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Finanztransaktionssteuer: Frankreich marschiert voraus

01.08.2012 | 09:13 |   (DiePresse.com)

Paris führt eine Abgabe von 0,2 Prozent auf Aktien ein. Ausgenommen ist der Handel mit Aktien von Gesellschaften, deren Börsenwert unter einer Milliarde Euro liegt

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Weil es in der EU keine Einigung gibt, hat Frankreich jetzt seine eigene Finanztransaktionssteuer eingeführt. Es ist allerdings noch keine umfassende Abgabe. Beim Kauf zahlreicher französischer Aktien wird seit diesem Mittwoch eine Finanztransaktionssteuer fällig. Die Abgabe in Höhe von 0,2 Prozent muss auf Geschäfte mit Papieren von Unternehmen gezahlt werden, die ihren Hauptsitz in Frankreich haben. Ausgenommen ist der Handel mit Aktien von Gesellschaften, deren Börsenwert unter der Schwelle von einer Milliarde Euro liegt.

Anleihen bleiben steuerfrei

Eine weitere neue Steuer in Höhe in Höhe von 0,01 Prozent erhebt Frankreich auf bestimmte Transaktionen im Hochfrequenzhandel und besondere Geschäfte mit Kreditausfallversicherungen (CDS) auf EU-Staatsanleihen. Im Gegensatz zur Abgabe auf Aktiengeschäfte betrifft diese allerdings lediglich Unternehmen und Personen, die in Frankreich steuerpflichtig sind. Vollkommen steuerfrei bleibt zunächst der Kauf normaler Unternehmens- und Staatsanleihen.

Die Einführung der Finanztransaktionssteuer war bereits im Frühjahr unter der konservativen Regierung des damaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy beschlossen worden. Dessen sozialistischer Nachfolger Francois Hollande will sie nun möglichst schnell verschärfen und sie auf alle Finanztransaktionen ausdehnen. In einem ersten Schritt beließ er es allerdings bei einer Anhebung des Steuersatzes auf die Aktiengeschäfte. Die Erhöhung von 0,1 auf 0,2 Prozent passierte erst wenige Stunden vor Inkrafttreten der Abgabe das Parlament.

Eine europaweite Finanztransaktionssteuer auf sämtliche Finanzmarktgeschäfte und -produkte ist wegen des Widerstand von Ländern wie Großbritannien bisher nicht in Sicht. Mindestens neun Befürworter-Staaten wollen eine solche Abgabe allerdings im Rahmen einer "verstärkten Zusammenarbeit" als Vorreiter einführen.

(APA/dpa)

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23 Kommentare
Gast: etat3
01.08.2012 12:18
3 0

Etatisten ran ans Werk

Gewählt werden und nicht lange warten.
Schnell auf Raubzug gehen, wer weiß wie lange man am Ruder ist und in die Kasse greifen darf.

Schröpfen kann man aber nur die, die in Frankreich noch etwas verdienen und die sind nicht in den Banlieues.

Schnell sind die wenigen Aktiven gefunden und mit einer höheren Steuer oder Sondersteuer belegt. Über 1 Milliarde mehr pro Jahr erwartet man sich von einer Handvoll Firmen wie Total, Suez, Sanofi, France Telekom.

Zusätzlich soll der Aktien-Käufer der schon ausgeraubten Firma noch Transaktionssteuer zahlen. Frech, frecher, franz. Sozialist.

Die wenigen die den Staat noch tragen werden sich aber sagen: warum sollen wir noch etwas arbeiten, wenn uns eh alles weggenommen wird.

Antworten Gast: Ach,
02.08.2012 09:51
0 0

die armen, ausgebeuteten Firmen. Was glauben

Sie, wie viel die davon zu bezahlen haben?

0 2

Besser als nichts

aber wichtig wäre ein Verbot/strike Besteuerung von Spekulation auf Staatsanleihen

Re: Besser als nichts

Bitte um Beschreibung, was exakt Sie da verbieten wollen. "Spekulation" ist Kauf/Verkauf. Sie wollen doch nicht den Kauf von Staatsanleihen verbieten?
Falls doch: Wie machen wir dann morgen Schulden?

Antworten Antworten Gast: Ach,
01.08.2012 23:24
0 0

was seid

ihr Einfaltspinsel: Immer nur die alte Leier und die dann noch mit Widerspruch! Innovativ, das sind wir nicht, das Denken bleibt uns vorgegeben, drum könnten wir ohne Staatsanleihe und die Staaten gar nicht überleben!

Staatsanleihen sind Schuldenpapiere - sonst nichts! Deswegen spreche ich mich gegen diesen Handel aus und dafür, dass Staaten sich nur mittlest Steuereinnahmen finanzieren dürfen, weil Staatsanleihen verschleiern, was sie wirklich sind. Über eine Finanzierung durch Steuereinnahmen würden sich Bürger früher wehren und so dazu beitragen, dass sich die Schulden in Grenzen halten.

Re: Re: Besser als nichts

Glaub´ er meint die CDS

Re: Besser als nichts

Die Einnahmen werden alleine durch den verwaltungstechnischen Aufwand wieder kompensiert ("ausgenommen Anteile an Unternehmen mit einem Börsenwert unter 1 Mrd. Euro"). Aber den tragen ja die Banken, und geben ihn dann wieder an die Kunden weiter.

warum diese benachteiligung von aktien?

immerhin werden da ECHTE werte gehandelt und der aktienhandel selbst unbedeutend ist im vergleich zur zockerei mit "bestimmten Transaktionen im Hochfrequenzhandel und besonderen Geschäfte mit Kreditausfallversicherungen (CDS)".

wieviel zahlen casinos oder firmen wie admiral an (lizenz)gebühren? DAS ist der wert, an dem sich eine steuer auf diese spekulationen orientieren sollte!

Antworten Gast: 1. Parteiloser
01.08.2012 13:00
2 0

Re: warum diese benachteiligung von aktien?

Das große Volumen an CDS haben als Grundlage die Staatsanleihen. Wenn man nun diese Zocker besteuert, dann besteuert man am Ende wieder die Staatsschulden, die Staaten besteuern also ihre eigenen Schulden. Das Gleiche gilt natürlich auch für viele Derivate, weil diese als Berechnungsgrundlage häufig die Staatsanleihen haben.

Die Französische Planwirtschaft braucht ja noch viel mehr Geld um die Vorhaben der Regierung irgendwie finanzieren zu können. Selber besteuern kann sich der Staat ja nicht wirklich, es müssen also andere Quelle erschlossen werden. Das kann wieder einmal nur die Realwirtschaft sein, weil das Finanzunwesen ja nichts hat, alleine eigentlich gar nicht mehr lebensfähig ist.

Es müssen also Aktien, Lebensversicherung, Pensionsversicherungen, etc. abkassiert werden, wenn man aus dem Finanzbereich Gelder ziehen will.

Wenn Sie den direkten Vergleich mit Casinos machen wollen, dann passt das schon. Die Spieler, welche das Spiel begonnen haben, das waren eindeutig die Staaten mit den irren Schulden. Nur in der Eurozone haben die Staaten Schulden in der Höhe von knapp 10 Billionen Euro angehäuft und so die Grundlage für das Zocken geschaffen. Die Eurostaaten erweitern die Spielgrundlage auch noch um etwa 0,5 Billionen pro Jahr.

Ziemlich krank das ganze System, oder?

Re: warum diese benachteiligung von aktien?

Sowas in der Art war auch mein erster Gedanke. Der Artikel ist in diesem Punkt nicht sehr ausführlich.
Man könnte vermuten, dass es sich um exakt jene Geschäfte handelt, die Investmenthäuser gar nicht oder nur sehr wenig betreiben.
Ggfs. werden die Leute auf CFDs "ausweichen" (falls nicht betroffen). Da gäb´s ausserdem den Hebel und wir wissen ja: No risk, no fun!

Auf die Ausdehnung auf "alle Finanztransaktionen" bin ich übrigens schon gespannt. Und wette sämtliche Beträge, dass es nicht *alle* sein werden.

Re: warum diese benachteiligung von aktien?

Die EU ist schuldentechnisch kurz vor dem Abkratzen, die Galgen werden schon bald aufgestellt und demnach werden jetzt Schlag auf Schlag populistische Massnahmen folgen, die wenig bewirken, aber für den Mob gut klingen.

Antworten Antworten Gast: Sie
02.08.2012 11:40
0 0

sind der Mob,

das dürfen Sie nicht vergessen!

Staatsanleihen.......

.......sind davon nicht betroffen, ein Schelm, wer böses denkt.

Gast: Jetzt möchte ich aber
01.08.2012 11:14
1 2

auch 0,2% Lohnsteuer

zahlen!

Re: auch 0,2% Lohnsteuer

@Michael:
in Frankreich: 34.5%

Antworten Antworten Gast: Für Kleinaktionäre
01.08.2012 22:57
0 0

zu viel, für Großaktionäre

zu wenig!

Re: auch 0,2% Lohnsteuer

Wenn Sie damit auf die geringe Besteuerung anspielen, was aufgrund Ihrer mangelnden rhetorischen Fähigkeiten nicht klar zum Ausdruck kommt, so verweise ich darauf, dass Einkünfte aus Kapitalvermögen bereits flat mit 25 % besteuert werden.

Antworten Antworten Gast: Sie kenntnisreicher,
01.08.2012 22:27
0 0

rhetorisch Genialer

dürften nach Ihrem Ausrutscher gegenüber einem Unbekannten hoffentlich auch wissen, dass das erstens nicht in allen Staaten zutrifft, dass Österreich nicht die Welt bedeutet, und dass 25% fürs Nichtstun eine minimale, reichtumsfördernde und somit die Kluft zwischen Arm und Reich steigernde, aufstandsfördernde Wirkung hat.

Auch ich!

Antworten Antworten Antworten Gast: Oioioi-joijoijoijoi!
02.08.2012 02:26
0 0

... dass 25% fürs Nichtstun eine minimale Last ist, die ...


Ach, was seid ihr Einfaltspinsel: Immer nur die alte Leier, die dann noch mit Widerspruch! Denkende, das sind wir nicht, das Denken bleibt uns vorgegeben, drum könnten ohne Schuldpapiere Staaten gar nicht überleben? Die Steuer könnt‘ die Staaten retten, Bürger würden schnell erbeben, sobald die Steuer ärger würde, so könnten alle besser leben, weil so nichts verborgen bliebe, was ich ganz besonders liebe.

Gast: 1. Parteiloser
01.08.2012 10:44
2 0

Das kann die Französischen Staatsfinanzen auch nicht mehr retten!

2010,
einem Jahr einer durchaus guten Konjunktur, hatte Frankreich ein Defizit von 7,5% eingefahren. Bei einer Staatsausgabenquote von 56% des BIP auch kein besonderes Wunder. Frankreich fehlten also etwa 140 Mrd. Euro für ein ausgeglichenes Budget.

2011,
einem Jahr einer Hochkonjunktur, hatte Frankreich ein Defizit von satten 5,8% eingefahren. Die Staatsausgaben sind auf etwa 55% des BIP gefallen, die gesamten Staatsschulden aber doch auf 85,5% des BIP geklettert. Das Defizit betrug über 110 Mrd. Euro, die gesamten Staatsschulden lagen Ende 2011 bei 1.800 Mrd. Euro!

Frankreichs Problem bei den Staatsfinanzen ist also 100 Mrd. Euro schwer und die 1 - 2 Mrd. Euro an Zusatzeinnahmen können das Problem kaum beseitigen oder auch nur im Ansatz lösen.

Frankreichs Problem sind auch weniger fehlende Staatseinnahmen, Frankreichs Problem sind die irren Staatsausgaben von etwa 1 Billion Euro pro Jahr. Die laufenden Staatsausgaben betragen schon bald 40.000.-Euro pro Haushalt und Jahr. Davon werden etwa 20.000.- Euro pro Haushalt und Jahr das Französische Problem darstellen, ein ungelöstes Problem von 500 Mrd. Euro pro Jahr!

Zu bemerken ist noch, dass der Industriesektor nur noch einen 18,8%igen Anteil am BIP von F hatte. (D=28,6%, I=24,7%, Ö=29,4%). Sogar die USA liegen mit 19,2% besser. Frankreich hat ein immer größeres Leistungsproblem, das Problem mit den Staatsfinanzen ist eine Folge davon.

Frankreich ist doch schon am Ende und kann niemals saniert werden.

Antworten Gast: Das ist auch
01.08.2012 11:31
1 0

der Grund dafür, dass sich Frankreich

so stark für eine Banklizenz des ESM einsetzt. Noch lieber wären ihnen natürlich Eurobonds. Ganz wichtig aber ist die durch den ESM-Vertrag ermöglichte, unabdingbare Ausweitung der Einzahlung in den ESM, weil Frankreich heute schon damit rechnet, unter den Schutzschirm, der auf gar keinen Fall einer ist, schlüpfen zu müssen (eigentlich wollen sie's!), um von den restlichen Einzahlern gerettet zu werden, was nicht funktionieren kann, weil, wenn alle Einzahler diese Strategie fahren, es keine Einzahler mehr gibt und es darauf hinausliefe, als ob sich jeder selbst rettete. Das hätten wir ohne Währungsunion und ohne EU-Mitgliedschaft allerdings wesentlich günstiger durchziehen können, weshalb die Vermutung nahe liegt, dass es viele nur darauf angesetzt hatten, zur Entschuldung in die Union einzutreten, wobei auch die Frage erlaubt sein muss, ob womöglich dies ein späterer und langfristig geplanter Gründungsgrund gewesen sein könnte. Ein gemeinsam entschuldeter Riesenmarkt hätte gegenüber den noch nicht entschuldeten Staaten eklatante Vorteile. Nur geht vorher meistens alles so ungünstig schief, dass die Nachteile kurz- bis mittelfristig überwiegen. Und langfristig dürfte uns die Demographie ihr eigenes, spezielles Streichchen spielen. Also: Crash!

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
01.08.2012 15:52
0 0

Re: der Grund dafür, dass sich Frankreich

Der kommende Crash wird von den Staatsausgaben kommen und die "Demographie" dabei auch eine wesentliche Rolle spielen.

Europa wird am Leistungsmangel zu Grunde gehen!

Gast: Halbwissen
01.08.2012 10:08
2 0

Wer dort investiert, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen !


Hobbyökonom