profitgier begünstigt die Schweiz Gesetzesbrüche und kriminelle Entwicklungen in anderen Staaten. Ein Unrechtsstaat, den man deshalb anprangern und ächten sollte!

Re: die schweiz gehört europaweit isoliert visumpflicht grenzen dicht und jeden filzen der ein oder ausreist

Interessantes Deutsch. Frisch zugewandert?

Gast: Amnestieamt für Steuergerechtigkeit
14.07.2012 11:32
2 2

Stimmt es

das wieder ein paar von unseren ehrlichen Österreichern gerade ziemlich nervös werden?

Gast: Silberpfeil
14.07.2012 11:32
2 2

Bravo Deutsche!

Bei Bekämpfung der organisierten Kriminalität war der Ankauf von Informationen immer schon ein probates Mittel.

Witzig wenn sich Daten österreichischer Steuerbetrüger auf der CD befinden. Eigentlich müssten die deutschen Steuerfahnder die entsprechenden Unterlagen an die österr. Kollegen weiterleiten. In Deutschland ist man auf die österr. Regierung (SPÖ/ÖVP) allerdings nicht gut zu sprechen, da diese gerade erst ein Abkommen mit der Schweiz abgeschlossen hat, demnach österr. Steuerbetrüger ("Superreiche") rückwirkend straffrei gestellt werden. Womit Österreich unter FAYMANN/FEKTER allen Bemühungen zur effektiven Bekämpfung des organisierten Steuerbetrugs in den Rücken gefallen ist.

Gast: Gos
14.07.2012 09:36
4 2

Der Staat als Hehler!!

Für ein paar extra Millionen Steuern zur Finanzierung von Griechenland & Co. wird auch der Untergang des Rechtssystems in Kauf genommen ... wirklich toll!

Antworten Gast: jasichernetmeigeld
14.07.2012 13:12
1 2

Re: Der Staat als Hehler!!

lol, das wird man jetzt wohl von jedem, der angst hat überführt zu werden, hören...^^

Antworten Gast: harras
14.07.2012 12:49
1 2

Re: Der Staat als Hehler!!

bitte um Entschuldigung, aber das ist doch
albernes Geschwätz, das die Schweizer aufgebracht haben. Wenn hier jemand Hehlerei betreibt, dann die.Wie es aussieht,werden die Deutschen nicht so dämlich wie die Österreicher sein und den Schweizern auf den Leim gehen.

Re: Der Staat als Hehler!!

Sie verwechseln da etwas. Ein Rechtsstaat erhält sich nicht allein vermittels heuchlerischen Sonntagsreden. Er muss gegenüber dem Kriminal wehrhaft sein.

Generell sei natürlich auch dem griechischen Staat empfohlen, es den Deutschen gleichzutun, denn in Liechtenstein, der Schweiz sollen sich unversteuerte Vermögen der Griechen förmlich in den Himmel türmen.

Allerdings ist zu befürchten, dass die herrschende griechische Elite aus Politik, Wirtschaft und Kunst, einem Datenankauf mit fadenscheinigsten Datenschutzargumenten entgegnen würde. Dürfte doch ein jeder vermögender Grieche ein Schwarzgelddepot in der Schweiz führen.

Antworten Antworten Gast: Gos
14.07.2012 13:06
1 1

Re: Re: Der Staat als Hehler!!

... soweit es mir bekannt ist, ist das vorsetzliche Ausführen einer kriminellen Handlung zur Verhinderung einer anderen kriminellen Handlung im deutschen (und österreichischen) Rechtssystem nicht erlaubt. Staatliche Hehlerei fällt auch nicht unter Notwehr - nicht mal aus Sicht der schlimmsten kommunistischen, mit Sozialneid infizierten Rechtsgelehrten.

Was die anderen Poster anscheinend nicht verstehen, ist, daß hier der Rechtsstaat systematisch ausgehöhlt wird: Wir werden bereits aus 'Sicherheitsgründen' 24h überwacht, unsere in den Persönlichkeitsrechten verbrieften Persönlichkeitsrechte wie Brief- und Bankgeheimnis, Recht auf das eigene Bild etc. etc. existieren schon lange nicht mehr und weil dem Staat jetzt aufgrund von Übersozialisierung, schlechtem Management, laxen Bankgesetzen und selbstverursachte Steuerflucht aufgrund maßlos überhöhter Steuersätze die Kohle ausgeht, betätigt er sich sogar als Hehler! Ich frage mich was als nächstes kommt? Vielleicht kommt bald die vorsätzliche Enteignung aller tüchtigen Besserverdiener??

Wenn das Rechtssystem so ausgehöhlt wird, heiligt der Zweck die Mittel leider nicht mehr.

@Silberpfeil

Neid muß weh tun!

Re: Re: Re: Der Staat als Hehler!!

Dem Tatbild nach handelt es sich nicht um Hehlerei - ist längst ausjudiziert - und ist rechtlich zulässig. In Österreich versucht man jedoch die Übernahme von Datenkopien zu meiden und verweigert den Ankauf von Daten-CDs --- ja warum wohl?

Das Geschäftsmodell der österreichischen Bankenbranche ist dem der Schweiz ja gar nicht so unähnlich.

Antworten Gast: Silberpfeil
14.07.2012 11:33
1 1

Re: Der Staat als Hehler!!

Sie unterhalten wohl selber eine Stiftung in Liechtenstein. Oder ein Bankdepot in der Schweiz.

Hobbyökonom