22.05.2013 20:58 Merkliste 0

USA werfen britischer Großbank geheime Iran-Deals vor

07.08.2012 | 13:52 |   (DiePresse.com)

Die New Yorker Finanzbehörde erklärt die Großbank Standard Chartered zum "Schurken". Sie soll zehn Jahre lang verdeckt mit dem Iran gehandelt haben. Nun droht ihr der Verlust der US-Lizenz.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die britsiche Großbank Standard Chartered gerät in den USA in Erklärungsnot. Die New Yorker Banken-Aufsicht wirft dem Institut vor, fast zehn Jahre verdeckt Transaktionen mit dem Iran im Volumen von 250 Milliarden Dollar (202 Milliarden Euro) durchgeführt zu haben. Die Identität der iranischen Kunden sei absichtlich verschleiert worden. Die Behörden haben 30.000 Seiten an belastenden Material zusammengetragen. In ihrem Abschlussbericht bezeichnen sie das Unternehmen als "Schurken"-Bank. Standard Chartered habe das Land "anfällig für Terroristen, Waffenhändler, Drogendealer und korrupte Regimes" gemacht habe.

Bank könnte US-Lizenz verlieren

Nun könnte das Institut die Banklizenz in den USA verlieren. Das wäre ein Desaster, da sie damit keinen Zugang mehr zur größten Volkswirtschaft der Welt hätte. Die Anleger rechnen offenbar bereits mit dem Lizenz-Verlust und trennen sich in Scharen von Standard-Chartered-Papieren. In London brach der Aktienkurs am Dienstag um bis zu 26 Prozent ein.

Standard Chartered ist auf Geschäfte in den aufstrebenden Gebieten Asiens, des Nahen Ostens und Afrikas spezialisiert und war bisher nicht mit Skandalen aufgefallen. "Die Einschätzung der Behörde stellt kein umfassendes und akkurates Bild der Fakten dar", sagte eine Sprecherin. Sie kündigte zugleich aber eine interne Untersuchung an. Man habe seit fünf Jahren keine neuen Geschäfte mit dem Iran abgeschlossen, erklärte die Bank. Außerdem habe die Bank seit 2010 freiwillig mit den US-Behörden zusammengearbeitet, um die Transaktionen zu überprüfen.

"Ihr verdammten Amerikaner"

Die britische Zeitung "The Guardian" zitiert aus Emails und Gesprächen, die in dem US-Bericht veröffentlicht wurden. So habe ein hochrangiger Bankmanager in London etwa aggressiv auf einen US-Kollegen reagiert, der ihn bereits 2006 vor Geschäften mit dem Iran warnte: "Ihr verdammten Amerikaner, wer seid ihr, um dem Rest der Welt Handel mit dem Iran zu verbieten?" Allein diese Antwort zeige eine absolute Missachtung der US-Regeln, sagte Benjamin Lawsky, Chef der New Yorker Finanzaufsicht. Die britische Bank will die Aussagen von einzelnen Mitarbeitern nicht kommentieren.

Seit der Islamischen Revolution im Jahre 1979 schränken die USA den Handel mit dem Iran massiv ein. Transaktionen mit iranischen Banken sind seit 2008 verboten, da diese unter dem Verdacht stehen, terroristische Gruppen und Atomwaffen zu finanzieren.

VIDEO: Britische Großbank: Geheimdeal mit dem Iran?

Die britischen Großbank Standard Chartered könnte ihre Lizenz in den USA verlieren.Sie soll dem Iran geholfen haben, Milliardenbeträge durch das Finanzsystem in den USA zu schleusen.

(Red./APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

18 Kommentare
Gast: faustrecht
07.08.2012 18:27
0 0

Schutzgelderpresser

Nachdem sie ihre Milliarden Schutzgeld bezahlt haben, ist wieder alles paletti, wetten!
Die HSBC dürfte schon gezahlt haben, da hört man nichts mehr. Wegen was stehen die übrigens am Pranger? schon wieder vergessen.

Gast: Zohanito
07.08.2012 18:02
1 0

So what?

Die US Behörden verhaften unschuldige Minderjährige und gewähren ihnen keinen Rechtsbeistand! Dieses Land ist verabscheuungswürdig und eine Gefahr für die ganze Welt!

http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/1276366/USSteuerfahnder-verhoeren-Kinder-von-Schweizer-Banker?_vl_backlink=/home/index.do

Gast: b754
07.08.2012 17:41
0 0

ein ehrliche großbank gibt es nicht


Die Banken: Eine gut organisierte Räuberbande

‚Nimm das (Natur-)Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande’, hat der heilige Augustinus einmal gesagt.

Gast: Romanino
07.08.2012 14:16
6 0

USA -IRAN GESCHÄFTE

ES IST SCHON LÄCHERLICH WIE SICH DIE USA AUFFÜHREN; SIE SELBST LIEFERN VON DUBAI NCH BANDAR ABBAS WAREN UND DIE GANZE WELT SOLL SICH AN EMBARGO HALTEN! DAS WAR SCHON BEIM LIBYSCHEN EMBARGO; DA HABEN WIR LIBYER ALLES GEKRIEGT AUCH NOTWENDGE ERSATZTEILE VON DEN USA; SIE BEKAMEN SIE HALT NUR INDIREKT ÜBER MALTA ETC UND TEURER ALS DIREKT; DIE AMIS SELBST SIND DIE GRÖSSTEN BANDITEN! ARRANGIEREN EMBARGO DAMIT SIE ALLEIN DIE MÄRKTE BELIEFERN KÖNNEN!

Gast: SinusP
07.08.2012 13:17
8 0

Verbot

Wir die USA, der Weltpolizist und Country No. 1
verbieten anderen Ländern alles, solange sie nicht das tun, was wir wollen !!!

Sehr plakativ ich weiß - aber sehr weit hergeholt ist das ja nicht...

Gast: Eusebius
07.08.2012 13:13
3 0

Bissl Zoff

zwischen England und den USA - wird schnell wieder vergessen sein.
Übrigens: 1979 gab es im Iran keine islamistische Revolution, sondern eine islamische.

Re: Bissl Zoff

Danke für den Hinweis, der Fehler wurde ausgebessert.

hat doch recht mit seiner aussage

"Ihr verdammten Amerikaner, wer seid ihr, um den Rest der Welt Handel mit dem Iran zu verbieten?"

weiterlesen...

Unternehmen, die in den USA Geschäfte machen wollen, müssen dieses Embargo respektieren.


Antworten Gast: Romanino
07.08.2012 14:18
2 0

Re: hat doch recht mit seiner aussage

careless cowboys und miese Gauner sind die Amis

Gast: Markus Trullus
07.08.2012 11:51
2 2

ist das nun so?

Scheinbar ist die City of London noch korrupter und machtgieriger als die Wallstreet ; oder sie stehen schon so am Rande des Abgrunds, dass sie nur noch mit solchen Aktionen ihre Haut retten können. Wiewohl ich in keiner Weise pauschale Verdächtigungen stellen möchte; S'gibt auch in London "die Guten", wie etwa Karina Litvack...
http://www.fandc.com/new/irelandretail/Default.aspx?id=76192

1 1

FRAGE:

Geld stinkt doch nicht, oder ? Um die Moral sollen sich doch die kleinen Leute kümmern....


Antworten Gast: Über die Kreation von Geld
07.08.2012 14:25
1 0

...

Geld kann nicht stinken. In der Finanzwelt aber stinkt Geld am wenigsten.

Es wird ohne dem Angesicht des Schweißes aus dem Nichts von Bankiers geschaffen, nach der Schöpfung ruht der Bankier des Gottes oder des Satans (je nach geistiger Betrachtungsweise), denn er lässt dann das Geld (-> gemeint ist dabei: andere für sich) arbeiten.
Ein Bankier beginnt dabei nicht zu schwitzen. Das von sich geschaffene Geld nimmt ein solcher gerne stets wieder nach getaner abgezahlter Arbeit (-> ist der Zins vergolten, ist das irrdische Werk getan) retour in Besitz. Das Geld stinkt dabei nicht.
Auch wenn ein Bankier Kriege finanzieren würde, würde ein solcher dabei selbst nicht zu bluten beginnen. Auch derartiges Geld kommt unbefleckt rein - und wenn auch Blutflecken auf diesem wären, durch das Wasser mancher Oasen gewaschen - wieder zurück zum paradiesischen Entstehungsort.
So schliesst sich der wundersame Kreis der Geldschöpfung und der wieder reinen Empfängnis des Geldes zur Vermehrung des eigenen irrdischen Paradieses.

Antworten Antworten Gast: KaiserChef
07.08.2012 17:17
0 0

Re: ...

geld kann sehr wohl stinken. und das tut es auch. hab jahrelang im bargeldhandel gearbeitet, was einem da unterkommt ist arg. geld voll mit blut, erbrochenem und anderen ungustiösen zeugs...

ohne auf den artikel eingehen zu wollen, aber geld stinkt!

Antworten Antworten Antworten Gast: mmh
07.08.2012 17:57
0 0

Re: Re: ...

Stimmt!

Manche Kassiere tragen auch gerne Handschuhe und zum Zählen Gummifingerlinge. Ist unbequem, aber besser fürs Wohlbefinden ...

1 1

vorwürfe

Schimpft do jetzt da blinde den eineugigen.

Re: vorwürfe

der eine verbündete einen anderen

Hobbyökonom