Der internationale Biermarkt ist in Bewegung: Der niederländische Bierbrauer Heineken, Mutterkonzern der österreichischen Brau Union, plant weitere Zukäufe. Für umgerechnet rund 4,1 Milliarden US-Dollar (3,34 Milliarden Euro) will der Konzern weitere Anteile an dem Bierbrauer Asia Pacific Breweries (APB) übernehmen. Das teilte die weltweit drittgrößte Bierbrauerei heute, Freitag, in Amsterdam mit.
Heineken reagierte damit auf ein überraschendes Übernahmeangebot für den "Tiger-Beer"-Hersteller von Unternehmen um den thailändischen Milliardär Charoen Sirivadhanabhakdi. Das thailändische Konglomerat hatte vor wenigen Tagen 3,8 Milliarden Dollar für die APB-Anteile geboten. Heineken hält bereits 42 Prozent an APB. Die Niederländer wollen nun den 40-Prozent-Anteil ihres langjährigen Partners Fraser & Neave übernehmen und bieten dafür rund 40 Dollar pro Aktie.
"Angebot hochattraktiv"
Das Angebot sei hochattraktiv, warb Heineken-Chef Jean-Francois van Boxmeer für die Transaktion. Zusammen mit der geplanten Übernahme weiterer Aktien von anderen APB-Anteilseignern könnte Heineken insgesamt 6 Milliarden Dollar zahlen. Heineken kommt nach Aussagen von Analysten derzeit auf einen weltweit Marktanteil von rund 9 Prozent. Mit einer Übernahme von APB würde sich Heineken nicht nur in Singapur, sondern auch in China, Indonesien, Vietnam oder Neuseeland verstärken.
Der mögliche Übernahmekampf um APB kommt in einer Konsolidierungsphase in der Bierindustrie. Ende Juni hatte der weltgrößte Braukonzern Anheuser-Busch Inbev ("Beck's", "Stella Artois") angekündigt, für rund 20 Milliarden Dollar die mexikanische Grupo Modelo mit ihrer Biermarke "Corona" komplett übernehmen zu wollen.
(APA/dpa)
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