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Europäische Investoren kaufen sich in der Türkei ein

15.07.2012 | 18:24 |  Von unserem Korrespondenten JAN KEETMAN (Die Presse)

Ein neues Gesetz, das den Liegenschaftsbesitz für Ausländer erleichtert, löst einen Boom aus. Zwei Großinvestoren sollen aus Österreich stammen. Auch in arabischen Ländern und Russland ist das Interesse groß.

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Istanbul. Kurz vor der Umsetzung eines Gesetzes, das Ausländern den Grunderwerb in der Türkei erleichtern soll, haben europäische Großinvestoren offenbar rasch zugegriffen, um sich einen Startvorteil zu verschaffen. In den beiden zurückliegenden Jahren investierten Ausländer jeweils knapp über 300 Mio. Dollar in türkische Liegenschaften. Auch in den ersten vier Monaten des Jahres lagen die Investitionen mit 114 Mio. Dollar im langjährigen Schnitt. Im Mai schnellte hingegen das Volumen der Immobilienkäufe auf 1,1 Mrd. Dollar, wie die Zeitung „Hürriyet“ berichtet.

Aufgrund eines Berichts der türkischen Zentralbank über den Zahlungsverkehr vermutet „Hürriyet“, dass hinter den Großkäufen von Immobilien zwei österreichische Unternehmen stecken könnten. Die Namen sind bisher unbekannt.

Das türkische Parlament hat im Mai beschlossen, die sehr restriktiven Bestimmungen für den Immobilienerwerb von Ausländern zu lockern. Nach dem neuen Gesetz ist nicht mehr in jedem Fall eine Erlaubnis des Militärs notwendig, wenn Ausländer eine Immobilie erwerben, und sei es nur eine Wohnung mitten in Istanbul. Die Obergrenze für den Erwerb von Grundbesitz wird von 2,5 Hektar auf 60 Hektar angehoben.

Ökonomisch besondere Bedeutung könnte auch der Verzicht auf das bisher geltende Prinzip der Gegenseitigkeit haben. Bis zur Gesetzesnovelle konnten nämlich nur Bürger jener Länder, in denen auch Türken der Grundbesitz erlaubt war, Häuser und Wohnungen kaufen. Das hinderte insbesonders Käufern aus arabischen Ländern an Investitionen.

Die Türkei gilt angesichts der Eurokrise als vielversprechende Alternative zu Europa. Dabei ist der Immobiliensektor nun besonders attraktiv. Aber auch in anderen Ländern außerhalb Europas erwacht die Lust, zwischen Bosporus und Kaukasus Land zu erwerben. Der Istanbuler Maklerverband schätzt, dass es 300.000 Interessenten aus Russland und arabischen Ländern geben könnte. Sie waren bisher vom Immobilienkauf in der Türkei ausgeschlossen und mussten Umwege über einen türkischen Partner gehen.

 

Angst vor Spekulation

Noch hat das neue Gesetz keine direkte Auswirkung, meint Rauf Ozok von der Maklerfirma Turyap, einem der größten Anbieter in der Türkei. Bisher fehle nämlich noch eine Durchführungsbestimmung für das neue Genehmigungsverfahren.

Das hindert aber vorerst nicht am Kauf, und so haben offenbar europäische Großinvestoren im Mai kräftig zugegriffen. Die mutmaßlichen Gründe dafür, warum es zuvor nicht klappte, erklärte der Vorsitzende des Vereins der Istanbuler Bauunternehmer (INDER), Nazmi Durbakayim, gegenüber „Hürriyet“ so: „Früher sind ausländische Käufer auch schon zu uns gekommen und wollten auf einmal 1500 Wohnungen“, sagte Durbakayim. Aber weil der Verein normalerweise an Wohnungssuchende verkaufe „und weil wir nicht wollen, dass spekuliert wird“, habe man bisher nicht eingewilligt.

Noch nicht absehen lässt sich, ob der Ausschlag in der Statistik nur ein einmaliges Ereignis ist, weil Immobilienfirmen sich Startvorteile verschaffen wollen, oder ob der starke Mai den Beginn zu einem anhaltenden Aufwärtstrend signalisiert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.07.2012)

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3 Kommentare
Gast: Otto F.Krammer
15.07.2012 20:51
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Viel wichtiger als Investitionen in der Türkei,..

ist die Nachricht im Standard über Investitionen von BASF für die Erzeugung von Lithiumbatterien in Europa.
http//derstandard.at/1342139113148/BASF-will-Entwicklung-von-Elektroauto-Batterien-vorantreiben
Ohne eine solche Batteriefertigung ist die europäische Energiewende lediglich Wunschtraum.
Dass eine solche Initiative schon um 10 Jahre später kommt, als dies bereits die Chinesen gemacht haben, zeigt, dass in Europa der industrielle Weitblick fehlt, denn es wurden bereits alle Erfindungen für diesen Weg bereits hier gemacht, aber die Chinesen profitieren als erste davon.
Anstatt der Abwrackprämie, wäre hier dir Förderung nutzbringender gewesen.

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Re: Viel wichtiger als Investitionen in der Türkei,..

http://de.wikipedia.org/wiki/Who_killed_the_electric_car%3F

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Re: Viel wichtiger als Investitionen in der Türkei,..

Die Frage ist eher wollen die Großkonzerne wirklich Autos welche Energie sparen.
http://de.wikipedia.org/wiki/General_Motors_EV1

Hobbyökonom