Wien/Apa/Red. Die weltweiten Werbeausgaben legten im ersten Quartal weiter zu. Sie stiegen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 3,1 Prozent auf 128 Mrd. Dollar (rund 105 Mrd. Euro), wie aus der aktuellen Nielsen-Untersuchung „Global AdView Pulse“ hervorgeht. Die einzige Region mit einem Rückgang war Europa, er betrug 1,4 Prozent.
Der Werbemarkt gilt als Indikator für die Lage der Wirtschaft. So erlitten die von der Rezession am stärksten betroffenen Länder auch die höchsten Einbußen. Überproportional stark gewachsen sind die Werbeausgaben in den Schwellenländern. Im Mittleren Osten und in Afrika betrug der Zuwachs 23,3 Prozent. Ägypten wies ein Plus von 67 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf, das allerdings vom Aufstand geprägt war.
Auch in Lateinamerika kletterten die Ausgaben mit 9,6 Prozent beträchtlich. Fast alle Mediengruppen profitierten von den höheren Werbeausgaben, mit Ausnahme von Zeitschriften und Magazinen (minus 1,4 Prozent). Die höchsten Zuwächse gab es bei der Werbung im Internet (plus 12,1 Prozent), gefolgt vom Radio (plus 7,9 Prozent). Die Mehrheit der Ausgaben fließt in die Fernsehwerbung (plus 2,8 Prozent).
Pressemarkt überwiegend gut
Positive Signale kommen auch vom deutschen Pressemarkt. Die meisten Mediengattungen verkauften sich im zweiten Quartal besser als im Vorjahreszeitraum, so die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern. Die Publikumszeitschriften setzten 109,4 Millionen Exemplare ab, ein Plus von 0,5 Prozent. Die Tageszeitungen verloren 2,8 Prozent, sie verkauften 21,5 Millionen Exemplare pro Erscheinungstag (mit Sonntagsausgaben). Österreich-Zahlen werden erst veröffentlicht.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.07.2012)
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