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Internet-Konkurrenz: Krise beim Buchhändler Thalia

08.08.2012 | 17:14 |   (Die Presse)

Die Buchhandelskette Thalia leidet unter der Konkurrenz aus dem Internet und brockt ihrer Konzernmutter Douglas nach drei Geschäftsquartalen Verluste ein. In Österreich laufen die Geschäfte indes rund.

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Wien/ag./nst/Juk. Beim deutschen Handelskonzern Douglas laufen die Geschäfte eigentlich ganz gut. Wäre da nicht die Buchhandelskette Thalia, die mittlerweile zum Sorgenkind des Unternehmens geworden ist. 165 Mio. Euro musste der Mutterkonzern im heurigen ersten Halbjahr bereits aufwenden, um den Karren Thalia wieder flott zubekommen. Konzernchef Henning Kreke zeigt sich dennoch optimistisch: Seinen Aussagen zufolge komme das Unternehmen mit der Neuausrichtung des Buchsegments gut voran.

Doch was ist passiert? In den ersten neun Monaten musste der Douglas-Konzern ein Minus von 73,1 Mio. Euro in Kauf nehmen, dabei war noch im Vorjahreszeitraum ein Gewinn von 82 Mio. Euro angefallen. Bei Thalia waren die Umsätze nach drei Quartalen rückläufig, und auch der Vorsteuerverlust ist größer als zuvor.

Noch im heurigen Jänner hatten sich hartnäckig Gerüchte gehalten, wonach Douglas Thalia verkaufen wollte, um sich auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren – Pläne die bereits vor Längerem verworfen wurden. „Sanierung in Eigenregie“ lautet nun die Devise. Die Krise im stationären Buchhandel hat auch vor der deutschen Handelskette keinen Halt gemacht. Das Unternehmen leidet unter der wachsenden Konkurrenz aus dem Internet, hinter der Namen wie Amazon stehen.

Nicht nur, dass immer mehr Kunden dazu übergehen, ihre Bücher im Netz zu bestellen. Auch die Umsätze mit elektronischen Büchern steigen rasant: Allein in Deutschland erreichten sie im Vorjahr 38 Mio. Euro. Gegenüber 2010 entspricht dies einer Steigerung von 77 Prozent. Die Zahl der E-Reader zieht ebenso an.

Österreich-Geschäft im Plus

Um den allgemeinen Entwicklungen entgegenzuwirken, versucht Thalia, Standorte zu schließen, aus größeren, teureren Filialen kleinere zu machen und Untermieter an Bord zu holen. Das tut die Handelskette auch in Österreich schon längst: Nicht nur, dass seit Langem mit der Firma Coffee Shop zusammenarbeitet wird. Im Juni zog Thalia mit dem Computerhändler Di-Tech einen weiteren Untermieter an Land. Die Liaison mit Di-Tech sei sicher nicht zustande gekommen, um den Buchhandelsriesen finanziell zu entlasten, sagte Di-Tech-Boss Damian Izdebski der „Presse“. Vielmehr gehe es für beide Firmen darum, zusätzliche Zielgruppen anzusprechen.

Hierzulande betreibt Thalia 36 Filialen. Im Gegensatz zu Deutschland werden in Österreich schwarze Zahlen geschrieben. Tatsächlich weist die Bilanz für das mit September 2011 endende Geschäftsjahr bei 122 Mio. Euro Umsatz 4,3 Mio. Euro Nettogewinn aus. Thalia sei eines der wenigen heimischen Unternehmen, denen es gelungen sei, ein funktionierendes „Multi Channel“-Konzept einzuführen, heißt es in der Branche. Das bedeutet: Während in Deutschland zu lange auf den stationären Vertrieb gesetzt wurde, scheint man es in Österreich früher verstanden zu haben, den Filialbetrieb mit dem Handel im Internet zu verbinden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.08.2012)

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41 Kommentare
 
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Gast: 80-Stunden-Woche
09.08.2012 22:16
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Erfreulich bei THALIA sind nur die langen Öffnungszeiten, insbesondere am Sonntag!


Gast: Schneller Informierter
09.08.2012 21:30
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Uuups ---

Das habe ich schon vor Wochen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gelesen.

Gast: Anspruchsvoller Bücherwurm
09.08.2012 19:50
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Wer ein qualitativ hochwertiges Sortiment, kompetente Beratung und superschnelles Service bei Bestellungen wünscht, der kauft nicht im Thalia-Büchersupermarkt sondern beim exquisiten Geheimtip "Herder" auf der Wollzeile (U3+Parkplätze)

Thalia ist halt solala. Mariahilferstraßenflair.
Herder hingegen wie handgemachte Maßschuhe zum gleichen Preis (wegen der Preisbindung).
Bin bei Herder seit vielen Jahren hochzufriedener Kunde, umhätschelt und in angenehmer Atmosphäre gemütlich schmökernd.


Antworten Gast: Zenzine
09.08.2012 21:14
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Re: Wer ein qualitativ hochwertiges Sortiment, kompetente Beratung und superschnelles Service bei Bestellungen wünscht, der kauft nicht im Thalia-Büchersupermarkt sondern beim exquisiten Geheimtip "Herder" auf der Wollzeile (U3+Parkplätze)

Der Vorteil ist eben: Thalia hat eben auch einen Onlineshop. Herder hat das nicht.

Die Geschäfte verlagern sich immer mehr ins Internet. Ist ja auch logisch: es ist bequemer, man findet gleich, was man sucht und man muss die Einkäufe dann nicht nach Hause schleppen, sondern bekommt sie bequem bis zur Haustür geliefert.

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Internethandel

Es muss uns klar sein, wenn wir alle im Internet kaufen, werden alle anderen Geschäfte zusperren. Nur wir Kunden beeinflussen, ob es uns wichtig ist, dass wir in der Nähe Geschäfte haben.

Antworten Gast: Zenzine
09.08.2012 21:16
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Re: Internethandel

Dafür gibts eine einfache Lösung: müssen halt alle Geschäfte sich aufs Internet verlegen und Onlineshops eröffnen.

Wer braucht schon Geschäfte? Internetshopping ist viel bequemer und viel weniger zeitaufwändig.

Das einzige, das online nie möglich sein wird, sind Dienstleistungen wie Friseur, Kosmetikstudio, Arzt...

Bei allem anderen wird sich das Geschäft immer weiter ins Internet verlagern.

Antworten Antworten Gast: Die süße Lola
09.08.2012 21:34
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Re: Re: Internethandel

Arzt ist auch schon zum Teil möglich: Diagnose und Medikamentenverschreibung.
Friseur geht auch: Eine Haarschneidemaschine per Internet kaufen (ab 10 € erhältlich) und sich damit über den Schädel fahren (vorher einschalten nicht vergessen!).

:-)))

Und Kosmetikerinnen brauchen Naturschönheiten wie ich eh nicht.

Re: Internethandel

wer sind 'alle anderen Geschäfte', die keinen (guten) Internethandel haben? Sorry, aber man muss schon mit der Zeit gehen.
ich bin trotzdem gerne in den Thalialäden, kein Vergleich zum internetkauf. kostet aber zeit, in die MaHü zu fahren zu meiner lieblingsfiliale. ist auch deren größtes Problem, dass sie in dort angesiedelt ist. furchtbar die MaHü!

Antworten Antworten Gast: Hü (manchmal auch hüh, hüa, hüja oder hüschd) ist ein Zuruf an ein Zugtier mit der Bedeutung vorwärts, los geht’s.
09.08.2012 21:36
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Re: Re: Internethandel

Du solltest dir mal den Duden kaufen dort in der "MaHü", weil dein Deutsch ist unter aller Sau.

Gast: Haro von Wenen
09.08.2012 11:17
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Zu teuer.

Bücher beim Buchhändler kosten gerne 12+ EUR (Paperback) und 25+ EUR (Hardcopy). Das ist ZU TEUER. Da kann man nur im Internet auf Schnäppchenjagd gehen. Vielleicht sollten die obergscheiten Buchhändler mal nachdenken, ob ihnen die Buchpreisbindung nicht selbst am meisten schadet ...

Antworten Gast: ein Büchlein
09.08.2012 13:21
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Re: Zu teuer.

Buchpreisbindung, denken sie darüber mal nach ; ).

Antworten Antworten Gast: BJS
09.08.2012 21:37
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Re: Re: Zu teuer.

Wenn die fällt, ist der Büchermarkt total im A...., das sollte Ihnen auch bewusst sein.

Ich kann mich für Thalia nicht ganz erwärmen...

Die Geschäfte sind zwar großzügig angelegt, aber dann mit Sekundärprodukten ("Glumpert", Spielzeug und andere Nicht-Bücher) und Mega-Bestseller-Tischen so zugestellt, daß für das eigentliche Produkt nicht viel Platz bleibt.

Der wesentliche Vorteil einer Buchhandlung gegenüber dem Online Handel ist, daß das Stöbern in tausenden Büchern leichter ist als auf einer Website, bei der alles von der jeweiligen Sortierung abhängt, wenn man diesen Vorteil aufgibt, kaufe ich lieber gleich bei Amazon.

Für mich selbst wähle ich ohnehin bevorzugt Kindle-Bücher und als Geschenk ist es auch einfacher, das Wunschobjekt von zu Hause aus zu bestellen.

Gast: so ist es !
09.08.2012 10:48
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Na - erinnert sich bei Thalia noch jemand an die Aktion in Steyr ?

Wie war das doch damals in Steyr mit Thalia??
Der Fluch der bösen Tat, kann man da gerne vermuten, denn niemand steht über den Dingen und kann mit seinen Mitmenschen (Mitbewerbern, besonders kleineren Buchhändlern und Verlagen) machen, was er will, nur um die zu ruinieren!
Und: Trotz allem muss auch hier die Unschuldsvermutung genannt werden, wie auch bei Strasser, Grasser, Flöttl, Schüssel und all den anderen, die sich stets als Sieger und vorbildliche Leistungsträger fühl(t)en.

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Zu Thalia gehe ich fast immer am Sonntag.

Gemütlich Bücher und Zeitschriften durchschauen und dann die Beute im nächsten Cafe anlesen.

Ich kaufe auch gern bei Amazon, aber mit den Sonn- und Feiertagsöffnungszeiten sichert sich Thalia meinen Umsatz.

seltsames Konzept...

...einerseits werden in Österreich auch die Vertriebssparten Internet und Direkthandel getrennt geführt - Gutscheine gelten somit jeweils nur für eine Vertriebssparte.
Damit hat man mich zum einen verärgert.

Was ich ansonsten auch nicht nachvollziehen kann ist das Beharren auf einem eigenen eBook-Reader während sich das Geschäft mittlerweile auf Kindle abspielt. Hier wäre es durchaus eine Möglichkeit, aktuelle deutschsprachige Literatur auch für den Kindle zu vertreiben - da dieser Markt von Amazon durchaus stiefmütterlich behandelt wird.

Aber nein - man schließt das für den Kindle erforderliche Datenformat einfach aus und bringt sich somit um eine ganze Menge Umsatzvolumen.
Es ist mir schon klar, dass die Verlage hier auch mitspielen müssen: aber wer, wenn nicht Thalia als größter Händler kann hier was bewegen?

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Re: seltsames Konzept...

Der Oyo ist auch technisch eine Schnapsidee. Kindle ist nur wenig teurer, aber wesentlich besser.

Mit Lockangeboten der widerlichsten Art...

... wundert es mich nicht, dass die Kunden wegbleiben. Ich habe ein Thalia-Geschäft vor meiner Haustüre, aber ich bestelle lieber alles bei Amazon und warte ein paar Tage, bevor ich diesen gierigen Halsabschneidern auch nur einen Cent füttere!

Gast: smilefile
09.08.2012 09:07
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Thalia,...


ein Geschäft, ein Konzept, und eine Buchhandlung, in welcher ich gerne mehrmals wöchentlich vorbei schau. Natürlich gibt es Konkurrenz,...bloss fühle ich mich im Thalia sehr wohl. Riesige Auswahl, freundliche, und vorallem hilfsbereite Verkäufer(innnen)

Buchbestellung dauert max. eine Woche, dabei wird man mittels Sms über dein Eingang verständigt.

Die Bücherpreise sind seit zwei Jahren ziemlich gestiegen. Auch sehe ich jetzt vorher öfters in die öffentliche Leihbibliothek, ob die Gunst meiner Interesse dort vielleicht ausborgbar ist.

Vor kurzen habe ich erst drei Umzugskarton's voll Büchern in die Volkshilfe gebracht,..

Es sammelt sich als Vielleser sehr rasch eine grosse Menge Papier an.

Ein Kindle,..ehrlich für meine Generation wird das niemals Ersatz für eine gutes fettes schönes Buch sein.

Leider ist die Zeit der ledergebundenen aber unbezahlbar gewordenen goldgeprägten Erstausgaben vorbei,....

Und ähnlich wie bei Music wird viel zu viel produziert,...die Auswahl ist unübersehbar geworden,...

Gast: Niedersachse
09.08.2012 08:57
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Unsere letzte Stunde

Eigentlich habe ich nur mit Minus gerechnet. Deshalb finde ich das super, daß ich eines besseren belehrt worden bin.

Das Netz ist aus seiner Natur beschränkt und irgendwie kleingeistig. Man wird beworben auf den einschlägigen Websites und merkt gar nicht, daß man einen Tunnelblick kriegt.

Wer zu Thalia geht, kann das sicher bestätigen. Man hat das Gefühl, mit frischem Sauerstoff versorgt zu werden und wird das bedauern, wenn's den Laden nicht mehr gibt.

Weil ich frei habe heute und nichts vor, gehe ich gleich mal zu Thalia und stöber da ein bißchen rum. Im Übrigen ist das Laden immer brechend voll.

"Unsere letzte Stunde" von Martin Rees habe ich da auch gefunden.


neben amazon sind die so unnötig wie ein kropf........


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Onlinebestellungen

es dauert bis zu zwei Wochen, bis ich mein Buch von Thalia zugestellt bekomme, bei Amazon innerhalb von paar Tagen

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Re: Onlinebestellungen

Ich wohne in Wien und da brauche ich mir nicht wie ein Bergbauer die Sachen per Post bestellen. Ich bin kein kleines Kind, dass ich alles sofort haben muss.

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Re: Re: Onlinebestellungen

Es geht ums Prinzip, ein Unternehmen liefert Bücher in drei Tagen und das andere liefert in zwei Wochen das gleiche. Thalia liefert einfach übermäßig langsam und informiert die Kunden nicht mal, wenn das bestellte Buch in der Filiale angekommen ist.
Dabei sind die motivierten Mitarbeiter in Wien nicht wegzudenken

Wer braucht noch Buchläden....

gibts alles im Internet.

Antworten Gast: gast:1
09.08.2012 07:03
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Re: Wer braucht noch Buchläden....

Ob die Deutschen einen "Laden" brauchen weiß ich nicht. Wir Österreicher gehen immer wieder gerne in eine BuchHANDLUNG.

 
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Hobbyökonom