22.05.2013 06:40 Merkliste 0

Google-Managerin Mayer wird neue Yahoo-Chefin

17.07.2012 | 06:06 |   (DiePresse.com)

Die 37-Jährige wechselt überraschend an die Spitze des strauchelnden Internetpioniers. Dabei erwartet sie im Oktober Nachwuchs.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Marissa Mayer wird neue Chefin des US-Internetkonzerns Yahoo. Mayer, die bisher für den Konkurrenten Google arbeitete, ist bereits der dritte CEO von Yahoo binnen einem Jahr. Sie nimmt am Dienstag ihre Arbeit auf, wie Yahoo am Montag nach US-Börsenschluss mitteilte. Sie fühle sich "geehrt" und sei "überglücklich", erklärte Mayer am Montag. Über Twitter teilte die frischgebackene Yahoo-Chefin mit, dass sie und ihr Ehemann im Oktober Nachwuchs erwarten. Ihr Mutterschutz werde sich nur auf wenige Wochen beschränken und sie werde auch während dieser Zeit arbeiten, schrieb Mayer. Sie habe diese Mitteilung dem Yahoo-Direktorium bei den Vertragsgesprächen natürlich nicht vorenthalten.

Im Mai war ihr Vorgänger Scott Thompson, der vom Ebay-Bezahldienst PayPal gekommen war, nach knapp sechs Monaten im Amt wegen eines Streits über seine akademische Ausbildung zurückgetreten. Er hatte Carol Bartz abgelöst. Sie wurde im September entlassen, da es ihr nicht gelang, dem Unternehmen neuen Schwung zu verleihen.

VIDEO: Yahoo wirbt Google Topmanagerin ab

Marissa Mayer soll nun das Ruder beim angeschlagenen Suchmaschinen-Konzern herumreißen. Die 37-Jährige wird als Vorstandsvorsitzende sofort anfangen.

Überraschende Entscheidung

Mayer war eine der ersten Mitarbeiterinnen bei Google und maßgeblich an der Entwicklung der Google-Suchmaschine beteiligt. Ihre Ernennung kommt überraschend. Weithin war erwartet worden, dass Yahoos Interims-CEO Ross Levinsohn den Posten übernimmt.

Die nun bestellte Chefin war Mitarbeiterin Nummer 20 bei Google. Sie fing vor 13 Jahren bei der aufstrebenden Internetfirma an und verantwortete lange Zeit das wichtige Suchmaschinen-Geschäft. Sie gilt als verantwortlich für das schlichte Design der Website. Zuletzt leitete die 37-Jährige die Geo-Dienste und lokalen Services bei Google. Sie habe eine "fantastische Zeit bei Google gehabt", sagte Mayer der "New York Times", die als erstes über den Wechsel berichtet hatte. Es sei aber letztlich eine "ziemlich einfache Entscheidung" gewesen, den neuen Job anzutreten. Yahoo sei schließlich eine der besten Marken im Internet.

Yahoo auf absteigendem Ast

Nach den ersten Berichten von der Ernennung Mayers stieg der Kurs der Yahoo-Aktie um 3,3 Prozent. Nach Einschätzung von Analysten braucht der Konzern nun vor allem Stabilität: Der Internet-Pionier steht im überlebenswichtigen Werbegeschäft unter enormen Druck - ausgerechnet vonseiten Googles. Bei der Internetsuche hatte sich Yahoo bereits mit dem Software-Konzern Microsoft verbündet.

Laut "New York Times" hat Marissa Mayer erst am Montagnachmittag per Telefon gekündigt. Sie war neben den zwei Gründern Larry Page und Sergey Brin sowie dem langjährigen Konzernchef und jetzigen Verwaltungsratsvorsitzenden Eric Schmidt eines der wenigen bekannten Gesichter von Google.

 

(APA/dpa)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

15 Kommentare

Abgesehen

von der sicher vorhandenen Kompetenz der Dame: "[...] Ihr Mutterschutz werde sich nur auf wenige Wochen beschränken und sie werde auch während dieser Zeit arbeiten, schrieb Mayer. [...]"

Na dann ist ja alles in Ordnung, nicht wahr? Heute hat Kinder in die Welt setzen schon fast den selben Stellenwert, als müsse man nur mal eben kurz zum Ausscheiden von Stoffwechselprodukten auf die Toilette.

Arme Gesellschaft.

Gast: kwoorwk
17.07.2012 14:44
0 1

gut

dass sich auch mal die intelligenten fortpflanzen.


Willkommen im 21ten Jahrhundert

"Dabei erwartet sie im Oktober Nachwuchs" ?? Bei einem Mann wäre das wohl kaum erwähnenswert gewesen.

Aber finde ich gut, daß die neue Firma das ganz neutral aufnimmt und diese normalste Sache der Welt auch unterstützt. Davon könnten sich viele andere Firmen was abschauen...

0 0

Re: Willkommen im 21ten Jahrhundert

Die geht aber auch nciht drei Jahre in Karenz.

Gast: Maria G.
17.07.2012 10:28
2 3

Na so was - eine ARBEITENDE Mutter!

Die Kommentare hier sind ja nur mehr zum Genieren - typisch Österreich!

Von wegen Quotenfrau, die Frau hat mit Sicherheit mehr am Kasten als der - neidige, weil selbst mässig erfolgreiche - Durchschnittsösterreicher.

Gast: Personalscheef
17.07.2012 09:59
0 0

Genialer Lebenslauf

- 2012 Top-Managerin bei Google (ewig dabei)
2012 - 2013 CEO Yahoo!!
2013-2015 Karenz u. Teilzeit-Managerin
2015 - CEO bei xyz Unternehmen

...und keiner kann ihr Misserfolg bei Yahoo anlasten weil sie war ja kaum da ABER CEO.


wieder eine

quotenfrau, die in vieeeel zu "grosse fussstapfen tritt"...sie wird auch nicht lange bleiben !

Gast: Frauimjob
17.07.2012 08:55
0 1

Wie kann Frau nur ...?

wie kann eine solch erfolgreiche Frau nur von einem sehr erfolgreichen Untérnehmen wie Google zu einem Looser wie Yahoo! wechseln?
das ist doch volle Abstieg, auch wenn man dort als CEO arbeitet. Andererseits für einen Karenzjob vielleicht gar nicht schlecht ;-), wer weiss ob der Job bei Google warm geblieben wäre (ein Schelm wer böses denkt)

Re: Wie kann Frau nur ...?

Vielleicht gibt es noch was anderes als die auch in Österreich häufig zu beobachtende Art, sich nach oben zu buckeln und den Job dann bis zur Rente zu verteidigen?

Neue Herausforderungen zum Beispiel. Am Geld wird es vermutlich nicht liegen.

0 0

Loyalität

sollte man auch gendern.

Viel Erfolg

Sie wird es brauchen - bei Yahoo! steigt sie jedenfalls in die Fußstapfen einer anderen Quotenfrau (Carol Bartz), was mir zeigt, dass das Unternehmen ziemlich lernresistent ist und seinen Abwärtstrend fortsetzen wird.

Ist das so eine erfolgreiche Quotenfrau, die man uns in AUT aufs Aug drücken will?

Sarkasmus OFF!

Re: Ist das so eine erfolgreiche Quotenfrau, die man uns in AUT aufs Aug drücken will?

da sind wir ja froh, dass netzwerke ausreichen, ein solches unternehmen zu führen
früher musste man was können, nicht bloß jemanden kennen

0 0

Re: Re: Ist das so eine erfolgreiche Quotenfrau, die man uns in AUT aufs Aug drücken will?

Früher war es genau so wie heute, nur die Netzwerke sahen anders aus.

Re: Ist das so eine erfolgreiche Quotenfrau, die man uns in AUT aufs Aug drücken will?

Nein - das ist eine Frau die Ihr Geschäft versteht ... sonst wäre Sie wohl nicht in diese Position gekommen. Immherhin 13 Jahre Google-Managerin - da ist etwas dahinter!

Hobbyökonom