18.06.2013 07:46 Merkliste 0

Paris: Regierung will Jobabbau unterbinden

18.07.2012 | 18:37 |   (Die Presse)

Peugeot, Bouygues und SFR wollen Mitarbeiter kündigen. Bouygues beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter und will bis zu einem Zehntel davon abbauen. Das sei "inakzeptabel", so die Politik.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Paris/Wien/Dpa/Stef. Als die privaten französischen Telekomfirmen Bouygues und SFR in den vergangenen Tagen ein Sparprogramm ankündigten, haben sie möglicherweise nicht mit der Ministerin für Digitale Wirtschaft gerechnet. Sie werde „nicht akzeptieren“, dass die Unternehmen Stellenstreichungen nutzten, um im Preiskampf auf dem Mobilfunkmarkt zu bestehen, sagte Fleur Pellerin und zitierte die Firmenchefs zu sich.

Pellerin genießt in dieser Sache die volle Rückendeckung des Präsidenten. François Hollande hatte bereits zuvor die Streichung von 8000 Jobs beim Autobauer Peugeot Citroën als „inakzeptabel“ bezeichnet. Er forderte eine „Neuverhandlung“ des Sanierungsplanes und warf dem Fahrzeughersteller vor, den Abbau der Arbeitsplätze bewusst erst in seiner Amtszeit verkündet zu haben – und nicht bereits unter seinem Vorgänger, Nicolas Sarkozy. Ende Juli will Hollande einen Hilfs- und Sozialplan für die Autoindustrie vorstellen.

Peugeot klagt über Steuerlast

Bouygues beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter und will bis zu einem Zehntel davon abbauen. Für SFR arbeiten 10.000 Menschen. Wie viele von ihnen ihren Job verlieren werden, ist unklar. Das Unternehmen hat lediglich angekündigt, in zwei Jahren eine Mrd. Euro einsparen zu wollen.

Peugeot ließ in Richtung Hollande verlauten, dass neben der zuletzt sinkenden Nachfrage nach Fahrzeugen auch die hohen Lohnkosten sowie die Steuerbelastung Mitgründe für die geplanten Kündigungen seien. Die Körperschaftsteuer in Frankreich beträgt 35Prozent, der Vergleichswert in Österreich liegt bei 25 Prozent.

Es sei „zu einfach“, den hohen Lohn- und Steuerkosten die Schuld zu geben, entgegnete Hollande. Er räumte in einem TV-Interview am Wochenende aber ein, dass Frankreich ein Wettbewerbsproblem habe.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.07.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

6 Kommentare
Gast: 1. Parteiloser
19.07.2012 08:57
4 0

Frankreich ist schon Abgewirtschaftet!

Frankreich hat die höchste Staatsausgabenquote aller Eurostaaten, wahrscheinlich fast weltweit. Ausnahmen sind nur die 100%igen Planwirtschaften (Weißrussland, Nordkorea), welche eine kollektive Massenarmut verursachen.

Daher braucht Frankreich auch die höchste Abgabenquote aller EU Länder, es gilt ja die irren Staatsausgaben zu finanzieren. Die Staatseinnahmen müssen der Realwirtschaft abgepresst werden, anders geht es ja gar nicht. In einem globalen Wettbewerb muss das einfach nur zu einer schwachen Wettbewerbsfähigkeit führen. Die Unternehmen, also AG + AN, arbeiten dann immer vorwiegend für die Staatlichkeit, denen kann dann nur wenig bleiben, wenn überhaupt was bleibt.

2010,
einem Jahr einer durchaus guten Konjunktur, hatte Frankreich ein Defizit von 7,5% eingefahren. Bei einer Staatsausgabenquote von 56% des BIP auch kein besonderes Wunder.

2011,
einem Jahr einer Hochkonjunktur, hatte Frankreich ein Defizit von satten 5,8% eingefahren. Die Staatsausgaben sind auf etwa 55% des BIP gefallen, die gesamten Staatsschulden aber doch auf 85,5% des BIP geklettert. Das Defizit betrug über 100 Mrd. Euro, die gesamten Staatsschulden lagen Ende 2011 bei 1.800 Mrd. Euro!

Zu bemerken ist noch, dass der Industriesektor nur noch einen 18,8%igen Anteil am BIP von F hatte. (D=28,6%, I=24,7%, Ö=29,4%). Sogar die USA liegen mit 19,2% besser!

Frankreich ist doch schon am Ende und kann niemals saniert werden.

2 0

Frankreich ist doch schon am Ende und kann niemals saniert werden.

Ist sehr einleuchtend, was Sie da schreiben.

Der Wahnsinn ist ja, daß niemand weiß wohin das führen wird. Was machen die Menschen dann, wenn sie zwar einen Haufen Geld in der Tasche haben, aber sich nichts dafür kaufen können, da ja der Gegenwert der Arbeit, die die Waren ja erst erzeugen muß, fehlt? Die jetzige Politik zielt ja mehr oder weniger darauf hinaus. Nur, das geht halt lediglich eine kurze Weile gut!

Die Geschichte wird sich wiederholen

So wie es in der ersten Republik war, als Kronen noch offizielles Zahlungsmittel waren. Hyperinflation und Massenarmut. Erst durch den Währungstausch auf Schilling und eine strikte Hartwährungspolitik wurde dem ganzen Einhalt geboten.

Anstatt Reparationszahlung müssen wir jetzt das Geld in die EU transferieren. Statt Kronen haben wir Euro.

Wie das Ganze ausgegangen ist, dürfte bekannt sein.

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
19.07.2012 12:34
0 0

Re: Frankreich ist doch schon am Ende und kann niemals saniert werden.

Es ist noch wenig klar erkennbar wohin diese Politik Europa (Frankreich) führen wird. Probleme werden auf jeden Fall kommen. Als Extrembeispiel kann man vielleicht Zimbabwe nennen. Wahrscheinlich passt aber besser Jugoslawien vor dem Zerfall.

Die Politik Frankreichs zielt ja eindeutig auf eine Massen an Beschäftigungsverhältnissen und einem perfekten Sozialstaat ab. Da geht also gar nicht um Arbeitsverhältnisse, also Arbeit und Leistung.

Das Leistungsproblem ist doch heute schon das Kernproblem Europas, welches sich dadurch verschärfen muss. Frühpensionisten, Transferleistungsempfänger, geschützte Bereiche, Förderwahnsinn, etc. die bringen die Leistung ja nicht.

Es wird, weil das Gelddenken dominiert, immer vergessen, dass jede Gesellschaft am Ende nur soviel haben wird wie die Gesellschaft zusammen auch geschafft hat. Schaffen ist bei den Sozen aber etwas Verbotenes, bei den schwarzen Planwirtschaftern soll das Schaffen von den Anderen kommen.

Die Entscheidungsträger in Europa (besser gegen Europa) können das aber noch immer nicht erkennen und führen Europa immer mehr in die Massenarmut.

Re: Re: Frankreich ist doch schon am Ende und kann niemals saniert werden.

Die Entscheidungsträger in Europa glauben etwas beruhigen zu können, was erstens ausser Kontrolle ist und zweitens gar nicht unter Ihrer Kontrolle steht.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
19.07.2012 16:28
0 0

Re: Re: Re: Frankreich ist doch schon am Ende und kann niemals saniert werden.

Und drittens selber geschaffen haben!

Hobbyökonom