Der Versandhändler Neckermann ist pleite. Der US-Investor Sun Capital Partners als Eigentümer halte das Ergebnis der Sanierungsverhandlungen mit Arbeitnehmervertretern "nicht für tragfähig" und stelle dem Unternehmen deswegen "keine weiteren Mittel für die Finanzierung zur Verfügung", teilte Neckermann am Mittwoch in Frankfurt am Main mit. Das Unternehmen könne deswegen nicht wie bisher fortgeführt werden. Neckermann habe deshalb Antrag auf Insolvenz gestellt.
Zähe Verhandlungen
In den vergangenen Wochen hatten Neckermann zäh mit der Gewerkschaft Verdi und dem Betriebsrat verhandelt. Nach einem vorläufigen Scheitern der Gespräche hatte am Mittwoch zunächst ein Kompromiss erzielt werden können. Wie das Unternehmen mitteilte, hatten sich Neckermann, Betriebsrat und Verdi "in begrenztem Umfang auf Abfindungen und Transfergesellschaften" verständigt. Auch in weiteren Punkten sei eine Einigung zwischen Unternehmen und Belegschaft erzielt worden. Eigentümer Sun Capital Partners habe dieses Ergebnis aber nicht mitgetragen, erklärte Neckermann.
Die Geschäftsführung werden alles daran setzen, das laufende Geschäft auch in der vorläufigen Insolvenz aufrechtzuerhalten, erklärte das Unternehmen. Alle Möglichkeiten würden nun geprüft, das Geschäft fortzuführen.
80 % des Umsatzes im Internet
Neckermann.de gehört zu den größten Online-Versandhändlern in Deutschland. Das Unternehmen wurde 1950 in Frankfurt am Main als Neckermann Versand KG gegründet. 1995 startete es mit einem eigenen Online-Shop. Inzwischen erwirtschaftet Neckermann.de mit bundesweit rund 2400 Beschäftigten nach eigenen Angaben fast 80 Prozent seines Umsatzes über das Internet.
Nach hohen Verlusten kündigte die Unternehmensleitung heuer an, jede zweite Stelle zu streichen, das sind fast 1400 Jobs. Der Betriebsrat versuchte bei den Verhandlungen möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Nun sind die Gespräche gescheitert, Neckermann.de stellte den Insolvenzantrag.
(APA/dpa)
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