Berlin/jps/Reuters. Die deutschen Exporte sind im Juni im Vergleich zum Vormonat um 1,5 Prozent gesunken. Das teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Eine Überraschung stellt das nicht dar, von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten einen Rückgang in vergleichbarer Höhe erwartet.
Die deutschen Exportunternehmen verkauften Waren im Gesamtwert von 94,6 Mrd. Euro ins Ausland. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Anstieg um 7,4 Prozent. Dieses Wachstum kommt von Ländern außerhalb der Europäischen Union, dorthin stiegen die Exporte um 19,8 Prozent. In EU-Länder fielen sie um 0,5 Prozent, in die Eurozone sogar um drei Prozent.
Auch die Produktion ging zurück: Die Unternehmen produzierten im Juni um 0,9 Prozent weniger als im Mai. Analysten hatten mit 0,8 Prozent gerechnet. Im Mai hatte es noch ein leichtes Plus von 1,7 Prozent gegeben. Die Importe fielen im Vergleich zum Vormonat mit drei Prozent doppelt so stark wie erwartet.
Die Einfuhren summierten sich auf 76,7 Mrd. Euro. Das entspricht einem Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zum Juni 2011. Die Handelsbilanz – die Differenz zwischen Exporten und Importen – wies einen saison- und kalenderbereinigten Überschuss von 16,2 Mrd. Euro aus.
Der Motor der traditionell exportlastigen deutschen Wirtschaft stockt insgesamt. Neben Ausfuhren und Produktion sanken die Aufträge der Industrie um 1,7 Prozent. Der Exportverband senkte seine Prognose für 2012 von sechs auf vier Prozent. Ökonomen rechnen nun mit einer leichten Rezession im dritten Quartal und einem BIP-Jahreswachstum von 0,2 statt 0,5 Prozent. Das Statistische Bundesamt will kommende Woche seine Prognosen dazu veröffentlichen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.08.2012)
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