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Untreue-Verdacht: Razzia bei Schlecker

18.07.2012 | 15:51 |   (DiePresse.com)

Die deutsche Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue und Insolvenzverschleppung gegen den Schlecker-Gründer eingeleitet.

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Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat wegen der Pleite der Drogeriemarktkette Schlecker ein Ermittlungsverfahren gegen Anton Schlecker und 13 weitere Beschuldigte eingeleitet. Es gehe um den Verdacht der Untreue, Insolvenzverschleppung und des Bankrotts, sagte eine Sprecherin am Mittwoch in Stuttgart. Zudem würden seit dem Morgen 18 Wohnungen und vier Geschäftsräume im ganzen Bundesgebiet durchsucht. "In unserer Vorprüfung hat sich ein Anfangsverdacht bestätigt", sagte Staatsanwältin Claudia Krauth.

In Österreich gebe es kein Rechtshilfeansuchen, sagte der zuständige Linzer Staatsanwalt.

160 Ermittler

Bei den Durchsuchungen in Deutschland stellten die rund 160 Ermittler nach Polizeiangaben bis zum Mittag umfangreiche Unterlagen und Dateien sicher. Zu den durchsuchten Wohnungen und Geschäftsräumen wollte die Polizei zunächst keine Einzelheiten nennen.

Durchsucht wurden drei Firmenräume im baden-württembergischen Alb-Donau-Kreis, in dem auch der Schlecker-Firmensitz liegt, sowie ein Geschäftsraum in der Region Osnabrück. Die durchsuchten Wohnungen liegen nach den Angaben vor allem im Raum Ulm. Zudem statteten die Ermittler auch privaten Wohnräumen in Berlin, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen Besuche ab.

Anton Schlecker nur teilweise belangbar

Ein Sprecher des Insolvenzverwalters erklärte, man sei über die Ermittlungen informiert und unterstütze sie. Unmittelbare Auswirkungen für den weiteren Verlauf des Verfahrens gebe es jedoch vorerst nicht.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft könne Anton Schlecker als Einzelperson in der von ihm gewählten Rechtsform eingetragener Kaufmann (e.K.) nicht wegen einer Insolvenzverschleppung belangt werden. Das gelte aber nicht für die Töchter Ihr Platz GmbH & Co. KG und die Schlecker XL GmbH. Außerdem griffen bei Anton Schlecker - sollte er sich tatsächlich schuldig gemacht haben - die Straftatbestände Bankrott, Untreue oder Betrug, die mit der Verschleppung eines Insolvenzverfahrens zusammenhängen. All diese drei Tatbestände können laut Gesetz mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden.

Vorprüfungen seit Anfang Juni

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte Mitte Juni Vorprüfungen aufgenommen, ob die Schlecker-Pleite mit möglichen Straftatbeständen in Verbindung steht. Bei Insolvenzfällen wird routinemäßig die Staatsanwaltschaft informiert, im Fall Schlecker gaben die zunächst zuständigen Ulmer Ermittlungsbehörden die Aufgabe an die Kollegen in Stuttgart ab, wo die Schwerpunktstaatsanwaltschaft in Wirtschaftsstrafsachen sitzt.

Schlecker Deutschland hatte Ende Jänner Insolvenz angemeldet. Ende Juni schlossen deutschlandweit die letzten Filialen, rund 25.000 Mitarbeiter verloren ihren Arbeitsplatz. Nach der Pleite wurden wiederholt Vorwürfe laut, vor Anmeldung der Insolvenz seien Vermögenswerte beiseitegeschafft worden. Sie seien etwa auf Schleckers Ehefrau oder seine Kinder überschrieben worden. Diese Vorwürfe hatte die Familie stets zurückgewiesen.

Wie es in Österreich weitergeht soll sich noch im Juli entscheiden, sagte der Sprecher des deutschen Schlecker-Insolvenzverwalters, Arndt Geiwitz.

 

(APA/dpa)

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5 Kommentare

voll im ernst, kann mich bitte jemand aufklären,

der sich auskennt?

eine firma steht schlecht da und der chef bemüht sich, den laden so lange wie möglich am laufen zu halten. hinterher wird er genau dafür belangt, er hätte also bei genau welcher grenze die flinte ins korn werfen sollen?

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Lehre daraus

Schlecker hätte wohl besser daran getan, die Firma einfach zu verkaufen oder zu sperren als sie aufhörte Gewinn zu bringen. Er und seine Familie hätten sowieso längst mehr als genug Geld gehabt. Für die Mitarbeiter es noch weiter zu versuchen bis zum Ruin ist - wie man sieht - ein Unfug.

Der hatte als Einzelkaufmann mit seinem kompletten Vermögen für alles gehaftet, hat jetzt eh praktisch nichts mehr - dafür sind aber auch nicht andere Firmen mitgerissen worden - und jetzt lassen sie ihn noch immer nicht in Ruhe. Für Banken, die nicht einmal auf die Idee kommen für irgendwas zu haften, genügt ein Anruf und schon werden Milliarden überwiesen.

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Re: Lehre daraus

immer diese poster, die die firmenbesitzer ach so arm finden und vergolgt finden... gesetzesbruch ist gesetzesbruch... hinterziehung hinterziehung... wünsch ihnen mal eine strecke lang unverschuldet arbeitslos zu sein...

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Re: Re: Lehre daraus

Ja, das hatte ich ja gemeint, Unselbständige sind dann nur noch undankbar und gehässig. Wenn man als Unternehmer für sich genug hat sollte man den Laden einfach schließen und aus.

kommens

Kommens, die zwei Sätze die sich "Artikel" nennen samt einem "kwT" hättens auch noch im Aufreissser untergebracht, dann hätt ich mir das extrige anklicken des "Artikels" erspart.

Außerdem wäre es gut, wenn man Texte die 1:1 von der APA übernommen sind gleich im Titel kennzeichnete.

Hobbyökonom