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Ex-Porsche-Chef Wiedeking droht die Anklagebank

05.08.2012 | 18:00 |   (Die Presse)

Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wird wohl wegen Marktmanipulation im Zuge der letztlich gescheiterten VW-Übernahme angeklagt. Ihm drohen bei einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Gefängnis.

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Stuttgart/AG. Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wird sich wegen Marktmanipulation im Zuge der letztlich gescheiterten Übernahme von Volkswagen durch den Sportwagenbauer vor Gericht verantworten müssen. Sowohl gegen ihn als auch gegen seinen einstigen Finanzchef Holger Härter wolle die Stuttgarter Staatsanwaltschaft nach derzeitigem Stand Anklage erheben, berichtet der „Spiegel“. Bei einer Verurteilung könnten den beiden Managern bis zu fünf Jahre Gefängnis drohen.

Bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart war am Sonntag niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Den beiden ehemaligen Vorständen wird vorgeworfen, durch falsche Informationen oder das Verschweigen von Informationen den Finanzmarkt über die Porsche-Pläne beim VW-Einstieg getäuscht zu haben.

Falsche Angaben der Manager zum Umfang von Optionsgeschäften sollen dazu beigetragen haben, dass die VW-Aktien einen Kurssprung erlebt hätten. Etliche Anleger verloren dabei viel Geld. Einige von ihnen haben Klage eingereicht, sodass sich die Schadenersatzforderungen an den Autokonzern inzwischen auf mehrere Milliarden Euro belaufen.

Zwölf falsche Porsche-Meldungen

Dem Bericht zufolge besteht der Verdacht, dass Porsche in zwölf Fällen falsche Mitteilungen herausgegeben hat. Einige davon könnten den Aktienkurs beeinflusst haben. Porsche bestreitet das. Die endgültige Entscheidung, ob die beiden Exmanager angeklagt werden, will die Staatsanwaltschaft erst dann treffen, wenn die Verteidiger ihre Stellungnahmen abgegeben haben.

Porsche war 2008 mit dem Versuch gescheitert, den weitaus größeren Autoriesen VW zu übernehmen. Stattdessen gehört der Stuttgarter Sportwagenbauer seit Anfang August nun offiziell zum Volkswagen-Konzern.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2012)

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