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"Ganz dickes Ding": Neue Steuerdaten-CD aufgetaucht

09.08.2012 | 11:07 |   (DiePresse.com)

Die deutschen Behörden wurden neue Daten von Steuersündern aus der Schweiz zugespielt. Laut Medienberichten stammen sie von der UBS.

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Deutsche Bürger, die ihr Geld am Fiskus vorbei in die Schweiz geschafft haben, müssen neue Verfahren fürchten. Die Staatsanwaltschaft Bochum hat einem Sprecher zufolge zusammen mit der Steuerfahndung Ermittlungen unter dem "Gesichtspunkt Steuerhinterziehung" eingeleitet. Der Behörde seien zuvor Daten von einer CD zur Verfügung gestellt worden, sagte der Sprecher am Donnerstag weiter. Er wollte sich nicht zur Frage äußern, von welcher Schweizer Bank die Daten deutscher Steuerbürger stammten. Die nordrhein-westfälischen Behörden hatten immer wieder Datenträger aus der Schweiz übernommen, um an mutmaßliche Steuerhinterzieher heranzukommen.

Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge hatten die Behörden in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Wochen insgesamt vier Daten-CDs gekauft. In einem Fall handle es sich um Daten von der Bank UBS, berichtete die "Financial Times Deutschland".

UBS weiß angeblich nichts von Datendiebstahl

Ein UBS-Sprecher sagte dazu: "Wir sind uns nicht bewusst, dass wir Opfer eines Datendiebstahls geworden wären." NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans wollte sich ebenfalls nicht zur Frage nach konkreten Geldinstituten äußern, betonte aber, die Finanzverwaltung erhalte immer wieder Datenangebote. Bei den Informationen über UBS-Kunden handle es sich um ein "ganz dickes Ding", zitierte die "FTD" einen Insider. Neben Kontoverbindungen gehe es bei der UBS auch um Stiftungen, die deutsche Kunden zur Steuerhinterziehung nutzten.

NRW-Finanzminister Walter-Borjans hatte erklärt: "Unsere Steuerfahnder sind schon von Amts wegen dazu verpflichtet, alle Anhaltspunkte auf Steuerstraftaten zu überprüfen - auch die auf Daten-CDs." Das Steuerabkommen mit der Schweiz sei nicht in Kraft und in der jetzigen Form nicht zustimmungsfähig, bekräftigte der SPD-Politiker. Es gebe keinen Grund, anders als in der Vergangenheit zu verfahren.

Bereits im Juli hatten Medien berichtet, dass die nordrhein-westfälischen Behörden einen Datenträger für 3,5 Millionen Euro gekauft hätten. Betroffen war demnach die Zürcher Filiale der britischen Traditionsbank Coutts, die eine Tochter der Royal Bank of Scotland ist.

Ringen um Steuer-Abkommen

Der Umgang mit deutschen Anlegern, die ihr Geld in der Schweiz verstecken, sorgt zwischen den Regierungen in Berlin und Bern immer wieder für Streit. Derzeit wird in Deutschland um ein Abkommen gerungen, mit dem Schwarzgeld aus der Bundesrepublik in der Eidgenossenschaft anonym besteuert werden soll. Das Abkommen kann aber noch im Bundesrat scheitern, wo Union und FDP keine Mehrheit haben. Walter-Borjans gehört zu den profiliertesten Kritikern des Abkommens.

Nordrhein-Westfalen kaufte bereits im Jahr 2010 eine CD mit Kundendaten der UBS-Konkurrentin Credit Suisse. Später wurden den Beamten weitere Informationen zugespielt. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelte auch gegen Mitarbeiter des Kreditinstitutes. Die Bank konnte aber einen Prozess mit der Zahlung von 150 Millionen Euro verhindern. In ähnlichen Verfahren kauften sich auch das Institut Julius Bär und die Liechtensteiner Fürstenbank LGT frei. Der frühere Post-Chef Klaus Zumwinkel war ebenfalls über Steuer-Ermittlungen der Bochumer Staatsanwaltschaft gestolpert - das Landgericht Bochum hatte ihn im Jänner 2009 zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

(APA/Reuters)

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74 Kommentare
 
12
Gast: E.T.
10.08.2012 23:36
1 0

Auch Hehlerei ist ein Verbrechen

Ich frage mich, wie der Staat über seinen eigenen Gesetzen stehen kann.

Aus meiner Sicht, ist der wissentliche Ankauf von Diebesgut strafbar. Also müssten umgehend alle damit in Verbindung stehenden Personen angeklagt werden.

Oder darf künftig der Staat auch wieder morden lassen, es ist dann eben im Interesse des Staates.

Um Mißverständnisse auszuräumen - ich habe weder genug Geld um in der Schweiz ein Konto zu haben - noch bin ich Deutscher.

Antworten Gast: Gast 2012
12.08.2012 13:54
0 0

Re: Auch Hehlerei ist ein Verbrechen

die Deutschen zeigen, daß man Gesetze nicht einhalten braucht. Die Schweizer wären blöd, wenn sie mit solch kriminellen Hehlern Verträge machen!

Das Gewissen

Wer korrekt gehandelt hat, braucht nicht zu zittern.
Zittern brauchen nur die, die ein böses Gewissen haben.

Antworten Gast: A.B.C.
10.08.2012 23:37
0 0

Re: Das Gewissen

Zuerst die richten die Selbstgerechten über die anderen, dann fallen sie über die eigenen Füsse.

Gast: m1815
10.08.2012 15:40
1 0

Vorbereitung

Aufpassen Oesterreich, meine Zuflüsterer melden, dass der Kauf einer CD von einer AUT Bank in Vorbereitung sei. Darauf sei ein Teil der ca. 25 Milliarden Schwarzgeld das Deutsche in AUT bunkern.

Antworten Gast: Tine 54
03.09.2012 23:18
0 0

Re: Vorbereitung

Zugabteil: bei einer Diskussion hörte ich, wie eine Dame aus Deutschland meinte, dass derzeit ohnehin Schwarzgeld am besten in Österreich versteckt sei...........

Gast: matt03
10.08.2012 10:42
0 0

Steuerdaten-CD: Auch Österreicher müssen wieder zittern

Ich glaube das ist alles nur ein Fake,um möglichst viele dumme dazu zu bringen sich selbst anzuzeigen.

Antworten Gast: ggg gast
10.08.2012 11:19
3 0

Re: Steuerdaten-CD: Auch Österreicher müssen wieder zittern

Ich bin ein ehrlicher Steuerzahler und ich zahle meine Steuern im Bewusstsein, dass ich dafür einen Staat mit funktionierenden Infrastruktureinrichtungen und Sicherheit und sozialem Frieden bekommen. Aber schön langsam komme ich als Dummer vor.

Korrupte Politiker und Parteien schieben sich das Geld des Steuerzahlers in Hundertausenderbeträgen für tolle Beratungsleistungen zu. Das Geld landet dann in dubiosen Stiftungen und Steueroasen und unsere Finanzministerin geriert als deren Schutzpatronin.

Es ist den Steuerhinterziehern zuzumuten, dass sie verfolgt und bestraft werden. Und ganz besonders wenn das hinterzogene Geld aus dunklen Kanälen stammt und oftmals nichts anderes ist, als Diebstahl am Staat und somit am Steuerzahler.

Völlig unverständlich, dass hier in diesem Forum die Steuerzahler praktisch als Robin Hoods gefeiert werden. Oder posten diese hier in eigenem Interesse um PR gegen eine effiziente Steuerbehörde zu machen?


Re: Re: Steuerdaten-CD: Auch Österreicher müssen wieder zittern

Ich würde Ihnen ja i.A. Recht geben, aber Sie übersehen einen wesentlichen Punkt:
Man darf nicht vergessen, dass dies Daten von Leuten sind, gegen die nichtmal ein konkreter Verdacht besteht.

Würde sich die Exekutive einfach mal so Zugang zu Ihren Daten am PC verschaffen (und Sie davon nichtmal informieren), würden Sie ggfs. als Unschuldiger auch meinen, dass das ein wenig übertrieben wäre. Da reden wir aber nicht über Geld, sondern was Ernstes, z.B. Bekämpfung von Kinderp..ografie.
Und wenn Sie dann noch wüssten, dass Ihre Daten ggfs. völlig ungeschützt irgendwo herumkullern, wär Ihnen das vielleicht auch nicht angenehm.

Das Problem ist also nicht das "Was", sondern das "Wie".

Gast: Gast2
10.08.2012 09:43
2 0

"Schwarzgeldkonten"

Ich verstehe nicht, was ein schweizer "Schwarzgeldkonto" sein soll.

Ist jedes schweizer Konto eines Österreichers automatisch ein Schwarzgeldkonto, selbst wenn es bei der ESt-Erklärung korrekt angeführt wurde?

Sind anonyme schweizer Konten "Schwarzgeldkonten"?
Wie will man die Besitzer anonymer Konten mit Hilfe einer Kontoinhaber-CD ausfindig machen, wenn mit dem Konto kein Name verbunden ist?

Re: "Schwarzgeldkonten"

Sie haben natürlich den Schwachpunkt an der Angelegenheit gefunden. In der allgemeinen Wahrnehmung ist natürlich alles, was nicht "jeder" hat, unrechtmässig erworben.
Dazu zählt auch das Fremdwährungskonto.
Nicht jedoch das in Fremdwährung lautende Kreditkonto.

Mit anderen Worten: Da werden schon wieder irgendwelche Dinge vermengt. Nummernkonten werden da kaum aufscheinen. Die übrigen sind ja nicht anonym. Und wenn (salopp gesprochen) die Konten betragsmässig absteigend sortiert werden, hat man eine nette Arbeitsliste. Mal jeweils die letzten Steuererklärungen rausgesucht und auf Plausibilität geprüft.
Mehr kann man eh nicht machen.

Gast: Hänschenklein
10.08.2012 09:21
3 1

Hey

Gibt es auch mal eine Steuerdaten-CD für Griechenland? Dann wäre der Schuldenschnitt sicher nicht mehr notwendig.

Gast: Fprester
10.08.2012 08:50
1 0

Gibt es diese CD's wirklich?

Technisch ist es heutzutage kein Problem, via Inzernet solche Daten abzusaugen. Ich vermte daher, dass in Wirklichkeit gar keine solchen CD's existieren (wie können übrigens Datenmengen von mehreren Gigabytes auf CD kopieren?). Ich vermute eher, dass etwa der deutsche Geheimdienst solche Daten auf dem eingangs beschriebenen Weg gestohlen hat. Das kann man natürlich nicht offiziell zugeben, weil es einen diplomatischen Eklat der Sonderklasse darstellen würde. Also erfindet man die Mähr von den gestohlenen CD's. So oder so bin ich als bürgerlich denkender Schweizer froh, wenn solcherart genügend Druck auf die Banken und die Schweizer Behörden ausgeübt wird, die Steuerhinterziehung zu bekämpfen. Jedoch halte ich am Bankgeheimnis für Schweizer fest, da ich nicht will, dass der Staat ohne mein Wissen Einblick in meine Bankkonten erhält und wie in Kanada direkt Abhebungen tätigt!

Re: Gibt es diese CD's wirklich?

Na, so einfach, wie Sie glauben, ist das auch wieder nicht. Und wird wohl eine DVD gewesen sein.

Betrifft mich nicht!

Ich hab mein Geld in Griechenland gebunkert.

Antworten Gast: Antiradler
10.08.2012 23:41
0 0

Re: Betrifft mich nicht!

Sie werden von der Steuerbehörde verfolgt werden.
Ihr in Griechenland gepunktertes Geld ist nämlich schon längst in die Schweiz transferiert worden -

Re: Betrifft mich nicht!

Ach Sie sind das! Muss schon ein angenehmes Gefühl sein, als letzter Bankkunde Griechenlands hofiert zu werden ...

krimineller Staat ??

Unter Hehlerei versteht man den Handel mit Sachen, die gestohlen oder unterschlagen wurden und sich nicht im Eigentum der Handelnden befinden.
man sollte einmal darüber nachdenken !

Re: krimineller Staat ??

schon richtig ...

nur, wie definieren Sie "Sache" ?

liebe freunde in nrw.

sollten sich bei der auswertung der cds auch namen und daten von nicht-nrw-bürgern finden: bitte gebt diese nicht an die zuständigen finanzämter weiter.
das ist das porto nicht wert und ihr könntet sie der einfachheit halber gleich selbst in den müll werfen.

gebt diese daten an zb wikileaks oder veröffentlicht sie selbst (eine homepage für diesen zweck einzurichten ist eh billiger als das porto!)
nur so könnt ihr sicherstellen, dass die diebe nicht von bandenmitgliedern a la fekter und schäuble gewarnt und geschützt werden.

Re: liebe freunde in nrw.

ja genau. stellen wir die verbrecher an den pranger. am besten schon die verdächtigen. wozu noch ein ordentliches verfahren, wenn die öffentlichkeit eh schon ihr urteil gefällt hat? in dubio pro reo ist ja so was von vorgestrig.

man kann noch auf ein (weihnachts)wunder hoffen.

vielleicht schafft es das christkind, dieses steuerabkommen, das in wahrheit nichts anderes als ein reinwaschen von dieben und betrügern zu einem lächerlichen preis ist, zu kippen.

und wenn die schutzpatronin der diebe und betrüger ab weihnachten zurück in ihre schottergrube muss, dann wäre es ein echtes weihnachtswunder!

ansonsten müssten wir aus gründen des gleichheits-grundsatzes auch wohnungsdiebstahl anders behandeln: nicht mehr gerichtsverfahren und evtl. verurteilung sondern "gib einen teil der beute zurück und du kannst gehen...!"
halleluja!

Antworten Gast: Fprester
10.08.2012 08:34
1 0

Re: man kann noch auf ein (weihnachts)wunder hoffen.

Auch seitens der Schweizer Bürger gibt es Widerstand. Derzeit läuft eine Unterschriftensammlung für eine entsprechende Initiative, um das Abkommen zu kippen.

Bin notabene gespannt, wie lange es dauert, bis auch dieses urdemokratische Recht von der "Demokratie" EU und ihrer Sytempresse gebrandmarkt wird.

man kann noch auf ein (weihnachts)wunder hoffen.


Gast: Hemingway
10.08.2012 05:05
6 5

Ankauf von Steuerdaten ist kriminell und sollte strengstens geahndet werden. Hoffentlich wacht das Volk bald auf - wir leben bereits in einer Diktatur !


Antworten Gast: toro
10.08.2012 09:29
0 0

Re: Ankauf von Steuerdaten ist kriminell und sollte strengstens geahndet werden. Hoffentlich wacht das Volk bald auf - wir leben bereits in einer Diktatur !

Bitte um den Verweis auf die entsprechenden Gestze.
Meines Wissens ist das überhaupt nicht illegal.

 
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Hobbyökonom