Im Streit um ihr Sparprogramm droht der AUA-Mutter Lufthansa womöglich ein Streik ihrer Flugbegleiter. Die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) rief das Kabinenpersonal am Dienstag zur Urabstimmung auf. Die Abstimmung laufe bis zum 7. August, teilte UFO in Mörfelden-Walldorf mit. Sie verhandelt seit April mit der Lufthansa über Lohnerhöhungen und den Einsatz von Leiharbeitern in den Kabinen.
Einen "letzten Lösungsvorschlag" der Gewerkschaft habe die Lufthansa abgelehnt, erklärte UFO. Die Urabstimmung sei daher der letzte Versuch, eine friedliche Einigung zu erzielen. Für Streiks gebe es momentan keine konkreten Pläne, UFO sei aber "willens und in der Lage, kurzfristig einen Arbeitskampf zu führen". Die Lufthansa sei nun am Zuge, ein Angebot vorzulegen. Es müsse nach drei Jahren Nullrunde eine Erhöhung der Gehälter sowie die Absicherung gegen Leiharbeit vorsehen.
Die Lufthansa hatte 2011 einen Verlust von rund 13 Millionen Euro gemacht. Seit Jahresbeginn läuft das Umbau- und Sparpaket "Score", mit dem die Fluggesellschaft ihr Ergebnis im laufenden Geschäft bis Ende 2014 um mindestens 1,5 Milliarden Euro verbessern will. So lässt die Lufthansa seit Anfang Juni ab Berlin Leih-Stewardessen und -stewards arbeiten. Insgesamt will der Konzern 200 von ihnen einsetzen. Sie verdienen zu Anfang auf Niveau der Lufthansa-Mitarbeiter, steigen jedoch erst später in neue Gehaltsgruppen auf. Außerdem gelten für Leiharbeiter längere Arbeitszeiten.
(APA/AFP)
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