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Versandhändler Neckermann.de ist pleite

18.07.2012 | 16:31 |   (DiePresse.com)

Die Verhandlungen um die Sanierung des Online-Versands sind gescheitert. US-Investor Sun Capital stellt keine weiteren Mittel zur Verfügung.

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Der Versandhändler Neckermann ist pleite. Der US-Investor Sun Capital Partners als Eigentümer halte das Ergebnis der Sanierungsverhandlungen mit Arbeitnehmervertretern "nicht für tragfähig" und stelle dem Unternehmen deswegen "keine weiteren Mittel für die Finanzierung zur Verfügung", teilte Neckermann am Mittwoch in Frankfurt am Main mit. Das Unternehmen könne deswegen nicht wie bisher fortgeführt werden. Neckermann habe deshalb Antrag auf Insolvenz gestellt.

Zähe Verhandlungen

In den vergangenen Wochen hatten Neckermann zäh mit der Gewerkschaft Verdi und dem Betriebsrat verhandelt. Nach einem vorläufigen Scheitern der Gespräche hatte am Mittwoch zunächst ein Kompromiss erzielt werden können. Wie das Unternehmen mitteilte, hatten sich Neckermann, Betriebsrat und Verdi "in begrenztem Umfang auf Abfindungen und Transfergesellschaften" verständigt. Auch in weiteren Punkten sei eine Einigung zwischen Unternehmen und Belegschaft erzielt worden. Eigentümer Sun Capital Partners habe dieses Ergebnis aber nicht mitgetragen, erklärte Neckermann.

Die Geschäftsführung werden alles daran setzen, das laufende Geschäft auch in der vorläufigen Insolvenz aufrechtzuerhalten, erklärte das Unternehmen. Alle Möglichkeiten würden nun geprüft, das Geschäft fortzuführen.

80 % des Umsatzes im Internet

Neckermann.de gehört zu den größten Online-Versandhändlern in Deutschland. Das Unternehmen wurde 1950 in Frankfurt am Main als Neckermann Versand KG gegründet. 1995 startete es mit einem eigenen Online-Shop. Inzwischen erwirtschaftet Neckermann.de mit bundesweit rund 2400 Beschäftigten nach eigenen Angaben fast 80 Prozent seines Umsatzes über das Internet.

Der Niedergang von Neckermann
2006 wurde Neckermann Versand AG zu Neckermann.de. Die Umbenennung steht für den neuen Fokus auf Online-Versandhandel. Der Großteil der Anteile wurde ein Jahr später an den US-Investor Sun Capital verkauft, ein Stellenabbau folgte. Nach der Arcandor-Pleite im Jahr 2010 unternahm Sun Capital auch die übrigen Anteile.

Nach hohen Verlusten kündigte die Unternehmensleitung heuer an, jede zweite Stelle zu streichen, das sind fast 1400 Jobs. Der Betriebsrat versuchte bei den Verhandlungen möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Nun sind die Gespräche gescheitert, Neckermann.de stellte den Insolvenzantrag.

(APA/dpa)

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4 Kommentare

Und wieder einmal hat die Gewerkschaft

mit überzogenen Forderungen für die Vernichtung von tausenden Arbeitskräften gesorgt.

Mein Beileid!

Aber fast all diese Versandhäuser sind chancenlos gegen Amazon.

Antworten Gast: jaga_
18.07.2012 19:04
0 0

Re: Mein Beileid!

sie sagen es! zB. amazon marketplace oder ebay besteht aus hunderttausenden, Millionen oder was weis ich wie vielen Verkäufern von denen jeder am Puls des Marktes ist. Im Gegensatz dazu die ineffektiven Versandhaus-Saurier. Keine Chance.

Antworten Antworten Gast: international_
24.07.2012 16:18
0 0

Re: Re: Mein Beileid!

wobei ein guter teil der ebayer "privat" = steuerfrei verkauft. wenn man bedenkt, dass allein die umsatzsteuer in a 20 bzw. in d 19% beträgt, kann man sich vorstellen, dass dieser unfaire wettbewerb echten firmen, die den steuern nich ausweichen können den garaus macht.
schadet aber auch dem staat!

Hobbyökonom