Die US-Behörden machen bei ihrer Jagd auf Steuersünder offenbar keine halben Sachen. Wie erst jetzt bekannt wurde, sollen im Mai zwei Jugendliche aus Genf verhört worden sein, deren Vater als Vermögensverwalter arbeitet. Er wird verdächtigt, US-Kunden bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben. Die Kinder, die ihre Großeltern besuchen wollten, wurden einem Medienbericht zufolge bei der Einreise von Steuerfahndern aufgehalten.
"Wo ist euer Papa?", "Was macht euer Papa beruflich?" oder "Reist euer Papa manchmal zur Arbeit in die USA?", sollen die Beamten gefragt haben. Die Minderjährigen seien sechs Stunden lang festgehalten und verhört worden, berichtete ein Anwalt der Tageszeitung "Tribune de Genève". Sie durften dem Bericht zufolge weder zu ihren Eltern noch zu ihren Großeltern Kontakt aufnehmen.
Im April haben fünf Schweizer Großbanken den Behörden die Daten von rund 10.000 Mitarbeitern vermittelt, die US-Kunden betreuen oder betreut haben. Seitdem ist die Verunsicherung unter den Bankern groß: Viele meiden Auslandsreisen, weil sei befürchten festgenommen zu werden. Nicht nur die USA sind gefährlich: Fast alle europäischen Staaten haben Auslieferungsabkommen mit den Amerikanern abgeschlossen.
(Red.)
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