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Iran-Geschäfte: Britische Bank unter Verdacht

07.08.2012 | 17:36 |   (Die Presse)

Die britische Großbank Standard Chartered soll Milliardengeschäfte mit dem Iran betrieben haben, berichten US-Behörden. Standard Chartered sei ein „verbrecherisches Institut“. Ihr droht der Lizenzentzug in den USA.

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London/red./AG. Noch vor einer Woche mimte Peter Sands den seriösen Bankmanager, der es mit „Kultur und Werten“ zum Erfolg bringt. „Wir machen Geschäfte, die gesellschaftlichen und gesamtwirtschaftlichen Nutzen stiften“, rühmte sich der Chef der britischen Großbank Standard Chartered bei der Präsentation der Halbjahresbilanz. Wenige Tage später befindet sich Sands womöglich am Ende seiner Karriere. Denn die New Yorker Finanzaufsicht beschuldigt die britische Bank, seit zehn Jahren geheime Geschäfte mit dem Iran getätigt zu haben. Genau in jener Zeit, in der Sands im Vorstand sitzt. Seit 2006 ist er Vorstandschef, zuvor war er vier Jahre lang Finanzvorstand.

In einem 30.000 Seiten umfassenden Bericht lässt die US-Behörde kein gutes Haar an dem britischen Institut. Von Transaktionen in Höhe von 250 Mrd. Dollar (202 Mrd. Euro) ist die Rede. Die Identität der iranischen Kunden sei verschleiert worden. Standard Chartered sei ein „verbrecherisches Institut“. Durch die Machenschaften der Bank sei das Finanzsystem der USA für „Terroristen, Waffenhändler, Drogenbarone und korrupte Regime“ geöffnet worden. Ebenfalls ins Visier der US-Ermittler ist die Unternehmensberatung Deloitte gekommen. Sie soll die Bank bei den Geschäften unterstützt und die Ermittlungen behindert haben.

US-Banklizenz wackelt

Standard Chartered wies die Beschuldigungen als völlig überzogen zurück. Der Konzern, der 87.000 Mitarbeiter in 70 Ländern hat, erklärt: „Mehr als 99,9 Prozent“ der Iran-Geschäfte seien gesetzeskonform abgewickelt worden. Nur bei Transaktionen in Höhe von 14 Mio. Dollar sei unkorrekt gehandelt worden. Die Bank betont, sie selbst habe die US-Behörden 2010 „aus freien Stücken“ davon informiert. Anders die Sicht der US-Ermittler. Die Londoner Zentrale hätte jahrelang Warnungen der US-Mitarbeiter ignoriert, heißt es. „Ihr verdammten Amerikaner, wer seid ihr, dass ihr uns und dem Rest der Welt sagen wollt, wir sollen keine Geschäfte mit dem Iran machen“, zitierte „The Guardian“ aus E-Mails und Gesprächen, die im US-Bericht veröffentlicht wurden.

VIDEO: Britische Großbank: Geheimdeal mit dem Iran?

Die britischen Großbank Standard Chartered könnte ihre Lizenz in den USA verlieren.Sie soll dem Iran geholfen haben, Milliardenbeträge durch das Finanzsystem in den USA zu schleusen.



Seit der islamischen Revolution 1979 schränkten die USA den Handel mit dem Iran ein. Unternehmen, die in den USA Geschäfte machen wollen, müssen dieses Embargo respektieren. Standard Chartered droht nun die US-Banklizenz zu verlieren. Der Aktien von Standard Chartered verloren am Dienstag massiv an Wert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.08.2012)

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18 Kommentare
Gast: faustrecht
07.08.2012 18:27
0 0

Schutzgelderpresser

Nachdem sie ihre Milliarden Schutzgeld bezahlt haben, ist wieder alles paletti, wetten!
Die HSBC dürfte schon gezahlt haben, da hört man nichts mehr. Wegen was stehen die übrigens am Pranger? schon wieder vergessen.

Gast: Zohanito
07.08.2012 18:02
1 0

So what?

Die US Behörden verhaften unschuldige Minderjährige und gewähren ihnen keinen Rechtsbeistand! Dieses Land ist verabscheuungswürdig und eine Gefahr für die ganze Welt!

http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/1276366/USSteuerfahnder-verhoeren-Kinder-von-Schweizer-Banker?_vl_backlink=/home/index.do

Gast: b754
07.08.2012 17:41
0 0

ein ehrliche großbank gibt es nicht


Die Banken: Eine gut organisierte Räuberbande

‚Nimm das (Natur-)Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande’, hat der heilige Augustinus einmal gesagt.

Gast: Romanino
07.08.2012 14:16
6 0

USA -IRAN GESCHÄFTE

ES IST SCHON LÄCHERLICH WIE SICH DIE USA AUFFÜHREN; SIE SELBST LIEFERN VON DUBAI NCH BANDAR ABBAS WAREN UND DIE GANZE WELT SOLL SICH AN EMBARGO HALTEN! DAS WAR SCHON BEIM LIBYSCHEN EMBARGO; DA HABEN WIR LIBYER ALLES GEKRIEGT AUCH NOTWENDGE ERSATZTEILE VON DEN USA; SIE BEKAMEN SIE HALT NUR INDIREKT ÜBER MALTA ETC UND TEURER ALS DIREKT; DIE AMIS SELBST SIND DIE GRÖSSTEN BANDITEN! ARRANGIEREN EMBARGO DAMIT SIE ALLEIN DIE MÄRKTE BELIEFERN KÖNNEN!

Gast: SinusP
07.08.2012 13:17
8 0

Verbot

Wir die USA, der Weltpolizist und Country No. 1
verbieten anderen Ländern alles, solange sie nicht das tun, was wir wollen !!!

Sehr plakativ ich weiß - aber sehr weit hergeholt ist das ja nicht...

Gast: Eusebius
07.08.2012 13:13
3 0

Bissl Zoff

zwischen England und den USA - wird schnell wieder vergessen sein.
Übrigens: 1979 gab es im Iran keine islamistische Revolution, sondern eine islamische.

Re: Bissl Zoff

Danke für den Hinweis, der Fehler wurde ausgebessert.

hat doch recht mit seiner aussage

"Ihr verdammten Amerikaner, wer seid ihr, um den Rest der Welt Handel mit dem Iran zu verbieten?"

weiterlesen...

Unternehmen, die in den USA Geschäfte machen wollen, müssen dieses Embargo respektieren.


Antworten Gast: Romanino
07.08.2012 14:18
2 0

Re: hat doch recht mit seiner aussage

careless cowboys und miese Gauner sind die Amis

Gast: Markus Trullus
07.08.2012 11:51
2 2

ist das nun so?

Scheinbar ist die City of London noch korrupter und machtgieriger als die Wallstreet ; oder sie stehen schon so am Rande des Abgrunds, dass sie nur noch mit solchen Aktionen ihre Haut retten können. Wiewohl ich in keiner Weise pauschale Verdächtigungen stellen möchte; S'gibt auch in London "die Guten", wie etwa Karina Litvack...
http://www.fandc.com/new/irelandretail/Default.aspx?id=76192

1 1

FRAGE:

Geld stinkt doch nicht, oder ? Um die Moral sollen sich doch die kleinen Leute kümmern....


Antworten Gast: Über die Kreation von Geld
07.08.2012 14:25
1 0

...

Geld kann nicht stinken. In der Finanzwelt aber stinkt Geld am wenigsten.

Es wird ohne dem Angesicht des Schweißes aus dem Nichts von Bankiers geschaffen, nach der Schöpfung ruht der Bankier des Gottes oder des Satans (je nach geistiger Betrachtungsweise), denn er lässt dann das Geld (-> gemeint ist dabei: andere für sich) arbeiten.
Ein Bankier beginnt dabei nicht zu schwitzen. Das von sich geschaffene Geld nimmt ein solcher gerne stets wieder nach getaner abgezahlter Arbeit (-> ist der Zins vergolten, ist das irrdische Werk getan) retour in Besitz. Das Geld stinkt dabei nicht.
Auch wenn ein Bankier Kriege finanzieren würde, würde ein solcher dabei selbst nicht zu bluten beginnen. Auch derartiges Geld kommt unbefleckt rein - und wenn auch Blutflecken auf diesem wären, durch das Wasser mancher Oasen gewaschen - wieder zurück zum paradiesischen Entstehungsort.
So schliesst sich der wundersame Kreis der Geldschöpfung und der wieder reinen Empfängnis des Geldes zur Vermehrung des eigenen irrdischen Paradieses.

Antworten Antworten Gast: KaiserChef
07.08.2012 17:17
0 0

Re: ...

geld kann sehr wohl stinken. und das tut es auch. hab jahrelang im bargeldhandel gearbeitet, was einem da unterkommt ist arg. geld voll mit blut, erbrochenem und anderen ungustiösen zeugs...

ohne auf den artikel eingehen zu wollen, aber geld stinkt!

Antworten Antworten Antworten Gast: mmh
07.08.2012 17:57
0 0

Re: Re: ...

Stimmt!

Manche Kassiere tragen auch gerne Handschuhe und zum Zählen Gummifingerlinge. Ist unbequem, aber besser fürs Wohlbefinden ...

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vorwürfe

Schimpft do jetzt da blinde den eineugigen.

Re: vorwürfe

der eine verbündete einen anderen

Hobbyökonom