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Deutschland: Steuerstreit mit der Schweiz verschärft

14.07.2012 | 15:29 |   (DiePresse.com)

Das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen hat eine CD mit den Daten von möglichen Steuerhinterziehern gekauft.

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Das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) hat offensichtlich wieder eine CD mit belastenden Bankkundendaten aus der Schweiz gekauft. Damit verschärft sich der Streit um das deutsch-schweizerische Steuerabkommen, das Anfang kommenden Jahres in Kraft treten soll. Ein ähnliches Abkommen (mit ähnlichen Kritikpunkten) wurde zwischen Österreich und der Schweiz beschlossen.

Das Landesregierung wolle am Kauf von Daten potenzieller Steuersünder festhalten, erklärte Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) am Samstag. Nötig seien "Erkenntnisse auch aus dem Ankauf von CDs (...), um Steuerhinterziehungen in gewaltigem Ausmaß auf die Spur zu kommen". Der Minister reagierte damit auf einen Bericht der "Financial Times Deutschland" über den Kauf eines neuen Datenträgers.

3,5 Millionen Euro für CD

NRW soll demnach 3,5 Millionen Euro für die CD gezahlt haben. Auf dem Datenträger sollen sich Namen und Kontenverbindungen von 1000 vermögenden Deutschen befinden, berichtete die Zeitung. Es handele sich um Kunden der Privatbank Coutts in Zürich, einer Tochter der britischen Royal Bank of Scotland. Bei der Bank, die als Hausbank der Queen gilt, war am Wochenende zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Das Düsseldorfer Finanzministerium wollte den Kauf zwar nicht direkt bestätigen. Minister Walter-Borjans stellte aber fest, NRW könne dem geplanten Steuerabkommen in der ausgehandelten Form nicht zustimmen. "Da ist es nur folgerichtig, dass wir uns nicht schon jetzt so verhalten, als ob das Abkommen bereits gelten würde."

Finanzministerium "nicht eingebunden"

Aus dem deutschen Finanzministerium hieß es, man sei in den Vorgang "nicht eingebunden". Die Bundesregierung setze weiter auf das Steuerabkommen mit der Schweiz, das sowohl für Altfälle als auch für die Zukunft Lösungen biete. Der Ankauf von Steuern-CDs sei "keine dauerhafte Lösung".

Das mit den Eidgenossen ausgehandelte Abkommen sieht vor, dass illegal in die Schweiz gebrachte Gelder pauschal mit 21 bis 41 Prozent nachversteuert werden - je nach Dauer und Höhe der Einlagen. Dafür wird den Anlegern Straffreiheit zugesagt. Künftige Kapitalerträge sollen wie in Deutschland versteuert werden.

Parlament in Schweiz billigt Abkommen

Das Schweizer Parlament hat das Abkommen Ende Mai gebilligt. In Deutschland haben Bundestag und Bundesrat noch nicht zugestimmt. Die von SPD und Grünen regierten Bundesländer wollen das Vorhaben im Bundesrat stoppen, weil ihnen die vereinbarten Regelungen nicht weit genug gehen.

Auch die Deutsche Steuer-Gewerkschaft sieht das so. Die Fachgewerkschaft der Finanzverwaltung vermutet, dass deutsche Kapitalflüchtlinge 150 Milliarden Euro illegal in die Schweiz geschleust haben. Damit diese ihr Geld künftig nicht mehr vor dem deutschen Fiskus verstecken können, hatten die Finanzminister Deutschlands und der Schweiz das Steuerabkommen vereinbart. Gewerkschaftschef Thomas Eigenthaler sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstag), steuerflüchtige Anleger blieben in der Schweiz "weiter anonym und genießen dabei völlige Straffreiheit".

Wiederholter CD-Kauf

Das Land NRW hat wiederholt mit dem Kauf von CDs für Aufsehen gesorgt. Wie Walter-Borjans im April bilanzierte, hatte die Auswertung von Steuer-CDs bis dahin 500 Millionen Euro an Nach- und Strafzahlungen in die Landeskasse gespült.

Im Frühjahr hatte die Schweiz mit Haftbefehlen gegen drei nordrhein-westfälische Steuerfahnder breite Empörung ausgelöst. Dabei ging es um den Kauf einer CD mit Daten deutscher Kunden der Großbank Credit Suisse. Für die CD sollen mehr als 2,5 Millionen Euro gezahlt worden sein. Tausende deutsche Credit-Suisse-Kunden sollen ins Visier der deutschen Steuerbehörden geraten sein.

Sie sollen Schwarzgeld in Lebensversicherungen auf den Bermudas versteckt haben. Bislang habe es aber nur wenige Durchsuchungen gegeben, berichtete die "Welt am Sonntag". Denn die meisten Namen seien den Finanzbehörden längst bekannt.

 

(APA/dpa)

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5 Kommentare

Und die denken das hilft

jene die können (und das sind viele) gehen ohnehin schon eher weg aus der Schweiz an schwerer zu knackende Plätze.

Die Hochsteuerländer sollten sich lieber einmal überlegen weniger auszugeben damit diese steuerliche Repression einmal erträglichere Formen annimmt.

Das ist alles schon lange nicht mehr normal und die ewig raunzenden Sozialhilfeempfänger können mich jetzt auch bald.

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...

deutschland und oesterreich sollte streng veruteilt werden, diese laecherlichen antikorruptionsbemuehungen und cd findungen, weil man das geld sowieso nicht annehmen duerfte und sich damit strafbar macht illustrieren die terrorregime, die fuer uebergriffe immer geld haben zu gut. ich mag das nicht!

Antworten Gast: nkerl
15.07.2012 11:17
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Re: ist ja gar nicht wahr,

bei den Deutschen ist das doch längst juristisch ausdiskutiert,das sind nicht solche Kasperl
wie die Österreicher.Die Schweizer spielen da den betrogenen Betrüger, grosse Teile ihres Wohlstandes beruhen auf hinterzogenem,sprich gestohlenem, Vermögen,was sie sehr wohl wissen. Der Fekter- Vertrag ist geradezu prädestiniert für eine Volksabstimmung, wieso hört man von den plötzlichen Entdeckern der direkten Demokratie nichts dazu ?

Gast: Carel Traczinovsky
14.07.2012 19:13
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Ca. 100 Österreicher

sollen auf der CD drauf sein! Darunter prominente Namen! Ha Ha!

Was jetzt? Kriminelle, frisch bei der Tat ertappt! Lt Schwarzgeldabkommen mit der Schweiz sollten sie straffrei ausgehen. Aber jeder Zuckerldieb wird abgestraft.

Gast: b754
14.07.2012 16:48
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die frage ist wann macht die eu endlich die grenzen zur schweiz dicht

ein staat der sich hauptsächlich durch verbrecher und verbrechen erhält muss isoliert werden

Hobbyökonom