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Studie: Härtere Sanktionen gegen arbeitslose Männer

27.07.2012 | 18:25 |   (Die Presse)

Männlichen Arbeitslosen werden fast doppelt so häufig die Bezüge gekürzt wie Frauen. Vor allem Frauen mit Kindern werden seltener sanktioniert, wenn sie zum Beispiel eine zumutbare Beschäftigung ablehnen.

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Nürnberg/Wien/Es/Ag. Eine deutsche Studie wirft die Frage auf, ob männliche Arbeitslose von den Behörden diskriminierend behandelt werden. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat herausgefunden, dass Jobcenter männlichen Hartz-IV-Empfängern fast doppelt so häufig die Bezüge kürzen wie weiblichen. Vor allem Frauen mit Kindern werden seltener sanktioniert, wenn sie zum Beispiel eine zumutbare Beschäftigung ablehnen.

Aber auch kinderlose Singlefrauen werden weniger hart angepackt. Eine fundierte Begründung für dieses Ergebnis können die deutschen Studienautoren Joachim Wolff und Andreas Moczall vorerst nicht liefern. Die Hypothese, dass „Männer mit Jobcentern weniger kooperieren als Frauen“, müsse noch bestätigt werden.

Auch in Österreich werden deutlich mehr arbeitslose Männer als Frauen sanktioniert. Zwar gibt es für die mit Hartz-IV-Beziehern vergleichbare Gruppe der Langzeitarbeitslosen, die Mindestsicherung beziehen, noch keine vergleichbaren Daten. Eine geschlechterspezifische Auswertung liegt aber bei der Gesamtheit der Arbeitslosen vor. Und auch hier zeigt sich, dass die Frauen im Vorteil sind. Von den rund 887.500 im Jahr 2011 beim AMS arbeitslos Gemeldeten wurde rund 5700 Frauen und 12.800 Männern wegen Arbeitsverweigerung oder Ablehnung von bestimmten Beschäftigungs- und Schulungsangeboten die Unterstützung entzogen.

Wenn man mitrechnet, dass zehn Prozent weniger Frauen als Männer arbeitslos gemeldet sind, dann betraf die Sperre 1,5 Prozent der arbeitslosen Frauen und 2,5 Prozent der arbeitslosen Männer. Dazu kommen noch Sperren wegen versäumter Kontrollmeldungen: 7,9 Prozent der Männer, aber nur 4,1 Prozent der Frauen wurden sanktioniert, weil sie unentschuldigt den Besprechungsterminen beim AMS ferngeblieben waren.

 

Pfuschen Männer häufiger?

Auch beim AMS hat man sich über die Gründe, die hinter den Diskrepanzen zwischen Männern und Frauen stecken, noch keine Gedanken gemacht. „Es könnte daran liegen, dass Männer häufiger in Branchen arbeiten, in denen gepfuscht wird, in der Baubranche zum Beispiel“, sagt Ernst Haider vom AMS. „Aus diesem Grund lehnen wohl mehr Männer eine angebotene Beschäftigung ab.“

Auf einen Blick

Studie. Männliche Hartz-IV-Bezieher (vergleichbar mit der Mindestsicherung in Österreich) werden für regelwidriges Verhalten von Jobcentern fast doppelt so oft bestraft wie Frauen. Auch in Österreich greift das AMS bei Frauen weniger oft zu Sanktionen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.07.2012)

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5 Kommentare
Gast: A.B.C.
29.07.2012 20:33
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Es wird sicher verschiedene Gründe geben

Sicherlich sind die Gründe hiefür verschiedenschichtig und liegen sowohl beim Leistungsbezieher als auch beim Sozialamt.

Insgesamt gesehen, ergeben sich aber in allen Bereichen immer wieder Unterschiede - wieso sitzen in den Vorständen fast nur Männer, wieso sind in höheren Positionen fast nur Männer zu finden, wieso sind in Berufen wie LKW-Fahrer, Maler, Rauchfangkehrer etc., mehr Männer, wieso sind wesentlich mehr Männer obdachlos, wieso sterben mehr Männer an Herzinfarkt, etc.... etc....
Also, wieso schon wieder einen neuen Keil in die Gesellschaft treiben, der absolut unnötig ist.

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sowieso

Das Männer härter angefasst werden ist wohl sonnenklar ...

Gast: Be-obachter
29.07.2012 10:53
2 0

Was im AMS keine Berücksichtigung findet:

manche der angebotenen Jobs sind derart schlecht entlohnt und dazu noch schwer erreichbar, dass die Fahrt zum Arbeitsplatz und retour einen Großteil des Nettoeinkommens verschlingen würde.
Somit wäre der frischgebackene Wiedereinsteiger schlechter dran als vorher mit Arbeitslosenunterstützung.

Solche Situationen werden vom AMS schlicht und ergreifend weggeleugnet.
Auf unternehmerisch ausgedrückt - in den Augen des AMS: Umsatz = Reingewinn, Fahrkosten existieren nicht bzw. gehen das AMS nichts an...

Auf die Situation des Arbeitslosen wird Null Rücksicht genommen.

Gast: Coaching
28.07.2012 14:37
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Würde der arme Kerl da am Bild

den Mut aufbringen eine Straftat zu verüben, hätte er wieder soziale Beziehungen, genug zu essen-und ein Dach über'n Kopf.

Gast: Realllist
28.07.2012 12:11
4 0

na, hier setzt sich wohl niemand für gleichberechtigung u. quote ein !!


Hobbyökonom