Frankfurt/AG./RED. Die Lufthansa schwört ihre Belegschaft auch nach einem starken zweiten Quartal weiter auf den eingeschlagenen Sparkurs ein und mahnt mehr Gewinn an. „Hohe Passagierzahlen sagen leider nichts darüber, was unter dem Strich in der Kasse übrigbleibt“, zitiert der „Spiegel“ aus einem offenen Brief von Vorstandschef Christoph Franz und Passage-Chef Carsten Spohr an die Mitarbeiter. „Und das reicht weiterhin nicht aus, um die erforderlichen Investitionen stemmen zu können, die wir benötigen, um auch in Zukunft als Premium-Airline die Nase vorn zu haben.“
Verhandlungen Mitte August
Die Lufthansa leidet wie alle europäischen Fluglinien unter starkem Preisdruck. Den Anstieg des operativen Gewinns auf 361 Millionen Euro im zweiten Quartal schaffte der deutsche Konzern nur dank eines Einmalertrags im Zuge des Umbaus der österreichischen Tochter Austrian Airlines.
Ähnlich wie in Österreich vor wenigen Wochen droht nun auch in Deutschland der Tarifstreit der Konzernführung mit der Belegschaft zu eskalieren. 70 Prozent des streikberechtigten Kabinenpersonals habe sich bereits an der Urabstimmung über einen möglichen Streik beteiligt, teilte die Gewerkschaft „UFO“ mit. Damit wird die für kommenden Mittwoch erwartete Entscheidung gültig sein. Gestreikt wird dennoch nicht sofort, gab die Gewerkschaft Entwarnung. Man wolle erst abwarten, welches Angebot die Konzernspitze am 16. August vorlegen werde.
Eine prozentuale Erhöhung sei nach drei Nulllohnrunden hintereinander für die 18.000 Beschäftigten in jedem Fall zu wenig, hieß es vonseiten der Belegschaftsvertreter. Bei der AUA gipfelte der Streit um Sparmaßnahmen beim Bordpersonal (Piloten, Flugbegleiter) in einer Auslagerung des Austrian-Flugbetriebs an die billiger operierende Tochter Tyrolean.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.08.2012)
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