Opel kommt nicht zur Ruhe: Nach Informationen des "Wall Street Journal" geht der US-Mutterkonzern General Motors für das restliche Jahr in seinem Europageschäft von "beträchtlichen Verlusten" aus. Die bisher gehegte Hoffnung auf eine Erholung im zweiten Halbjahr schwinde, berichtete die Zeitung am Montag unter Berufung auf Personen, die mit dem Europageschäft vertraut seien. Das Unternehmen selbst äußerte sich zunächst nicht.
Opel und seine britische Schwestermarke Vauxhall leiden angesichts der Schuldenkrise in Europa unter stark rückläufigen Verkäufen. Der Marktanteil sinkt. Alleine im ersten Quartal fiel ein operatives Minus von 256 Millionen Dollar (209 Mio Euro) an. Die Zahlen für das zweite Quartal legt General Motors am 2. August vor.
Marktanteile verloren
Opel zählte auch zu den größten Verlierern am europäischen Automarkt im ersten Halbjahr. Der Marktanteil ging auf 6,9 Prozent von 7,6 Prozent zurück. Auch der Allianzpartner PSA Peugeot Citroen bekam die Absatzkrise deutlich zu spüren. Die Neuzulassungen der Franzosen, die vergangene Woche den Abbau von 8000 Stellen angekündigt hatten, brachen um 13,9 Prozent auf 808.660 Autos ein.
Zur Kaufunlust der Europäer kommen erschwerend interne Querelen hinzu: So war vergangene Woche der bisherige Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke überraschend von seinem Posten abgetreten. An diesem Dienstag will der Aufsichtsrat auf einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung einen Nachfolger benennen, zumindest übergangsweise. Als heißester Kandidat gilt Strategievorstand Thomas Sedran.
(APA/dpa)
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