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Steuerdaten-CD: Auch Österreicher müssen wieder zittern

09.08.2012 | 17:29 |  von Norbert Rief (Die Presse)

Die deutsche Finanz hat jetzt erneut Daten über Schwarzgeldkonten in der Schweiz gekauft. Das Material umfasst tausende Konten, auch Österreicher dürften betroffen sein. Die Auswertung läuft gerade.

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Wien. Einige Steuerhinterzieher in Österreich zählen vielleicht schon die Tage. Am 1. Jänner 2013 wird Schwarzgeld, das sie in der Schweiz gebunkert haben, mit einer einmaligen Abschlagszahlung legalisiert. Doch zuvor könnte es für einige noch unangenehm werden: Ein deutsches Bundesland hat jetzt wieder tausende Daten mit Schwarzgeldkonten aus der Schweiz gekauft, und darunter sind vermutlich auch Österreicher.

Vier CDs haben Steuerfahnder in Nordrhein-Westfalen (NRW) für interessant genug befunden, um dem unbekannten Anbieter eine beträchtliche Summe zu überweisen: neun Millionen Euro, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“. Die Daten sollen diesen hohen Betrag durchaus wert sein: Eine Stichprobe hätte bereits einen Steuerhinterzieher entlarvt, der einen zweistelligen Millionenbetrag in die Schweiz geschafft hat.

Wie 2008, als Deutschland eine Schwarzgeld-CD mit Daten aus Liechtenstein kaufte (damals für fünf Mio. Euro), wird die österreichische Finanz von dem Ankauf – kostenlos – profitieren. Ein EU-Abkommen schreibt nämlich vor, dass Daten dem Heimatland des Steuerhinterziehers übermittelt werden müssen.

Fast drei Gigabyte an Daten

Wie viele Österreicher auf den knapp drei Gigabyte zu finden sind, ist nicht bekannt. Die Auswertung läuft gerade, die Finanzfahnder in Nordrhein-Westfalen rechnen mit ersten Verfahren noch vor Ende des Sommers.
Von welchen Banken die Daten stammen, sagt die Finanz nicht. Laut Berichten deutscher Medien sollen es vor allem Daten der Großbank UBS („ein ganz dickes Ding“) und der Privatbank Coutts in Zürich sein.

Österreich kommt mit dem neuerlichen Datensatz in eine Zwickmühle. In dem Schwarzgeldabkommen mit der Schweiz verpflichtet sich Wien nämlich, keine aktiven Bemühungen um den Erwerb von Kundendaten zu unternehmen, die von Banken in der Schweiz entwendet wurden.

Im aktuellen Fall käme Österreich zwar dank des Amtshilfeabkommens passiv zu den Unterlagen. Dennoch sei es „irgendwie seltsam“, wenn man wenige Monate vor dem Inkrafttreten des Abkommens neue Steuerverfahren einleite, meinte ein Mitarbeiter des Finanzministeriums.
Der deutsche Finanzminister, Wolfgang Schäuble, der ebenfalls ein Schwarzgeldabkommen mit der Schweiz verhandelt hat, kritisierte den Ankauf durch NRW. Das sei kein „umfassender Ansatz zur befriedigenden Besteuerung“.

Ein Sprecher des Wiener Finanzministeriums erklärte, man habe „auf jeden Fall Interesse daran, Steuerflüchtlingen auf die Spur zu kommen“. Im konkreten Fall gebe es aber noch sehr viele Fragezeichen und Konjunktive.

Stichtag für mögliche Verfahren ist der 1. Jänner, an dem das Schwarzgeldabkommen mit der Schweiz in Kraft tritt. Mit einer Einmalzahlung in Höhe von 15 bis 38 Prozent wird Schwarzgeld dann legalisiert. Österreich rechnet 2013 mit einer Einmalzahlung in Höhe von einer Milliarde Euro.

25 Mio. Euro aus alter Steuer-CD

Für die Finanzministerin sind Steuer-CDs ein gutes Geschäft. Bevor Österreich 2008 von Deutschland die Daten aus Liechtenstein erhielt, erstatteten 111 Personen Selbstanzeige, um einem Strafverfahren zu entgehen. 43 davon fanden sich gar nicht auf der CD.

Insgesamt liefen und laufen aufgrund der Liechtenstein-Daten Verfahren gegen 200 Personen wegen Steuerhinterziehung. Mit Stand 2010 verdankte das Finanzressort der CD Einnahmen in Höhe von 25 Millionen Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.08.2012)

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74 Kommentare
 
12
Gast: E.T.
10.08.2012 23:36
1 0

Auch Hehlerei ist ein Verbrechen

Ich frage mich, wie der Staat über seinen eigenen Gesetzen stehen kann.

Aus meiner Sicht, ist der wissentliche Ankauf von Diebesgut strafbar. Also müssten umgehend alle damit in Verbindung stehenden Personen angeklagt werden.

Oder darf künftig der Staat auch wieder morden lassen, es ist dann eben im Interesse des Staates.

Um Mißverständnisse auszuräumen - ich habe weder genug Geld um in der Schweiz ein Konto zu haben - noch bin ich Deutscher.

Antworten Gast: Gast 2012
12.08.2012 13:54
0 0

Re: Auch Hehlerei ist ein Verbrechen

die Deutschen zeigen, daß man Gesetze nicht einhalten braucht. Die Schweizer wären blöd, wenn sie mit solch kriminellen Hehlern Verträge machen!

Das Gewissen

Wer korrekt gehandelt hat, braucht nicht zu zittern.
Zittern brauchen nur die, die ein böses Gewissen haben.

Antworten Gast: A.B.C.
10.08.2012 23:37
0 0

Re: Das Gewissen

Zuerst die richten die Selbstgerechten über die anderen, dann fallen sie über die eigenen Füsse.

Gast: m1815
10.08.2012 15:40
1 0

Vorbereitung

Aufpassen Oesterreich, meine Zuflüsterer melden, dass der Kauf einer CD von einer AUT Bank in Vorbereitung sei. Darauf sei ein Teil der ca. 25 Milliarden Schwarzgeld das Deutsche in AUT bunkern.

Antworten Gast: Tine 54
03.09.2012 23:18
0 0

Re: Vorbereitung

Zugabteil: bei einer Diskussion hörte ich, wie eine Dame aus Deutschland meinte, dass derzeit ohnehin Schwarzgeld am besten in Österreich versteckt sei...........

Gast: matt03
10.08.2012 10:42
0 0

Steuerdaten-CD: Auch Österreicher müssen wieder zittern

Ich glaube das ist alles nur ein Fake,um möglichst viele dumme dazu zu bringen sich selbst anzuzeigen.

Antworten Gast: ggg gast
10.08.2012 11:19
3 0

Re: Steuerdaten-CD: Auch Österreicher müssen wieder zittern

Ich bin ein ehrlicher Steuerzahler und ich zahle meine Steuern im Bewusstsein, dass ich dafür einen Staat mit funktionierenden Infrastruktureinrichtungen und Sicherheit und sozialem Frieden bekommen. Aber schön langsam komme ich als Dummer vor.

Korrupte Politiker und Parteien schieben sich das Geld des Steuerzahlers in Hundertausenderbeträgen für tolle Beratungsleistungen zu. Das Geld landet dann in dubiosen Stiftungen und Steueroasen und unsere Finanzministerin geriert als deren Schutzpatronin.

Es ist den Steuerhinterziehern zuzumuten, dass sie verfolgt und bestraft werden. Und ganz besonders wenn das hinterzogene Geld aus dunklen Kanälen stammt und oftmals nichts anderes ist, als Diebstahl am Staat und somit am Steuerzahler.

Völlig unverständlich, dass hier in diesem Forum die Steuerzahler praktisch als Robin Hoods gefeiert werden. Oder posten diese hier in eigenem Interesse um PR gegen eine effiziente Steuerbehörde zu machen?


Re: Re: Steuerdaten-CD: Auch Österreicher müssen wieder zittern

Ich würde Ihnen ja i.A. Recht geben, aber Sie übersehen einen wesentlichen Punkt:
Man darf nicht vergessen, dass dies Daten von Leuten sind, gegen die nichtmal ein konkreter Verdacht besteht.

Würde sich die Exekutive einfach mal so Zugang zu Ihren Daten am PC verschaffen (und Sie davon nichtmal informieren), würden Sie ggfs. als Unschuldiger auch meinen, dass das ein wenig übertrieben wäre. Da reden wir aber nicht über Geld, sondern was Ernstes, z.B. Bekämpfung von Kinderp..ografie.
Und wenn Sie dann noch wüssten, dass Ihre Daten ggfs. völlig ungeschützt irgendwo herumkullern, wär Ihnen das vielleicht auch nicht angenehm.

Das Problem ist also nicht das "Was", sondern das "Wie".

Gast: Gast2
10.08.2012 09:43
2 0

"Schwarzgeldkonten"

Ich verstehe nicht, was ein schweizer "Schwarzgeldkonto" sein soll.

Ist jedes schweizer Konto eines Österreichers automatisch ein Schwarzgeldkonto, selbst wenn es bei der ESt-Erklärung korrekt angeführt wurde?

Sind anonyme schweizer Konten "Schwarzgeldkonten"?
Wie will man die Besitzer anonymer Konten mit Hilfe einer Kontoinhaber-CD ausfindig machen, wenn mit dem Konto kein Name verbunden ist?

Re: "Schwarzgeldkonten"

Sie haben natürlich den Schwachpunkt an der Angelegenheit gefunden. In der allgemeinen Wahrnehmung ist natürlich alles, was nicht "jeder" hat, unrechtmässig erworben.
Dazu zählt auch das Fremdwährungskonto.
Nicht jedoch das in Fremdwährung lautende Kreditkonto.

Mit anderen Worten: Da werden schon wieder irgendwelche Dinge vermengt. Nummernkonten werden da kaum aufscheinen. Die übrigen sind ja nicht anonym. Und wenn (salopp gesprochen) die Konten betragsmässig absteigend sortiert werden, hat man eine nette Arbeitsliste. Mal jeweils die letzten Steuererklärungen rausgesucht und auf Plausibilität geprüft.
Mehr kann man eh nicht machen.

Gast: Hänschenklein
10.08.2012 09:21
3 1

Hey

Gibt es auch mal eine Steuerdaten-CD für Griechenland? Dann wäre der Schuldenschnitt sicher nicht mehr notwendig.

Gast: Fprester
10.08.2012 08:50
1 0

Gibt es diese CD's wirklich?

Technisch ist es heutzutage kein Problem, via Inzernet solche Daten abzusaugen. Ich vermte daher, dass in Wirklichkeit gar keine solchen CD's existieren (wie können übrigens Datenmengen von mehreren Gigabytes auf CD kopieren?). Ich vermute eher, dass etwa der deutsche Geheimdienst solche Daten auf dem eingangs beschriebenen Weg gestohlen hat. Das kann man natürlich nicht offiziell zugeben, weil es einen diplomatischen Eklat der Sonderklasse darstellen würde. Also erfindet man die Mähr von den gestohlenen CD's. So oder so bin ich als bürgerlich denkender Schweizer froh, wenn solcherart genügend Druck auf die Banken und die Schweizer Behörden ausgeübt wird, die Steuerhinterziehung zu bekämpfen. Jedoch halte ich am Bankgeheimnis für Schweizer fest, da ich nicht will, dass der Staat ohne mein Wissen Einblick in meine Bankkonten erhält und wie in Kanada direkt Abhebungen tätigt!

Re: Gibt es diese CD's wirklich?

Na, so einfach, wie Sie glauben, ist das auch wieder nicht. Und wird wohl eine DVD gewesen sein.

Betrifft mich nicht!

Ich hab mein Geld in Griechenland gebunkert.

Antworten Gast: Antiradler
10.08.2012 23:41
0 0

Re: Betrifft mich nicht!

Sie werden von der Steuerbehörde verfolgt werden.
Ihr in Griechenland gepunktertes Geld ist nämlich schon längst in die Schweiz transferiert worden -

Re: Betrifft mich nicht!

Ach Sie sind das! Muss schon ein angenehmes Gefühl sein, als letzter Bankkunde Griechenlands hofiert zu werden ...

krimineller Staat ??

Unter Hehlerei versteht man den Handel mit Sachen, die gestohlen oder unterschlagen wurden und sich nicht im Eigentum der Handelnden befinden.
man sollte einmal darüber nachdenken !

Re: krimineller Staat ??

schon richtig ...

nur, wie definieren Sie "Sache" ?

liebe freunde in nrw.

sollten sich bei der auswertung der cds auch namen und daten von nicht-nrw-bürgern finden: bitte gebt diese nicht an die zuständigen finanzämter weiter.
das ist das porto nicht wert und ihr könntet sie der einfachheit halber gleich selbst in den müll werfen.

gebt diese daten an zb wikileaks oder veröffentlicht sie selbst (eine homepage für diesen zweck einzurichten ist eh billiger als das porto!)
nur so könnt ihr sicherstellen, dass die diebe nicht von bandenmitgliedern a la fekter und schäuble gewarnt und geschützt werden.

Re: liebe freunde in nrw.

ja genau. stellen wir die verbrecher an den pranger. am besten schon die verdächtigen. wozu noch ein ordentliches verfahren, wenn die öffentlichkeit eh schon ihr urteil gefällt hat? in dubio pro reo ist ja so was von vorgestrig.

man kann noch auf ein (weihnachts)wunder hoffen.

vielleicht schafft es das christkind, dieses steuerabkommen, das in wahrheit nichts anderes als ein reinwaschen von dieben und betrügern zu einem lächerlichen preis ist, zu kippen.

und wenn die schutzpatronin der diebe und betrüger ab weihnachten zurück in ihre schottergrube muss, dann wäre es ein echtes weihnachtswunder!

ansonsten müssten wir aus gründen des gleichheits-grundsatzes auch wohnungsdiebstahl anders behandeln: nicht mehr gerichtsverfahren und evtl. verurteilung sondern "gib einen teil der beute zurück und du kannst gehen...!"
halleluja!

Antworten Gast: Fprester
10.08.2012 08:34
1 0

Re: man kann noch auf ein (weihnachts)wunder hoffen.

Auch seitens der Schweizer Bürger gibt es Widerstand. Derzeit läuft eine Unterschriftensammlung für eine entsprechende Initiative, um das Abkommen zu kippen.

Bin notabene gespannt, wie lange es dauert, bis auch dieses urdemokratische Recht von der "Demokratie" EU und ihrer Sytempresse gebrandmarkt wird.

man kann noch auf ein (weihnachts)wunder hoffen.


Gast: Hemingway
10.08.2012 05:05
6 5

Ankauf von Steuerdaten ist kriminell und sollte strengstens geahndet werden. Hoffentlich wacht das Volk bald auf - wir leben bereits in einer Diktatur !


Antworten Gast: toro
10.08.2012 09:29
0 0

Re: Ankauf von Steuerdaten ist kriminell und sollte strengstens geahndet werden. Hoffentlich wacht das Volk bald auf - wir leben bereits in einer Diktatur !

Bitte um den Verweis auf die entsprechenden Gestze.
Meines Wissens ist das überhaupt nicht illegal.

 
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Hobbyökonom