Wien/Auer/AG. Wenige Stunden vor der Bekanntgabe der ersten Quartalszahlen rasselte Facebooks Aktie um knapp zehn Prozent nach unten. Grund für den Absturz war das Debakel von Zynga, dem bis dato erfolgreichsten Entwickler von Online-Spielen für das Netzwerk.
Denn im abgelaufenen Quartal machte das Unternehmen mit Titeln wie „Mafia Wars“ oder „Farmville“ lediglich einen Umsatz von 332,5 Millionen US-Dollar (271,2 Mio. Euro) und einen Nettoverlust von 22,8 Millionen Dollar. Statt mit bis zu 29 Cent Gewinn je Aktie rechnet Zynga im Gesamtjahr nur noch mit vier bis neun Cent Gewinn je Aktie. Der Kurs stürzte um 42 Prozent ab – und riss Facebook gleich mit.
Die beiden Unternehmen hängen stark vom Erfolg des jeweils anderen ab. 90 Prozent der Zynga-Einnahmen generieren Facebook-Nutzer. Umgekehrt verdient das digitale Netzwerk jedesmal mit, wenn Spieler etwa in „Mafia Wars“ eine virtuelle Waffe oder in „Farmville“ eine Kuh kaufen. Zuletzt trug Zynga immerhin 15 Prozent zum Umsatz von Facebook bei. Doch das Interesse der Spieler scheint zu schwinden.
Facebooks Tag der Wahrheit
Schlechte Vorzeichen also für das soziale Netzwerk. Erstmals seit dem eher unglücklichen Börsengang im Mai hat das Unternehmen Donnerstagnacht die Chance, die Wachstumssorgen der Investoren zu entkräften. Um die Lücke im mobilen Geschäft zu schließen, will Facebook Gerüchten zufolge bis 2013 mit HTC ein eigenes Smartphone entwickeln.
Facebook wird auch erklären müssen, warum es ein besseres Kurs-Gewinn-Verhältnis verdient als 98 Prozent der übrigen S&P-500-Unternehmen. Seit seinem Börsegang hat Facebook schon ein knappes Viertel seines Börsenwerts verloren.
Analysten rechnen damit, dass Facebook seinen Umsatz im abgelaufenen Quartal um dreißig Prozent auf 1,16 Milliarden US-Dollar steigern konnte. Das wäre die langsamste Wachstumsrate, die das Unternehmen je veröffentlicht hat.
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